„Mythos Kind“ – ein Abend im literaturcafé…

Der gestrige Abend war ganz der Literatur gewidmet und so besuchte ich auch die Lesung zum Thema „Mythos Kind“ im literaturcafé im `Haus des Buches`.

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Eingeladen zu dieser Veranstaltung hatte der Autor Günter Gentsch (Autor von „Im Zwielicht der Dämmerung“), der gemeinsam mit Reiner Tetzner diesen Abend durchführte. Zu Beginn gleich eines vorweg: es sind beides sehr sympathische Zeitgenossen.

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Wir (meine Familie und ich) kamen gegen 18:45 Uhr am Veranstaltungsort an, orientierten uns kurz und suchten einen günstig gelegenen Platz – gut zum Zuhören und natürlich zum Fotografieren. Nachdem dieser gefunden war, ließen wir uns nieder und gönnten uns ersteinmal ein Getränk – zum einen der Erfrischung wegen und zum Anderen, um eventuellen Kratzern im Hals vorzubeugen.

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Diese Sicht erwartete uns bei unserer Ankunft:

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Und genau dafür lohnt sich immer die frühzeitige Ankunft bei Veranstaltungen🙂

Damit ihr euch einen ersten Eindruck zum Thema verschaffen könnt, habe ich hier den Flyer/ Karte zur Veranstaltung:

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Gespannt warteten wir nun auf den Beginn der Lesung, während sich das literaturcafé immer mehr füllte und nur wenige Plätze frei blieben.

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Dann kamen auch die Protagonisten des Abends: Günter Gentsch und Reiner Tetzner. (Dass beide einen Doktortitel haben, möchte ich an dieser Stelle der Vollständigkeit halber erwähnen.)

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Wie lief nun der Abend ab?

Zunächst wurden die Gäste freundlich von Reiner Tetzner begrüßt, der sogleich auf das Buch zur Lesung hinwies und hervorhob, dass sechs der Autoren an diesem Abend zugegen seien. Nur zur Information: im Buch befinden sich siebzehn Texte verfasst von dreizehn Autoren.

Als nächstes gab er die Struktur des Abends bekannt: zunächst würde ein Rückblick auf die antike Mythologie erfolgen (Götterkinder) – vorgetragen von ihm persönlich und als zweiten Punkt gäbe es einen Einblick in die Antike und damit auch in die Verbundenheit im Leben von Menschen und Göttern. Beim zweiten Punkt würde Günter Gentsch das Reden/ Lesen übernehmen.

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Sogleich folgte der Einstieg in die griechische Mythologie mit „Als die Götter in den Windeln lagen…“ und den Erlebnissen und Streichen des jungen Hermes. Hier zeigte sich einmal mehr die Wirkung eines netten Äußeren und einer guten Stimme. Reiner Tetzner entführte die Zuhörer mit der fesselnden Stimme eines „Märchenonkels“ in mythische Zeiten und gab einen Einblick in die „verquere“ Lebenswelt der griechischen Götter, die gespickt ist mit den Affären und Liebeleien von Göttervater Zeus.

Dass auch Götterkinder keine harmlosen Wesen sind und durchaus Schabernack im Sinn haben, bewies die Erzählung in der Ich-Form. Wir konnten Klein-Hermes im zarten Alter von 1 Tag verfolgen, wie er seinen Bruder Apollon verärgerte und eine Schildkröte „mordete“, um die Lyra zu erfinden. Alles andere als ein Engel – ein kleiner Teufelsbraten!

Die Lyra wurde dann von Hermes an Apollon weitergegeben – und dieser so zum Gott der Künste und der Musik.

Hermes hingegen ist uns bekannt als Götterbote mit Heroldsstab und geflügelten Schuhen. Auch hielt er seine schützende Hand über Reisende und Handel Treibende.

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An dieser Stelle soll erwähnt werden, dass Dr. Reiner Tetzner der stellvertretende Vorsitzende des Arbeitskreises für Vergleichende Mythologie e.V. ist, die diesen Abend veranstaltete.

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In der zweiten Geschichte widmete sich Günter Gentsch der Geschichte um die heilende Wirkung einer Quelle, die der Göttin Demeter geweiht ist. In „Das Geheimnis der Quelle“ geht es um die zehnjährige Melissa, die schwer erkrankt. Die kleine Familie macht sich auf den Weg zum Heiligtum der Demeter in Patras um Hilfe zu erbitten…

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Wie bereits in „Im Zwielicht der Dämmerung“ ist diese Geschichte sehr detailbezogen und sprudelt über mit Beschreibungen der Umgebung und kleinerer Einzelheiten. Dadurch werden genaue Bilder hervorgerufen, die den Fortgang der Geschichte im Geiste lebendig werden lassen und die Dramatik spürbar machen.

Für diese Geschichte erhielt der Autor im späteren Gespräch auch viel Lob von Seiten der Zuhörerschaft.

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Im nachfolgenden Gespräch mit den beiden Autoren erfuhren wir unter anderem, was Herrn Tetzner an der Figur des Hermes und der Gestaltung dieses Mythos in der Ich-Form gereizt hat: ihn faszinierte das Verrückte und Kreative an Hermes, den er als „gott-typisch“ bezeichnet. Außerdem reizte es, die bekannten Mythen in der Ich-Form zu verfassen und auf diesem Weg den Göttern selbst eine Stimme zu verleihen. Einen weiteren Reiz stellte die Reise in andere Mythenkreise dar. So schickte er Hermes auf den Weg nach Island, um sich so den germanischen Göttern rund um den dortigen Göttervater Odin (auch Wotan) zu widmen.

An dieser Stelle verriet der literarische „Erschaffer“ von Klein-Hermes auch, dass ein vollständiger Band mit weiteren Geschichten rund um dieses Thema in Arbeit ist und ihn besonders die Unvollkommenheit der nordischen Gottheiten gereizt hat – ihre Einschränkungen gegenüber den herrlichen und imposanten Erscheinungen der griechischen Mythenwelt.

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So schnell wie er begonnen hatte, endete auch dieser Literaturabend in gelöster Atmosphäre. Natürlich fand auch das Buch „Mythos Kind“ seinen Weg in meinen Besitz und wurde mit den Unterschriften aller sechs anwesenden Autoren verziert.

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Für mich als „Mythenfan“ bleibt zu hoffen, dass Reiner Tetzner einen wunderbaren Band zusammenstellt und auch einen ausgiebigen Blick auf die nordischen Götter wirft, allen voran natürlich Odin und sein Sohn Thor – welcher als Beschützer von Midgard (Menschenwelt) eine hervorgehobene Rolle einnimmt.

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Natürlich werde ich, sobald ich das Buch gelesen habe, noch einmal Bericht über den Inhalt erstatten.

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Übrigens hat Günter Gentsch eine neue Erzählung geschrieben, welche er am 21.9. im Gohliser Schlösschen bei einer Lesung vorstellt. Dabei wird er auch Auszüge aus „Im Zwielicht der Dämmerung“ vortragen.

Der Titel des neuen Werkes: „Der Mann, der unversehens abhanden kam“.

Über aktuelle Veranstaltungen kann man sich hier informieren.

 

***Update***

 

Auch dieser Eintrag wurde von Dr. Gentsch gelesen und mit den entsprechenden Worten honoriert:

gg

 

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