Vanessa Diffenbaugh: „Die Sprache der Blumen“

„Fast zehn Jahre lang hatte ich jede freie Minute damit verbracht, mir die Bedeutung und wissenschaftliche Beschreibung der verschiedenen Blumen einzuprägen, auch wenn ich dieses Wissen kaum nutzte. Ein Strauß Ringelblumen: Trauer. Ein Eimer Disteln: Menschenfeindlichkeit. Eine Prise getrocknetes Basilikum: Hass. Nur gelegentlich änderte ich meine Botschaften.“ (S. 16)

 

Es ist eine Geschichte.

Es ist eine Geschichte über ein Leben, das unter keinem guten Stern zu stehen scheint.

Es ist eine Geschichte über Menschen, Blumen, Vertrauen und das Leben.

Es ist die Geschichte von Viktoria.

Sie hat die meiste Zeit ihres Lebens in Waisenhäusern und bei diversen Pflegefamilien verbracht. Eine mehr oder weniger besser oder schlechter als die andere. Kein Wunder also, dass aus Viktoria ein verschlossener Mensch wird, der nur wenige an sich heran lässt und kaum Freundschaften schließt – hat sie doch gelernt, dass nichts von Dauer ist…

 

Trotz allem hat sie Menschen, die sich aus dem ein oder anderen Grund um sie bemühen und sich kümmern. Trotz ihrer abweisenden und ruppigen Art, die sie an den Tag legt.

 

Zum einen wäre da ihre Sozialarbeiterin – Meredith.

„Meredith Combs, die Sozialarbeiterin, der ich die endlose Reihe von Adoptivfamilien verdankte, die mich stets wieder abgeschoben hatten, wollte mit mir über Verantwortung reden.“ (S. 18) – Hier sieht man scnell, dass Viktoria von ihrer Sozialarbeiterin nicht sonderlich begeistert ist und sich auch ihr Vertrauen gegenüber dieser Frau sehr in Grenzen hält…

 

Eine Perspektive erhält das Leben von Viktoria, als sie Renata kennenlernt – eine Floristin.

Zunächst übernimmt Viktoria kleinere Arbeiten für sie (Be- und Entladen ihres Autos etc.) und nach einer Weile entdeckt Renata das Talent der jungen Frau für Blumen und deren Botschaften.

 

In den sich abwechselnden Kapiteln erfährt man, wie das Leben Viktorias ablief, bevor sie Renata kennenlernte.

Meredith, die Sozialarbeiterin brachte sie mal wieder zu einer Pflegefamilie – bzw. Pflegemutter. Elizabeth.

Sie lebt auf einem Weingut, hat eine Schwester und lebt allein. Mit ihrer Schwester hat sie sich schon vor Jahren zerstritten und hat alle Hände voll damit zu tun, das Weingut zu leiten und die Reben zu prüfen.

Elizabeth ist es auch, die Viktoria etwas über die Botschaften und Bedürfnisse von Pflanzen lehrt.

Bei Elizabeth wird Viktoria zum ersten Mal Liebe und ein positives Gefühl der Akzeptanz vermittelt.

Und dennoch kann sie nicht bleiben und zerstört ihr so zerbrechliches Glück. Noch hat sie nicht gelernt, mit ihrem Leben zurecht zu kommen und den Menschen zu vertrauen…

Und letztendlich ist da auch noch Grant. Sie lernt ihn richtig kennen, während sie für Renata in deren Blumenladen arbeitet. Sie hat von Anfang an so ein Gefühl, als hätte sie ihn bereits einmal gesehen. Im Laufe der Zeit kommt sie dahinter, woher sie ihn kennt…

 

Allerdings ist ihr auch mit Grant kein dauerhaftes Glück vergönnt – zu groß die Angst vor Nähe und zu großem Vertrauen. Zu tief sitzen die Wunden der Kindheit und der ständigen Wechsel zwischen Heimen und Pflegefamilien, die sie doch wieder im Stich ließen…

Dann wird Viktoria schwanger…

 

Wie wird sie mit dieser Situation umgehen?

Wird sie das Baby bekommen?

Wird sie sich um das Kind kümmern?

Wird sie ihr verängstigtes und wütendes Verhalten ändern?

Oder wird sie sich so verhalten wie ihre eigene Mutter – und dem Kind ein Leben schenken, dass von ständigem Wechsel, Wut und Vertrauensängsten geprägt ist?

 

All diese Fragen werden in dem Roman von Vanessa Diffenbaugh beantwortet.

Der unter dem Originaltitel „The Language of Flowers“ erschienene Roman lässt sich flüssig lesen und besticht durch realistisch gezeichnete Charaktere, denen man ihre Handlungsweisen und -gründe nachvollziehen kann.

Trotz dem Wechsel zwischen den Kapiteln in heutiger Zeit und der früheren Lebenswelt Viktorias kann man dennoch die Handlung in Gänze gut nachempfinden und der Roman liest sich wie in einem Gang.

 

Am Ende des Romans finden sich noch Anmerkungen zu verschiedenen Blumen und deren Botschaften, die nach dem Lesen des Buches besonders einladend wirken.

 

Frage an meine LeserInnen:

* Macht ihr euch beim Blumenkaufen Gedanken über die Bedeutung von Blumen? Oder geht ihr nach dem Aussehen und dem Anlass, für den sie gekauft werden?

 

 

 

 

 

 

Über booksandmore81

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2 Antworten zu Vanessa Diffenbaugh: „Die Sprache der Blumen“

  1. Maik Pötzsch schreibt:

    getrocknetes Basilikum = Hass??? Ok… dann bereite ich meine Speißen immer mit viel HASS zu! (; Und Blumen suche ich nur nach dem Aussehen aus. (o:

    LG Maik

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  2. booksandmore81 schreibt:

    Also ich such mir Blumen auch nach dem Aussehen aus, aber es ist auch interessant, sich die Kommunikation nur mit Hilfe von verschiedenen Pflanzen vorzustellen🙂

    Hier kannst du dich ja zu dem „königlichen“ Basilikum auch noch belesen🙂

    http://www.biothemen.de/Gartenpflanzen/gemuese/basilikum.html

    http://lexikon.huettenhilfe.de/kraeuter/basilikum/basilikum-zitate-und-legenden.html
    🙂

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