David Suchet & Hercule Poirot: Wenn ein Charakter dich mehr als 25 Jahre begleitet (When a character escorts you for over 25 years)

Manche Schauspieler sind so versiert in ihrer Arbeit, dass man sie in unterschiedlichen Charakterrollen sieht und immer wieder begeistert ist, wie manigfaltig und überzeugend sie ihre Kunst ausüben. Und manche Schauspieler scheinen – neben vielen weiteren guten und erinnerungswürdigen Rollen – eine „Stammrolle“ zu haben, auf die sie immer wieder angesprochen werden und die einfach nicht aus ihrem Leben zu denken ist. Sie ist wie eine zweite Natur desjenigen Menschen, der den bestimmten Charakter durch sein schauspielerisches Können zum Leben erweckt hat.

Some actors are so adept that you can see them play various different characters and are thrilled to see how convincing they are every single time. And some actors seem to have – while also have different other wonderful and memorable roles in their career – some kind of a role to which they are signed for life. They are nearly always asked about that one role and how it influenced the lives of so many people, including their own. These roles are like a second nature of the actor, who had in them to portray and „live“ this specific role.

So ist es auch mit David Suchet. Der 1946 geborene Schauspieler hat jahrelange Theatererfahrung (u.a. „All my Sons“), hat in diversen Filmen und Serien mitgespielt (u.a.  „Doctor Who“ und „His Dark Materials“) und für seine Arbeit hohe Anerkennung bekommen. Und auch er gehört zu denjenigen, die eine „Paraderolle“ haben, die sie jahrelang begleitet hat und auf die sie immer angesprochen werden.

That is the thing with David Suchet. The actor – born 1946 – has many years of different experiences in various fields of his career path, may it be theatre (like „All my Sons“), movies and television series (like „Doctor Who“ and „His Dark Materials“). And for all his work he got many compliments. And he is also one of those who has a „role for life“ which accompanied him 25 years of his life and career. And it is the one he is always asked about or recognized for.

In seinem Fall ist es die Rolle eines kleinen Belgiers mit Schnauzbart, der von einer großartigen Schriftstellerin ins Leben gerufen wurde und schon in mehreren Verfilmungen von namhaften Schauspielern verkörpert wurde, u.a. von Peter Ustinov.

Hercule Poirot.

In his case it is the portrayal of a little Belgian with a moustache, brought to life first by a wonderful author and who we have seen in many movies before with well-known actors, such as Peter Ustinov.

Hercule Poirot.

Und David Suchet hat es meisterhaft verstanden, die Rolle nicht nur mit Leben zu füllen, sondern seinen Poirot auch so menschlich sympathisch zu gestalten, dass er viele Herzen eroberte.

David Suchet managed not only to give life to this character, but also made him as humanly as possible and so many viewers worldwide got hooked by this little Belgian.

In diesem Buch nimmt uns David Suchet mit auf die Reise von den Anfängen seiner Arbeit an Poirot bis hin zum letzten Atemzug der Rolle, die in mehr als 25 Jahre begleitete. Wir bekommen einen Einblick in die Gedankengänge, die mit der Entwicklung von Poirot einhergehen – so wie er ihn darstellen wollte: nämlich getreu dem Werk von Agatha Christie.

In this book David Suchet takes us with him on the way from the first thought about playing Poirot to the last breath of the „role of a lifetime“ which escorted him more than 25 years of his own life. We get to see the thoughts that went along with creating the Poirot he wanted: portray him like Agatha Christie would have wanted him to be seen.

