~ Young Sherlock Holmes: „Der Tod ruft seine Geister/ Knife Edge“

Note for my english-speaking readers: In this article the quotes are only in german language. I hope you don’t mind and feel free to read the english version of Andrew Lanes book. Thanks.

Nachdem ich bereits den vergangenen Abenteuern des jungen Sherlock Holmes beigewohnt habe und ihn durch alle Höhen und Tiefen begleitet habe, bin ich nun auch mit dem sechsten Buch in der Reihe des Autors Andrew Lane sehr zufrieden.

After accompanying young Sherlock Holmes with his latest adventures and going through highs and lows with him I finally finished book number 6 in the works of Andrew Lane. And I am really satisfied.

Sherlock is on his way back home – but you can feel from the beginning that this would be no easy return for him.

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Sherlock befindet sich auf dem Weg zurück nach Hause – obwohl natürlich schon zu Beginn klar sein dürfte, dass es keine einfache Rückkehr sein wird.

„Was ist nicht so, wie ich es mir vorgestellt habe, Sir?“

„Deine Heimkehr. Das ist sie nämlich nie.“ Er hielt inne, während er immer noch zu Sherlock hochstarrte.

„Lass mich dir das große Geheimnis des Sehmannslebens verraten, Junge. Du kehrst niemals heim. Weil der Ort, an den du zurückkehrst, nicht so ist, wie du ihn in Erinnerung hast. Zum Teil, weil er sich verändert hat, zum Teil, weil du dich verändert hast, aber hauptsächlich, weil du dich nicht an die Wahrheit erinnerst, sondern nur an ein strahlendes Andenken, das sich als Wahrheit ausgibt.“

(S. 15)

Im irischen Galway angekommen, wird er auch gleich von seinem Bruder Mycroft in Beschlag genommen. Dieser ist natürlich nicht nur dort, um seinen kleinen Bruder abzuholen, sondern hat gleich eine Aufgabe für den Heimgekehrten.

When he arrived in the irish Galway, he is welcomed by his brother Mycroft. But the older Holmes is not only there to get his young brother back home but to have him at hand to help with something.

„Es gibt da einen Job, den ich hier zu erledigen habe, und dabei brauche ich deine Hilfe.“

(S. 27)

Natürlich ist Sherlock nicht gerade über diesen Schachzug seines Bruders begeistert und macht diesem gegenüber seinen Unmut auch deutlich. Als sich beide Gemüter wieder beruhigt haben, kommen sie auf den Hintergrund von Mycrofts Auftrag zu sprechen.

For sure Sherlock is not really happy with this behavior of his brother and tells him so. When both of them breathed deeply, Mycroft is telling him about his problems.

„Was weißt du über Spiritismus?“

(S. 36)

Als bald werden die beiden in der Heimstätte von Sir Shadrach Quintillan heimisch, einer Burg namens Cloon Ard Castle. Dort soll ein Medium wohnen – und Mycroft soll im Auftrag der britischen Regierung dem vermutlich spirituell veranlagten Mann namens Ambrose Albano ein bisschen auf den Zahn fühlen.

Both of them got rooms in the castle of Sir Shadrach Quintillan called Clood Ard Castle. There a psychic is supposed to live and Mycroft is the one to work out if its real for the british empire. The psychic is a man named Ambrose Albano.

„Eine Bewegung in der Dunkelheit des Eingangs erregte Sherlocks Aufmerksamkeit. Erst als gleich darauf eine dritte Person vortrat, erkannte er, dass es sich um einen Mann handelte, der ungefähr seine Größe und Statur aufwies. Er trug einen schwarzen Anzug samt schwarzem Hut, und sein unmodisch langes Haar fiel in Stufen auf die Schultern herab. Sein rechtes Auge war strahlend blau. Mit durchdringender Neugier starrte es Sherlock entgegen. Sein linkes Auge jedoch bestand aus einer milchig-trüben Glaskugel, die von innen heraus regelrecht zu glühen schien.“

(S. 52)

Nach einer Weile kommen alle Repräsentanten in die Burg und die Vorstellung des Könnens von Mr. Albano kann beginnen. Natürlich gelingt es Sherlock mit seiner Scharfsicht, die Tricks hinter Albanos angeblichen Mediumfähigkeiten zu entlarven.

