„Nur eine Nacht“ – ein deutsches Musical mit Klasse…

Musicals sind eine perfekte Mischung aus Schauspiel und musikalischer sowie tänzerischer Untermalung.

Dass es auch gute deutsche filmische Musical-Produktionen gibt, war gestern abend im ZDF zu sehen.

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In „Nur eine Nacht“ spielen die Hintergrundgeschichten um die einzelnen Charaktere eine ebenbürtige Rolle zur „Rundumverpackung“ – also dem großen Ganzen.

Von außen betrachtet geht es um Marc Simon (sehr gut dargestellt von Pasquale Aleardi), der ein Musicalshow mit jungen Talenten auf die Beine stellen will.

Er lädt die jungen Sänger/innen zum Workshop und die Arbeit beginnt.

Was er allerdings verschweigt – die Finanzierung ist keinesfalls geregelt und steht allenfalls auf ziemlich wackligen Füßen. Sturzgefahr inbegriffen…

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Die Nebengeschichten sind zusammen mit der wirklich grandiosen Musik die „Hauptattraktion“ des Films.

Es geht um junge Menschen, die sich selbst finden, die Liebe finden und Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten. Es handelt sich um Talente, die sich selbst etwas vormachen, sich in ihrer Welt gefangen fühlen und in der Musik Heilung vom Alltag finden. Sie erkennen, dass es nicht nur um Macht (Karriere) und Geld geht – es geht darum, die eigenen Träume und Lebensvorstellungen zu realisieren. Diese sind wichtiger als das Leben in vorgeschriebenen Bahnen und Konventionen.

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Auch der Initiator selbst, Marc Simon hat noch zu lernen. Seine ehemalige Liebe Ina (gut gespielt von Yvonne Catterfeld, die gerade an einem neuen Album arbeitet) soll mit ihm zusammenarbeiten. Dabei gibt es für die beiden nur ein Problem: er hat sie betrogen. Sie hat ihn verlassen und das Vertrauen in ihn verloren…

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„Nur eine Nacht“ überzeugt mit guten Schauspielern, die musikalisch begabt sind und einer netten Geschichte. Sicher, es gibt die stereotype Besetzungsliste mit dem angeblich harten Typ aus dem Ghetto (gut gespielt und gesungen von Marc Barthel), die graue Maus, die sich nach Liebe sehnt und nicht als Einzelhandelskauffrau im Supermarkt arbeiten will (Jördis Richter), den sensiblen Jungen, der sich von der Liebe und Fürsorglichkeit seiner Eltern erdrückt fühlt (Patrick Baehr) und die Vorzeige-Tussi, die auch Probleme hat, klaut und letztendlich doch ein nettes Mädel ist (Nora Sänger).

 

Allerdings gibt es in Filmen und Musicals häufig die stereotype Rollenbesetzung, daran ist nichts verwerfliches. Gut gemacht sind auch die Szenen, die die Gefühlswelt der Darsteller untermalen. Wie in jedem Bollywoodfilm werden auch hier die Lieder zum Emotionsträger und in „Nur eine Nacht“ ist dies gut gelungen.

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FAZIT:

Durch und durch ein gelungener Abendfilm, den man sich anschauen sollte – auch wenn man vielleicht zunächst das Gefühl hat, den Film nicht zu mögen: vielleicht ist es nur nicht der richtige Augenblick zum Schauen.

Als „Nur eine Nacht“ auf ZDFneo lief, wollte ich ihn schauen – hab nicht richtig reingefunden, aber gestern war der richtige Zeitpunkt. Also: Gebt dem Film eine Chance.

Wer ihn online anschauen möchte, kann dies hier tun.

 

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Und wer sich noch ein wenig durch andere Rezensionen lesen möchte, kann dies hier und hier tun.

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Da ich den Marc-Simon-Darsteller Pasquale Aleardi auch in anderen guten Filmen gesehen habe, möchte ich an dieser Stelle einige empfehlen:

* Masserberg (sehr tolle und intensive Story)

* Manatu – Nur die Wahrheit rettet dich

* Willkommen im Westerwald

* Im Spessart sind die Geister los

 

 

Über booksandmore81

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