David Suchet erzählt von Begegnungen u.a. mit Peter Ustinov, an dessen Gespräch er sich erinnert, kurz bevor die Sache mit Poirot ernst und greifbar wird:

David f.e. remembers talking to Peter Ustinov a while ago, and his words came to Davids mind shortly before the talking about him playing Poirot became real and serious:

„But, during a break in the filming one day, Peter did say to me, ‚You could play Poirot, you know, and you would be very good at it.'“

(Poirot and me, page 22)

Er erzählt auch von den Freiheiten, die er in der äußerlichen Gestaltung von Poirot hatte, immer mit dem Gedanken im Hinterkopf, ihn so getreu wie möglich zu verkörpern im Hinblick auf Agatha Christie’s Vorlage. Wir begleiten ihn durch die Dreharbeiten zu verschiedenen Folgen, zittern mit ihm, wenn nicht sicher war, ob eine weitere Staffel Poirot geordert wird und sind mit jeder weiteren Seite des Buches dabei, den Charakter Hercule Poirot noch ein wenig mehr kennenzulernen und zu lieben.

He also talks about the freedom he had to create the outer appearance of Poirot, always thinking about what Agatha Christie had written in her novels about the little Belgian. We get to accompany Suchet to the work on different episodes, tremble with him when it is not clear if another season is to come to life and so with every turn of the pages of this book we get to know Hercule Poirot a little bit better and got to love him a little bit more.

„The more Poirot welcomes his fellow characters, the more the audience sympathise with him, and the more he extends his gentle control over everything around him, as if wrapping it all in his own personal glow. I believe he is unique in fictional detectives in that respect, because he carefully welcomes everyone – be they reader, viewer, or participant character – into his drama. He then quietly explains what it all means and , in doing so, he becomes what one critic called ‚our dearest friend‘. – That was exactly what I was trying to do […] ‚In large part it’s the contradictions Suchet has given the character that make him so appealing. Poirot dislikes so many things, so craves perfection in his own life, yet Suchet’s interpretation feels such deep caring and empathy for humanity. […] (Poirot and me, page 95/96)

 

Schwarz-Weiß-Bilder runden die Reise in die Vergangenheit ab – und David Suchet spricht auch schon hier von seiner Passion für Fotografie, die er in seiner erst kürzlich erschienenen weiteren Autobiografie mit dem Titel „Behind the Lens“ weiter ausführt.

Auch dieser Band befindet sich bei mir und wartet darauf, gelesen zu werden.

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Wenn ihr einen Eindruck von David Suchet bekommen möchtet, folgende Seiten haben interessante Artikel über ihn:

If you are interested in getting to know a little bit more about David Suchet, the following pages have some interesting articles on him:

* Yorkshire Post: David Suchet on family, religion, acting and life without Poirot

* NewsLetter: David Suchet on life after Poirot

* Sunday Post: Meet the author: Behind the Lens writer and actor David Suchet

* The Herald: David Suchet: I feel like an outsider in my own country

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David Suchet: „Poirot and me“ ist ein Liebeserklärung an einen fiktiven Charakter und gleichzeitig ein beeindruckend persönliches Buch eines großartigen Schauspielers über seine Arbeit, die Liebe zum Detail und wie stark die Bindung zu seiner eigenen Kreation sein kann.

David Suchet: „Poirot and me“ is a love-letter to a fictional character and at the same time an impressively personal book of an excellent actor about his work, the love of detail and the strong binds you have for your own creation.

Definitiv eine Leseempfehlung – und natürlich auch eine Seh-Empfehlung 🙂

Definitely a reading recommendation – and a recommendation to have a look at the series 🙂

~ „What a day“ – wenn man über gute Musik stolpert ~

STÄNDIG und überall begegnet sie uns: Musik.

Sei  es im Radio zu Hause, über Smartphone, selbst gesungen oder gesummt. Sie ist omnipresent und ohne Musik können wir nicht auf Dauer leben oder gar glücklich sein.

Große Komponisten und SängerInnen haben unser musikalisches Leben geprägt und prägen es noch.

Wir haben Lieblingslieder und Lieblingsmelodien – aber auch Lieder und Melodien, die wir nicht wirklich mögen.

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Heute bin ich durch Zufall auf eine Künstlerin aufmerksam geworden, die einige von euch vielleicht schon kennen, die aber für mich bisher unbekannt war.

Josephine.

Ihr vollständiger Name lautet: Josephine Oniyama.

