Ben Aaronovitch: „Schwarzer Mond über Soho“

„Es ist eine traurige Tatsache des modernen Lebens, dass man, wenn man lange genug fährt, früher oder später London hinter sich lassen muss.“ (S. 9)

Mit diesen Worten beginnt das zweite Buch um PC Peter Grant, der NICHT in einer langweiligen Polizeiabteilung arbeiten wollte – und nun als  Zauberlehrling die magischen Morde der Weltstadt näher unter die Lupe nimmt.

Nachdem er seine Aufgaben im ersten Buch („Die Flüsse von London“) bereits gut gemeistert hat – mit kleineren Unfällen – geht sein Leben zu Beginn des Buches einen recht geregelten Gang.

Als guter Freund besucht er natürlich zuerst seine Kollegin Lesley, die doch von den jüngsten Ereignissen etwas mitgenommen worden ist und sich auf dem langen Weg der Besserung befindet.

Aber nach dieser doch ruhigen Einführung in die Geschichte, bahnt sich das Thema „Tod unter Einfluss von Magie“ doch recht schnell wieder einen Weg in Peters Leben.

„In der Pathologie sah es ähnlich aus wie im übrigen Krankenhaus, nur hörte man weniger Patientenbeschwerden über den staatlichen Gesundheitsdienst. Dr. Walid geleitete mich an dem Security-Typen am Empfang vorbei und stellte mir die Leiche des Tages vor.“ (S. 19)

Da die Leiche, vormals bekannt als Cyrus Wilkinson, recht gesund aussah für einen Mann in seinem Alter und als „natürliche“ Todesursache ein Herzanfall diagnostiziert wurde, schien auch hier Magie im Spiel zu sein:

„Aber eigentlich war er nicht krank genug um einfach so tot umzufallen. Wobei ich zugeben muss, dass erstaunlich viele Leute einfach so tot umfallen. (S. 21)

Und das, was Peter dann als Vestigium (Abdruck, den Magie auf Gegenständen hinterlässt; vergleichbar mit Sinneseindrücken) am Verstorbenen ausmacht, überrascht ihn doch sehr:

„Kein Wunder also, dass ich etwas überrascht war, als ich Cyrus Wilkinsons Körper ein Saxofonsolo spielen hörte. Die Melodie wehte aus einer Zeit an mich heran, als die Radios noch aus Bakelit und mundgeblasenem Glas bestanden, und wurde begleitet von einem Geruch nach zersägtem Holz und Zementstaub. Ich verharrte so lange, bis ich sicher war, das Stück erkannt zu haben, dann trat ich zurück.“ (S. 22)

Als zu späterem Zeitpunkt noch mehr mysteriöse Morde an Jazzspielern auftreten, und sicher ist, dass es sich nicht um Zufälle handelt, nehmen Peter und sein Boss Nightingale die Suche auf…

FAZIT:

Auch der zweite Band der Geschichte um Peter Grant, Nightingale, Lesley, Molly und die magischen Morde ist gut gelungen und weist neben charakterlich starken Figuren eine gute Portion Witz auf.

Wer die Charaktere aus dem ersten Buch von Ben Aaronovitch vermissen sollte – keine Angst, sie tauchen wieder auf und sorgen für Abwechslung, die nicht immer gesundheitlich positiv für Peter ausgeht – es sei denn, man liebt es, in der Themse längere Zeit baden zu gehen…

Alles in allem ein gutes Buch, das auf ein weiteres Werk des Autors hoffen lässt, denn noch ist Peter kein vollwertiger Zauberer – und in einer Stadt wie London wird es für ihn wohl immer Arbeit geben…

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