„The Other Boleyn Girl“ – Geschwisterliebe und der Drang nach Macht…

Wie einige vielleicht wissen, lese ich gern historische Romane und hier vor allen Dingen Biografien. Besonders angetan haben es mir die Werke, die sich mit Marie-Antoinette beschäftigen und jene, die Anne Boleyn zum Thema haben.

Nun strahlte ZDFneo gestern abend Die Schwester der Königin aus – ein Film (aus dem Jahre 2008), der sich um die Boleyn-Schwestern und ihre Beziehung zueinander und zum englischen König Heinrich VIII dreht.

Hierbei glänzten Natalie Portman in der Rolle der Anne, Scarlett Johansson als Mary Boleyn und Eric Bana als König Heinrich.

Philippa Gregory s Roman ist die Buchvorlage zum Film und betrachtet ebenfalls das Leben der Mary Boleyn genauer.

Der Inhalt zum Film ist schnell erzählt und langläufig bekannt:

Mary pflegt den König nach einem Reitunfall und er findet Gefallen an ihr. Die verheiratete junge Frau wird seine Geliebte und er behandelt sie mit viel Entgegenkommen und Zärtlichkeit. Da Anne durch eine eigenmächtige Tat (sie heiratet heimlich einen schon anderweitig versprochenen Mann) bei der Familie in Ungnade fällt, schickt man sie nach Frankreich.

Schon bald erwartet Mary das erste Kind und Anne wird zurückgeholt, damit sich der umtriebige König nicht anderweitig beschäftigt und die Familie Boleyn im Blickfeld bleibt.

Was folgt, ist Geschichte: Anne kehrt zurück und bezaubert den König mit ihrem Charme, Witz und Wissen. Mary wird aufs Land „abgeschoben“, worüber diese aber nach erstem Zorn nicht sonderlich böse ist, hat sie doch so die Chance, in Ruhe zu leben und sich um ihr Kind zu kümmern.

Anne bringt die Gefühle Heinrichs so in Wallung, dass er alle Hebel in Bewegung setzt, um sich von seiner Frau Katharina scheiden zu lassen und riskiert sogar den Bruch mit der katholischen Kirche.

Als Anne endlich zur Königin gekrönt ist, wähnt sie sich schon am Ziel – doch nach der Geburt einer Tochter und häufigeren Streitereien kühlen Henrys Gefühle ab und Anne spürt, dass sie in Gefahr ist. Sie und ihr Leben.

Da kommt es Henry gerade recht, dass Anne verdächtigt wird, den König zu betrügen und verraten zu haben – Unzucht mit ihrem Bruder wird ihr vorgeworfen – und, wie damals häufig der Fall: Hexerei.

Trotz der Fürsprache Marys vor dem König und seiner Bezeugung, dass sie ihm immer noch etwas bedeutet, kann auch die Schwester nicht das Schlimmste verhindern.

Anne wird verurteilt, schuldig gesprochen und auf dem Towergelände hingerichtet.

***

In diesem Film werden die Ansichten beider Schwestern gut herausgearbeitet und man kommt nicht umhin, mal Mary und mal Anne zu bewundern oder nicht leiden zu können. Gerade, wenn Anne sich biestig ihrer Schwester gegenüber benimmt, stellt man sich ein wenig gegen sie – aber am Ende zeigt der Film eine gebrochene Frau, die alles riskiert hat und alles verlor.

***

Ich habe bereits den Roman von Philippa Gregory gelesen und war schon davon begeistert. Sicher, wenn man in einschlägiger historischer Literatur wühlt, wird man meistens nur Bücher über Anne Boleyn finden, deshalb ist es umso schöner, mal beide Seiten betrachten zu können.

***

Natürlich können historische Spielfilme nicht die Realität ersetzen, dennoch bieten sie – wenn sie gut gemacht sind – einen kleinen Einblick in vergangene Zeiten und deren Protagonisten.

So auch hier: gute Schauspieler und die umwerfenden Kulissen sorgen für einen kurzweiligen Zeitsprung in die Regierungszeit der Tudors.

Hier muss auch angemerkt werden, dass natürlich ein 105-Minuten-Film nicht den Einblick in Hintergründe liefern kann, wie z.B. die Serie mit Jonathan R. Meyers und Natalie Dormer.

Allerdings war das ja auch gar nicht die Absicht des Films.

FAZIT:

ABSOLUT SEHENSWERT!!!

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Über booksandmore81

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2 Antworten zu „The Other Boleyn Girl“ – Geschwisterliebe und der Drang nach Macht…

  1. Kathrin schreibt:

    Zunächst einmal wünsche ich dir frohe Ostern! Und Kompliment für dein neues Theme – gefällt mir 🙂

    „Die Schwester der Königin“ hatte ich vor ein paar Jahren auch gesehen,aber irgendwie kam ich nicht so richtig rein bzw. konnte mich der Film nicht so packen. Eventuell lag das aber einfach daran, dass mir dazu viel Hintergrundwissen zur Thematik fehlt und ich dadurch nicht immer sofort alle Zusammenhänge verstanden hab. Wer das Buch oder zumindest die Geschichte an sich kennt, hat daher vermutlich viel mehr von dem Film. Und dass der Film überhaupt auf einem Buch basiert, wusste ich auch nicht. Wieder was dazu gelernt 🙂

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    • booksandmore81 schreibt:

      Vielen Dank 🙂 Dir und deinen Lieben wünsch ich natürlich auch ein schönes Osterfest 🙂

      Ja, in manchen Dingen war der Film nicht unbedingt selbsterklärend, wenn man die Hintergründe nicht kannte oder sich zuvor informiert hat. Die Zeitsprünge wurden auch nicht unbedingt so deutlich, wie es mir lieb gewesen wäre, schließlich hat Henry doch etliche Jahre um Anne geworben und sie hat ihn fast zur Verzweiflung getrieben mit ihrem Grundsatz, nicht unehelich mit ihm das Bett zu teilen.
      Aber man kann ja auch nicht von einem Film verlangen, alle Facetten zeigen zu können. Allerdings konnte man für eine Weile in eine andere Zeit eintauchen und das war es schon einmal Wert. 🙂

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