Geboren in einem Vorort von Manchester bekam die Künstlerin im Alter von 12 Jahren von ihrer Mutter eine Gitarre geschenkt und dies ebnete ihren Weg in die Welt der Musik.

Ende 2012 wurde in England ihr Debütalbum („Portrait“) veröffentlicht – der Beginn einer Karriere.

Den sozialen Medien ist Josephine Oniyama ebenfalls zugetan, man findet sie auf der eigenen Homepage sowie auf Twitter, Facebook, Pinterest. Und natürlich auf Soundcloud.

Auch auf ihrem youtube-Channel kann man sich ihre Stimme anhören und ihre Videos anschauen.

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Informationen zur Künstlerin findet man unter anderem

hier und

hier.

Sie ist auf Tour gewesen und wird auch 2014 noch Konzerte in Deutschland geben.

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Hier ein Blick auf die Stimmkünste der Sängerin:

Videoquelle: http://www.youtube.com/watch?v=WlijcmM1qzs

 

…demnächst im Kino…

…läuft der zweite Teil von „Thor“ an – natürlich mit Chris Hemsworth als Donnergott, Natalie Portman als dessen große Liebe Jane Foster und dem großartigen Anthony Hopkins als Odin, Thors Vater.

Chris Hemsworth als Thor
Bildquelle: http://www.serienjunkies.de//news/review/fj_thor-2-dark-65587.jpg

Auch in diesem Film gibt es natürlich ein Wiedersehen mit dem „bösen Stiefbruder“ Loki.

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„Thor: The Dark Kingdom“ läuft am 31. Oktober in den Kinos an – und ich bin dabei 🙂

Videoquelle: http://www.youtube.com/watch?v=9GPF58Qyqsg

 

London at its best – the Summer of 2013

So, nun geht es ohne Umschweife zur Berichterstattung über mein diesjähriges London-Erlebnis.

P1040169Dieses Jahr habe ich mir den Luxus gegönnt und komplette sieben Tage in dieser wundervollen Stadt verbringen dürfen. Wenn das Wetter dabei auch noch so phantastisch mitspielt, gibt es eigentlich nichts, was einer guten und entspannten Urlaubserfahrung entgegen steht.

Und so war es auch: Erholung, Entspannung, Aufsaugen von Eindrücken und einfach nur eins: Genießen 🙂

P1030194Aber nun einmal der Reihenfolge nach:

Mein London-Abenteuer begann dieses Jahr am 15.7. und dauerte bis zum 23.7.an. Den ersten und letzten Tag kann man ja praktisch vergessen, da durch An- und Abreise zu viel Zeit verloren geht – bzw. selbiges gleich am späten Abend bzw. frühen Morgen über die Bühne geht.

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Nachdem ich also gut in Heathrow gelandet war – und eine kleine Ewigkeit auf meinen Koffer gewartet habe – machte ich mich an Bord des Heathrow Express auf den Weg nach Paddington Station. Diese Variante hatte ich gewählt, da meine Abreise sehr früh stattfinden sollte und ich so schnell wie möglich wieder auf dem Londoner Flughafen sein wollte. Wäre es anders gewesen, hätte ich natürlich eine halbstündige Reise im Heathrow Connect favorisiert, aber so musste es die „Luxus-Variante“ sein.

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Mein Hotel war ganz in Ordnung – für ein Einzelzimmer entsprechend klein, aber ich war ja sowieso die meiste Zeit des Tages unterwegs und erst wieder gegen Abend zurück. Das Gute an Londoner Hotelzimmern: der Wasserkocher. Zum einen hat man nicht immer das Geld, um JEDEN Abend auswärts zu essen und außerdem ist auch nichts gegen eine leichte, gut schmeckende Tütensuppe am Abend einzuwenden. Schlägt nicht auf den Magen und man hat trotzdem was gegessen. In meinem Fall:

 

Bildquelle: http://ecx.images-amazon.com/images/I/51DA98SYwSL.jpg

Schmeckt im Übrigen sehr lecker 🙂

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Den ersten richtigen Tag begann ich wie immer mit einem Spatziergang durch Kensington Gardens und den Hyde Park.

