Wenn eine Mutter zu sehr liebt: „Sanfte Gewalt“ (orig. „Loverboy“)

Es ist schön zu sehen, wenn eine Mutter ihr Kind liebt. Meistens…

Es ist eine Geschichte, basierend auf einem Roman. Es geht um eine Mutter. Es geht um ihren Sohn. Ihre Beziehung zueinander.

Es ist die Geschichte von einer Frau, die in ihren Kindheitstagen nicht viel Liebe erfahren hat.

Sie braucht die Liebe zu ihrem Sohn.

Diese Liebe ist unerschütterlich, aber auch besitzergreifend.

Es ist die Geschichte von Emily und Paul…

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Emily wächst als junges Mädchen mit Eltern auf, die sich lieber um ihre eigene Liebe zueinander als um das junge Mädchen kümmern.

Diesen Schmerz, der ihr in jungen Jahren auf seelischer Ebene zugefügt wurde, versucht Emily in späteren Jahren zu kompensieren. Sie will ein Kind. Jemanden, der sie bedingungslos liebt, und den sie bedingungslos lieben kann.

Natürlich will die junge Frau nicht unbedingt einen Mann dazu, also versucht sie ihr Glück mit Spermaspenden aus dem Krankenhaus und mit zahlreichen One-Night-Stands in verschiedenen Städten… eine Zeit lang passiert gar nichts – dann wird Emily schwanger…

Doch das Glück ist nicht mit ihr – sie verliert das Kind – und versucht es nach einiger Zeit weiter. So lange, bis es klappt – und sie endlich ihren Sohn Paul im Arm halten kann.

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Sie zieht in ein neues Haus und kümmert sich rührend um ihren kleinen Sohn. Sie erzählt ihm Geschichten und lehrt in, das Schöne in der Welt zu sehen und neugierig zu sein.

Allerdings hat dieses schöne Leben auch eine dunkle Seite: Emily will auf jeden Fall verhindern, dass sie von ihrem Kind verlassen wird. Und so schottet sie ihn von allen möglichen Einflüssen der Aussenwelt ab.

In ihrer Furcht und Paranoia geht sie sogar soweit, ein Vögelchen, dass sie gefunden und in einem Karton aufgenommen haben, als Feind anzusehen und zu töten – nur damit Paul (den sie am liebsten „Loverboy“ nennt) keine anderen Beziehungspunkte außer ihr hat.

Wenn sie Fremde treffen, gibt sie sich nach außen freundlich und sucht innerlich nach einer Methode, den Fremden auszuweichen, damit sie wieder mit ihrem Sohn allein ist und sich niemand zwischen sie drängen kann.

Wenn sie allein sind, ist Emily ihrem Sohn eine wundervolle Mutter, die ihn kreativ sein lässt und viel mit ihm unternimmt.

Ihre Erfahrungen aus der eigenen Kindheit haben sie jedoch zu einer übereifrigen Mutter werden lassen, die keinen Freiraum zulässt für die sozialen Entwicklungsmöglichkeiten ihres Kindes.

Als Paul darauf besteht, in die Schule gehen zu wollen, sieht sich Emily dem nächsten Problem ausgesetzt – andere Schüler, die ihn beeinflussen könnten – und: Lehrer, die versuchen wollen, die Kinder alle „gleichförmig“ zu machen und die Individualität und Stärke von Paul nicht zu schätzen wissen…

Sie trifft eine folgenschwere Entscheidung.

 

FAZIT

Dieser Film fesselt.

Er besticht durch seine Erzählsprache, ist mit Rückblicken in Emilys Kindheit garniert und gibt Einblicke in das Wesen einer Mutter, die unter allen Umständen ihr Kind schützen will.

Brilliant an dem Film ist auch seine Besetzung. Kyra Sedgwick als Emily ist sehr überzeugend und liefert eine glaubhafte und wunderbare Darstellung. Auch ihr Ehemann, Kevin Bacon, der den Film auch produzierte und Regie führte, spielt seine Rolle als Emilys Vater in den zeitlichen Rückblicken sehr überzeugend. Seine „On-Screen-Chemistry“ mit Marisa Tomei (als Emilys Mutter) ist einfach toll und man sieht ihnen ihren Spaß beim Dreh förmlich an.

Auch die Tochter der beiden ist im Film zu sehen – als junge Emily – und ebenso beeindruckend.

Als Bonus auf der DVD gibt es übrigens das Making-Of des Films, sowie Informationen zu den Schauspielern und Fotos sowie Trailer zu anderen Filmen.

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Eine gute Beschreibung des Filminhalts findet ihr hier.

Der Film ist nicht nur mit Familienmitgliedern der Bacons besetzt – auch Sandra Bullock ist in einer wichtigen Nebenrolle als Mrs. Harker zu sehen – eine Frau, die die junge Emily inspiriert hat und der sie sich nahe fühlte – bis auch diese sie verließ und wegzog.

Einen guten Filmtrailer findet ihr hier.

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Ich würde mich freuen, wenn ihr diesem Film eine Chance geben würdet und ihn für 84 Minuten Teil eures Lebens werden lasst.

 

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Die Literaturvorlage stammt übrigens von Victoria Redel und heisst ebenfalls „Loverboy“.

 

 

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