Ein gutes Buch und ein zwiespältiger Film…

Nach einer kurzen Zeit der Abwesenheit melde ich mich wieder zurück 🙂

 

Meine Aufmerksamkeit liegt bei diesem Beitrag auf Noah Hawley`s „The Good Father“ und einem Film, der auf der Hüllenrückseite folgendermaßen beschrieben wird: „…dann entsteht ein elektrisierender Hochspannungs-Thriller der Extra-Klasse…“

 

Doch zunächst zu „The Good Father“

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Allein die „Vorschusslorbeeren“ auf dem Buchcover laden zum Lesen ein und versprechen ein unvergessliches Leseerlebnis.  Und wenn auf der Buchrückseite noch geschrieben ist: „The Moment you finish it, you just know you will want to read it again“  (und das von einem anderen Autor, nämlich Simon Lelic), dann ist man vollständig gefangen in dem Drang, in die Geschichte einzutauchen und zu erfahren, ob die Huldigungen gerechtfertigt sind.

 

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Schon die ersten Zeilen fesseln und wecken das Interesse, mehr über das Leben und das Schicksal der Familie Allen zu erfahren.

Wie kommt ein Sohn dazu, eine solche Tat zu begehen? Ist die Trennung der Eltern in seinen frühen Jahren Schuld daran? Bekam er in den prägenden Jahren nicht genug Aufmerksamkeit? Hat er psychische Störungen, die sein Verhalten erklären könnten?

 

All das sind Fragen, die einem durch den Kopf gehen, wenn man in die Geschichte  hineingezogen wird…

Alles beginnt mit einem ruhigen Familien-Pizza-Abend, bei dem der Arzt Dr. Allen mit seiner Frau Fran und den Kindern Wally und Alex einfach eine Pizza genießen will. Ein ganz normaler Donnerstagabend, der schon zur Routine geworden ist.

Dann gerät die Welt von Mr. Allen ins Wanken und sein Familien- und Weltbild fällt langsam in sich zusammen:

Im Fernsehen wird berichtet, dass der demokratische Präsidentschaftskandidat Seagram von mehreren Schüssen getroffen wurde und sich auf dem Weg ins Krankenhaus befindet!

Doch als ob das nicht schon schlimm genug wäre, schließlich hat Dr. Allens Frau für Seagram als Wahlhelferin gearbeitet.

Plötzlich steht der Secret Service vor der Haustür der Allens und bittet den geschockten Arzt, mit ihnen zu kommen. Man vermutet, dass sein Sohn Daniel der Täter ist!

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Was tut man als Vater in so einer Situation?

„The Good Father“ wird hauptsächlich aus der Perspektive von Dr. Allen erzählt, der Rückblicke auf das Leben seines Sohnes gibt. Außerdem wird von seiner eigenen Situation berichtet, die ihm doch erheblich zu schaffen macht. Er glaubt nicht, dass sein Sohn zu so einer Tat im Stande wäre und ermittelt auf eigene Faust, soweit ihm das möglich ist.

***

Noah Hawley lässt in seinem Buch auch vergangene Anschläge auf prominente Persönlichkeiten (Robert Kennedy, J.F.K.,…) Revue passieren und legt den Fokus dabei auf den jeweiligen Attentäter.

Diese Episoden sind genial in das Geschehen eingebaut, so dass sie nicht störend wirken, sondern das fesselnde Werk nur noch verstärken.

Besonders interessant und gleichzeitig erschreckend ist in diesem Zusammenhang der Fall von Charles Whitman, der in Texas zunächst seine Mutter und seine Ehefrau umbrachte und dann auf den Glockenturm der Universität stieg und ein regelrechtes Massaker anrichtete – er schoss auf alles, was sich bewegte…

„The first shot hit a pregnant woman, killing her unborn baby. The second killed the man next to her. A visiting physics professor took a bullet in the lower back. Whitman saw each shot before he made it. He anticipated the hit and was already on to his next victim before the bullet struck. […] He shot a newsboy off a bicycle. The way the kid went flying made him bust out laughing. (Noah Hawley, The Good Father, S. 198/199)

***

Nachdem Daniel verhaftet wurde, besuchte ihn sein Vater einige Male, ohne zu einem Ergebnis zu kommen. Daniel, der von den Polizisten, die Senator Seagram bewachten, angeschossen wurde, erhielt medizinische Versorgung, sagt aber weder, dass er der Täter war, noch irgendein anderes Wort in diesem Zusammenhang.

Es wird ein psychologisches Gutachten über ihn erstellt, um festzustellen, ob er der Tat überhaupt fähig wäre:

 

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FAZIT:

„The Good Father“ von Noah Hawley wird den Vorschusslorbeeren gerecht und fesselt von der ersten bis zur letzten Seite! Das Werk entstand während mehrerer Jahre Arbeit und wurde auf Grund eines Vorfalls erst verspätet publiziert.

In diesem Interview kann man sich näher dazu informieren.

Falls ihr dieses Buch lest, bin ich gespannt auf euren Eindruck und würde mich über Kommentare zu eurem Leseerlebnis freuen 🙂

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Nun zum zwiespältigen Film „Der Schrei der Eule“.

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Ausgelegt ist der Film mit Julia Stiles (Zehn Dinge die ich an dir hasse, Den einen oder keinen,…) als Thriller, doch habe ich mich gestern davon nicht wirklich überzeugen können.

Die Geschichte an sich ist schon interessant, nur etwas langatmig erzählt: ein Mann der früher depressive war und sich von seiner Frau scheiden lässt, fährt abends mehrere Male zu einem Haus im Wald. Dort beobachtet er, wie die Bewohnerin des Hauses abtrocknet, Geschirr spült oder Abendessen zubereitet.

Dieser Anblick scheint ihn zu beruhigen und er fährt wieder zu sich nach Hause. Und ist wieder allein.

Bei einem dieser Besuche wird er entdeckt und die junge Frau, Jenny, bittet ihn herein. Sie unterhalten sich und schon bald wird Jennys obsessives Verhalten deutlich: sie „lauert“ Robert (so der Name des Mannes) auf und hat ihn als ihren neuen Freund auserkoren.

Allerdings gibt es da noch den eifersüchtigen Ex-Freund…

***

FAZIT:

An manchen Stellen gelingt es dem Film, ein merkwürdiges und beklemmendes Gefühl beim Zuschauer zu erzeugen, dass aber nicht gehalten werden kann. 

Man kann wunderbar miterleben, dass Robert, der eigentlich keine Schuld an den Vorgängen hat, unfreiwillig in das Ganze hineingezogen wird und mit den Konsequenzen zu kämpfen hat – jedoch würde ich diese Szenarien nicht unbedingt als Thriller bezeichnen.

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Wenn jemand von euch diesen Film schon gesehen hat und seine Meinung mitteilen möchte, ist er hier herzlich willkommen 🙂

 

Auf jeden Fall ist dies nicht einer meiner Lieblingsfilme und wird wohl auch nicht für längere Zeit bei mir leben…

 

 

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