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Das Wetter war phantastisch und so gab es für einige Tiere nur zwei Optionen:

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oder P1030208

Allerdings gab es auch tierische Vertreter, die einem kleinen Imbiss zwischendurch nicht abgeneigt waren:

P1030205Aber die meisten verbrachten den Morgen, der schon sehr warm war doch gemeinschaftlich in der Idylle der Parkanlage – schlafend und putzend:

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Damit ich in die richtige London-Stimmung komme (war noch etwas desorientiert und nicht richtig da) leistete ich mir eine Big-Bus-Tour und nahm natürlich auch die Hop-on/Hop-off-Gelegenheit wahr und natürlich die Themsefahrt: London vom Wasser aus gesehen ist noch einmal eine Sache für sich, besonders bei schönem sonnigen Wetter.

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Dies sind natürlich nur einige Impressionen…

An den nächsten Tagen machte ich mich auf, verschiedenen Stadtteile zu erkunden und bin ziemlich viel zu Fuß unterwegs gewesen. Immer mit dabei: Fotoapparat und eine Flasche Wasser. Aber natürlich ist auch die Londoner Tube nicht zu kurz gekommen und hat genug Beachtung meinerseits erfahren. Das Sympathische daran: auf Grund der heißen Temperaturen wird man immer darauf hingewiesen, etwas zu trinken dabei zu haben.

Ich bin ja ein „Fan“ der Londoner Tube und habe bei meinen Ausflügen unter anderem eine der ältesten Tube-Stationen gefunden:

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Außerdem hat es mich gereizt, zu erfahren, warum „Elephant and Castle“ eben diesen Namen hat:

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Da ich natürlich auch London von oben betrachten wollte (und nicht Unmengen für das stark frequentierte London Eye oder The Shard im Budget hatte) bin ich die 311 Stufen des Monument emporgestiegen.

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Es ist ziemlich eng, man steigt unentwegt im Kreis hinauf – aber es lohnt sich:

 

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Und dann gings die 311 Stufen wieder hinab:

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Natürlich bin ich auch mehrfach an den Themseufern entlangspatziert – wann ist man schonmal in einer Stadt, deren Fluss Ebbe und Flut aufweist.

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Und als Belohnung für das jeweilige lange Laufen und als Balsam für die schmerzenden Füße gab es das fast-tägliche Fußbad in der Themse 🙂 (wobei es manche nicht beim Fußbad belassen haben, obwohl Baden in der Themse nicht gerade erlaubt ist)

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Dieses Jahr habe ich außerdem dem Londoner Zoo einen Besuch abgestattet und bin unter anderem diesen Zeitgenossen begegnet:

P1030452Hoppla – der begegnete mir schon auf dem Fußweg zum Zoo durch den Regent’s Park… zwar nicht tierisch lebendig, aber dennoch eindrucksvoll.

Da wir schon einmal im Regent’s Park sind: dort gibt es auch wunderbare Rosenzüchtungen zu bestaunen und beschnuppern:

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Und auch Wasserfontänen gibt es zu bestaunen (dabei ist man regelrecht froh, wenn man ein schattiges Fleckchen gefunden hat und erstmal  die Füße hochlegen kann):

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Doch nun endlich zurück zum Zoo. Neben den üblichen Verdächtigen, die im Zoo zu finden sind, hatte ich noch das Vergnügen, ein Londoner Eichhhörnchen zu sehen (im Affengebiet) und ich machte die Bekanntschaft von Nelson. Der zeigte in einer Vorführung seine lautlosen Flugkünste:

P1030664Für meine Begriffe ein wirklich riesiges Eichhörnchen.

P1030585Darf ich vorstellen: Nelson…

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…in seiner ganzen Schönheit.

Das Faszinierendste im Londoner Zoo war für mich neben dem Nachttierhaus das Zuhause der Schmetterlinge. Hier mal einige Eindrücke von den fliegenden Bewohnern:

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P1030795Diese handtellergroßen Atlasspinner (Motten) fliegen nur nachts und bewachen tagsüber hängend ihren Nachwuchs. Sehr faszinierend!

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Natürlich gab es auch andere Zoobewohner, die das warme Wetter jedoch einfach nur zum

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fanden.

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Für alle Winnie-the-Pooh-Fans gab es auch etwas zu sehen:

P1030700und die Hintergrundgeschichte, warum Winnie Winnie heißt:

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Ich begutachtete während meiner London-Zeit auch die Außenfassade von St. Pancras/Kingscross, sah mir die älteste gotische Kirche Londons an (Southwark Cathedral, leider nur von außen, war zu einer späteren Stunde dort) und machte einen (zu kurzen) Abstecher nach Hampstead.

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Nun nach Hampstead – wundervoll ruhig im Norden Londons gelegen. Wer dort wohnt, wohnt richtig. Eine fast dörfliche Idylle in Nachbarschaft zum Hampstead Heath (hier ist mir übrigens ein junges wildes Kaninchen über den Weg gehoppelt) mit gemütlichen kleinen Gassen. Einfach himmlisch!

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Damit war mein Londonbesuch natürlich noch lange nicht vorbei: ich habe im „Shakespeare’s Head“ wunderbar zu Mittag gegessen (traditionelles Fish & Chips) und machte einen Ausflug nach Greenwich und besichtigte das Weltkulturerbe „Royal Naval College„.

P1030912Mein Mittagessen wartete im „Shakespeare’s Head“ auf mich – ein nettes kleines Restaurant mit rustikaler Einrichtung in der Carnaby Street.

 

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Die Painted Hall mit ihren wunderbaren Barockgemälden. (Allein die Deckenbemalung kostete den Künstler James Thornhill 20 Jahre Schaffenszeit.)

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Auch die Kapelle ist sehenswert:

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Wer sich im Übrigen für Londoner Märkte interessiert, sollte den Greenwich Market (und unbedingt in Greenwich ein Eis essen) besuchen: Kleidung, Taschen, Schmuck, kleinere Läden (u.a. hat sich Mischa Barton hier ein kleines Lädchen aufgebaut) und natürlich Speisen – eine gute Ergänzung zum Portobello Road Market, den ich natürlich dieses Jahr auch besucht habe.

 

Bildquelle: https://booksandmore81.files.wordpress.com/2013/07/8ade6-wise-words4.jpg

 

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Meinen letzten Londontag verbrachte ich an der Themse und bekam auch musikalische Unterhaltung von einem Dudelsackspieler. Die Musik, die Füße im Sand an der Themse, Wind und ein gutes Buch in der Hand – so muss ein Londonbesuch enden…

 

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Und das alles unter den wachsamen Augen von Father Thames:

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Bis zum nächsten Mal, Stadt an der Themse…

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wenn einer eine Reise tut… oder: „Das grosse Los“

 Was würdest du antworten, wenn dich – sagen wir mal Günther Jauch – fragt, was du mit deinem Spielgewinn machen willst? – Klar – sicherlich das, was auch Meike Winnemuth antwortete: „Reisen.“ 

Und so kam es: Sie plante kurz, packte ihren Koffer ziemlich schnell und auf gings auf die Reise um die Welt.

Genauer gesagt: 12 Städte in 12 Monaten.

Reisen, Leben, Erleben.

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 „Ich habe gerade 500.000 € bei Wer wird Millionär? gewonnen. Glaube ich jedenfalls. […] Wenn einem so etwas passiert, ist es erstmal gar nicht das große Glücksgefühl, wie man immer denkt, sondern eine einzige Überforderung. Das Hirn ist Matsch, der Magen ein Knoten, ich schwanke zwischen angestrengter Coolness, hysterischem Kichern und stummem Kopfschütteln.“ (S. 5)

Ihre Berichte über die Reise sind als Briefe verfasst – Briefe an Menschen, die ihr etwas bedeuten (beste Freunde, Eltern) sowie sogar ein Brief rückblickend an ihr jüngeres Ich.

Gespickt sind die Briefe mit Erfahrungen aus den unterschiedlichen Reisezielen. Erfahrungen mit Menschen, mit der Umgebung und den jeweiligen Situationen, an die sie sich anpassen musste (Kulturschocks inklusive). 

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Meike Winnemuth reiste 12 Monate quer über den Globus und besuchte Städte, die sie schon immer einmal besuchen wollte. Den Anfang dabei macht Sydney.

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„…eigentlich könnte ich den Koffer gleich wieder packen und nach Hause kommen, denn besser kann es gar nicht werden. […] Wie leicht die Stadt es einem macht, sich in sie zu verlieben!“ (S. 10)

Im Buch enthalten sind auch viele Fotos, die sie auf ihren Reisen gemacht hat – zusammen mit einigen Worten daneben. Aber auch schwarz-weiss-Fotos zieren die Seiten.

Auf diese Weise wird das Lesen dieses Buches zu einer mentalen Reise – in Begleitung Meike Winnemuths zu interessanten Städten der Welt.

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Bereichert werden die einzelnen Kapitel durch jeweils eine Liste von 10 Dingen, die die Autorin in der jeweiligen Stadt gelernt hat – über die Stadt, das Leben und über sich selbst.

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Auch am Ende des Buches findet sich so eine Liste: „10 Dinge, die ich zukünftigen Weltreisenden empfehlen möchte“ – denn auch Meike Winnemuth hat positive und negative Erfahrungen gemacht und bietet auf diese Weise eine kleine Hilfe an.

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Als Leser dieses Buches möchte ich festhalten, dass die Reisemonate Januar bis Juli (Sydney, Buenos Aires, Mumbai, Shanghai, Honolulu, San Fransisco und London) einen stärkeren Eindruck bei mir hinterlassen haben, als der Rest der Reise. Was aber sicherlich nicht an den besuchten Städten und dem Schreibstil der Autorin liegt. 

Den Grund für diesen Eindruck habe ich noch nicht herausgefunden, vielleicht lag es aber auch am Lesetempo. Habe ich die ersten sieben Reisemonate doch regelrecht verschlungen, ging es bei den restlichen Destinationen doch etwas träger voran – vielleicht so eine Art mentale Reisemüdigkeit?

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Auf jeden Fall ist dieses Buch jedem weiterzuempfehlen, der selbst gern auf Reisen geht und auch persönliche Erfahrungen schätzt, nicht nur die Informationen, die man in gängigen Reiseführern stehen.

Interessant zu lesen sind auch die letzten Kapitel, in denen Frau Winnemuth die Zeit nach ihrer Rückkehr beschreibt: den ersten Tag wieder zurück in Hamburg, die erste Woche durchlebt, den ersten Monat überstanden und das erste Jahr zurück im Alltag.

„Eine der Erkenntnisse der Reise war für mich, dass ich ganz widersprüchliche Bedürfnisse habe: Sehnsucht nach Zugehörigkeit, Sehnsucht nach Freiheit. Zwischen diesen Polen werde ich immer pendeln. Lasse ich mich ganz auf das eine ein, werde ich mich nach dem anderen verzehren. Ich muss für beides sorgen – mit einem entschiedenen Sowohl/als auch, wie mir das so viele im letzten Jahr vorgelebt haben.“ (S. 321)

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Noch eine kurze Info zum Schluss: spendabel teilte die Redakteurin ihren Gewinn übrigens mit ihren Jokern, die ihr Glück gebracht haben.

Hier ist ein Artikel von ihr für GEO zu lesen.

UND, Meike Winnemuth hat ihre Erfahrungen auch gebloggt – und zwar hier. Dieser Blog ist unbedingt sehenswert und sehr interessant – auch mit vielen Fotos geschmückt und eine Freude für Lese- und Reisehungrige.

„Time“ – Rod Stewart ist wieder da :-)

Bei Musik-Neuerscheinungen dauert es bei mir gewöhnlich etwas länger, bis ich mich entweder für oder gegen die Arbeit eines Künstlers entschieden habe. (Ein Beispiel: Die CD von Lindsey Stirling gefällt mir sehr gut – allerdings bezweifle ich, dass ich sie mir wirklich mehrere Male hintereinander anhören könnte…)

Früher hätte ich mir auch vorstellen können, HIM öfter zu hören, aber irgendwie berührt mich „Tears on Tape“ nicht.

Ein wenig anders sieht es schon bei Didos „Girl who got away“ aus – ihre Stimme und die eingängigen Lieder könnten schon eher in der Playlist rauf-und-runter laufen.

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Doch all diese Alben – so gut (oder schlecht) man sie auch finden mag, sind kein Vergleich zu DEM Album, das sich seit einigen Tagen bei mir tummelt und ein wahres Meisterwerk ist – Rod Stewarts neues Album mit dem Titel „time„.

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Der 1945 geborene Musiker liefert mit diesem Album viele selbst geschriebene Songs, in denen er sein Leben Revue passieren lässt und die ausdrücken, dass er sich noch lange nicht zum „Alten Eisen“ zählt – im Gegenteil. Der junggebliebene Rocker, der ebenfall twittert, lässt auf weitere musikalische Kreationen hoffen.

Doch nun in Einzelheiten zum Album:

Fast alle Songs von „time“ hat der Sänger selbst geschrieben, bis auf einen. Das allein zeigt schon, wie viel Kreativität in Rod Stewart schlummerte und nun wieder erweckt wurde.

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#1 „She makes me happy“

Dieser erste Titel sprüht über vor Lebensfreude und ist ein typischer „happy-go-lucky“-Song zu dem auch die typisch rauchige Stimme Rod Stewarts perfekt passt. Die Lyrics sind ebenfalls sehr positiv ausgerichtet – und zeigen – genau wie das gesamte Lied – einen glücklichen Mann.

she makes me happy

#2 „Can’t Stop Me Now“

Bei diesem Titel handelt es sich ebenfalls um einen sehr positiven Song, der noch dazu gut fürs Ego und die positive Weltsicht ist. Die Kernaussage: Selbst wenn sie dich nicht wollen – du bist gut und du schaffst es.

Rod Stewart liefert auch eine Referenz zu seinem Titel „Maggy May“ aus dem Jahre 1971 – seine erste Single. Ein Video findet ihr u.a. hier.

Auch dankt er seinen Eltern, Freunden und Weggefährten für die Hilfen und ihr Vertrauen – und macht auch deutlich, dass er ein Rod Stewart auf neuen Wegen ist – auf zu neuem Rock’n Roll.

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#3 „It’s over“

Hier verarbeitet Rod Stewart die Geschichte einer gescheiterten Ehe. Welche, bleibt ein Geheimnis – hat Rod Stewart doch immerhin acht Kinder von fünf Frauen. Davon war er mit dreien verheiratet (inkl. seiner jetzigen Frau Penny Lancaster).

„It’s over“ ist ein trauriges und ruhiges Lied, was dennoch eine gewisse Magie aufweist. Rod beschreibt die Tatsache, dass es bei Beendigungen von ehelichen Verhältnissen keine „guten“ oder „bösen“ Parteien gibt – jeder hat auf seine Weise eine Teilschuld am Scheitern der Beziehung und seine Fehler – die eben in diesem Fall die Oberhand gewonnen haben.

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#5 „Brighton Beach“

Hier leben Erinnerungen an vergangene (Jugend-) Zeiten auf, die mit der ersten Liebe und mit Verlust einhergehen.

Ein melodisches Lied mit schönem Text, der die melancholische Grundstimmung gut wiederspiegelt und transportiert. Dennoch – oder gerade deswegen – ist dies ein wundervolles Lied des Albums.

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#5 „Beautiful Morning“

Dieser Titel gehört wieder in die Kategorie „schnellerer Rock-/Popsong“ und hat das Zeug zum Sommerlied.

Man spürt fast den Wind im Haar, während man in Gedanken an einem sonnigen Morgen eine Autofahrt unternimmt – natürlich im Cabrio oder mit offenem Fenster.

„Beautiful Morning“ macht einfach gute Laune und ist ein typischer „Roadsong“.

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#6 „Live the Life“

Ein lebensbejahender Song mit der positiven Botschaft, sein Leben zu leben und zu lieben, denn es kann so schnell vorbei sein. Die Zeit wartet auf keinen von uns und man sollte jeden Moment auskosten und genießen.

Man hat nur ein Leben – und das sollte man zu schätzen wissen.

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#7 „Finest Woman“

Eine rockige Liebeserklärung an seine Ehefrau Penny Lancaster – und somit an das schöne Geschlecht. Ein wahres Genuss-Lied.

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#8 „Time“

Der titelgebende Song ist eher ruhig gehalten und vermittelt den Wert der Zeit. Man sollte seine Zeit nicht mit Warten verbringen, denn die Zeit wartet auch nicht auf einen und verinnt wie Sand zwischen den Fingern. Es geht auch um bittersüße Erinnerungen an Erlebnisse, die gemacht und gelebt werden müssen.

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#9 „Picture in a Frame“

Es gab in der Ehe von Rod Stewart und Penny Lancaster auch eine schwierige Phase – das Paar trennte sich für zwei Wochen. Diese für ihn sehr schwere Zeit hat der Musiker in diesem Lied verarbeitet. Dies ist das einzige Lied, welches Rod Stewart nicht selbst für das Album geschrieben hat – es ist eine Coverversion – aber dennoch sehr gut.

Die ruhige Stimmung und die Wiederholungen machen es sympathisch und dadurch strahlt „Picture in a Frame“ eine Sympathie aus und drückt die Magie aus, die eingerahmte Bilder auf uns ausüben, wenn sie mit Erinnerungen verbunden sind.

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#10 „Sexual Religion“

Ein rhythmisches Lied voll Spannung. Man merkt förmlich die Anziehung zwischen Mann und Frau und die Stärke der Frauen gegenüber dem vermeintlich „starken“ Geschlecht. Bei erotischer Anziehung singt Rod Stewart den Männern (oder nur ihm?) eine gewisse Schwäche und Hilflosigkeit an. Verstärkt wird dieses Lied durch die Reibeisenstimme, die perfekt in diese Komposition passt.

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#11 „Make Love to me tonight“

Ein Liebeslied mit eingängigem Rhythmus, der zum Tanzen (mit Partner) einlädt. Ein positiver Song, der auch vom Vertrauen zu demjenigen, den man liebt, spricht.

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#12 „Pure Love“

Der letzte Titel des Albums erzählt von Liebe und Vertrauen zu Personen, die man liebt. Man wünscht ihnen das Beste, auch wenn man weiß, dass sie eines Tages gehen müssen – die Liebe zueinander wird immer verbinden.

Ein trauriger Beigeschmack wohnt diesem Lied bei – und doch ist „Pure Love“ eine Liebeserklärung von Rod Stewart an seine Kinder, die er inniglich liebt.

Die Vaterliebe spielt eine Rolle – ebenso wie der Stolz, aber auch die Trauer, die einen überkommen, wenn die Kinder flügge werden und das Nest verlassen.

Dieses leicht melancholische Lied ist ein gelungener Abschluss zu einem wunderbaren und vielfältigen Album.

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FAZIT:

Rod Stewart is back!

Ein wundervolles Album mit stimmungsvollen Liedern, die zum Tanzen, Nachdenken und Genießen anregen.

Ein kurzes Review aus dem Guardian findet ihr hier.

Ein schönes Interview  (auch mit Ausschnitten aus früheren Hits) findet ihr hier. Unbedingt ansehen.

Hier auch eine Performance bei JimmyKimmel live mit „Can’t stop me now“.

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Rod Stewart war und ist ein ausgezeichneter Musiker, der nichts von seinem Charisma eingebüßt hat und der mit diesem Album Erfolge feiern wird!

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