After a while all the ambassadors of the different countries come to the castle and get to see an example of the works of Mr. Albano. For sure it is Sherlock to get behind the tricks of this man.

After the first shock the talented man shows Sherlock some of his basic techniques and the young man is fascinated by this new things.

Nach dem anfänglichen Schock ist der begabte Mann jedoch bereit, Sherlock in einige kleine Anfangstechniken einzuweisen und dieser ist fasziniert von dem Neuen, das er lernen kann.

***

Natürlich macht Sherlock auch die Bekanntschaft von Sir Shadrachs Tochter Niamh, mit der er sich anfänglich recht gut versteht, die jedoch auch ein Geheimnis hat.

Also Sherlock gets to know the daughter of Sir Shadrach, a girl named Niamh. He gets along with her quite well but she also has some kind of secret.

***

Noch dazu wird es auch auf der Burg gefährlich – spätestens dann, als eine Tote gefunden wird…

And things are getting dangerous when a dead body is found…

„Ein Körper lag unter dem Busch. Es war eine der Burgbediensteten. Sie lag auf dem Rücken und starrte in den Himmel, das Gesicht zu einem Ausdruck blanken Entsetzens verzerrt. Sherlock suchte an ihrem Handgelenk und ihrem Hals nach einem Puls, aber da war nichts. Ihre Haut war kalt, und auf ihren Augen lag eine dünne Schicht aus Staub und Pollen. Es gab keinen Zweifel: Sie war tot.“

(S. 129)

Auch Mr. Crowe und seine Tochter Virginia tauchen auf der Burg auf und sorgen für einige verwirrende Momente in Sherlocks Leben. Virginia hatte sich ja per Brief von Sherlock „getrennt“, da sie nicht wusste, ob dieser je wieder zurückkommen würde. Nun stehen sich beide erneut gegenüber und müssen wieder neu miteiander umgehen.

Also Mr. Crowe and his daughter Virginia are guests at the castle and this leads to some confusing moments in the life of Sherlock. Virginia was the one who quits with Sherlock because she wasn’t sure if he ever would come back. Now both of them have to get along and have to deal with the past and the present.

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Natürlich bleibt es auch bei diesem Abenteuer nicht bei einem Toten – und Sherlock sieht sich alten Feinden gegenüber.

For sure there are more than one dead person in this adventure – and Sherlock is coming against old enemies.

  • Wer sind die alten Feinde, die es auf Sherlock abgesehen haben?
  • Wird er sich wieder mit Virginia vertragen – oder ist für ihn diese Verbindung Vergangenheit?
  • Who are the old enemies who are looking to see Sherlock dead?
  • Is he going to get along with Virginia – or is this relationship over and part of the past?

„Young Sherlock Holmes: Der Tod ruft seine Geister“ ist im englischen Original erhältlich unter dem Titel „Knife Edge“. In der Originalsprache sind bereits weitere Bände erschienen, so dass man auch auf dem deutschen Buchmarkt auf die Fortsetzungen warten kann 🙂

„Young Sherlock Holmes: Knife Edge“ is a great 6th book in this series. In the original language there are more books available and the german readers just have to wait a while for the new adventures.

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Wer sich für die Buchreihe interessiert, kann sich auf folgenden Seiten meine bisherigen Artikel dazu durchlesen:

Ich bin natürlich schon gespannt auf die Folgeromane und auch auf die Abenteuer, die der junge Sherlock noch erleben wird. Die „festen“ Buchcharaktere sind mir als Leser sehr ans Herz gewachsen und so freut man sich natürlich als Leser auf ein Wiedersehen.

Informationen zu den Folgebändern gibt es hier und hier.

I am really excited for the new adventures that will follow. The main characters are very dear to me and so as a reader you feel good when accompanying them in new books.

You can find information on the following books here and here.

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Young Sherlock Holmes: „Nur der Tod ist umsonst“

Es beginnt alles bei einem Tätowierer.

Ein alter Mann mit grauem Haar…

Gerade noch hatte er einen Kunden, dann stürmt eine Wand von einem Mann in den Laden. Ihm folgt: ein neuer Kunde.

Er war kleiner und besser gekleidet als sein Herold und hielt einen kleinen Gehstock in der Hand. Eine Kältewelle schien mit ihm in den Raum gekommen zu sein. Eine seltsame Empfindung durchfuhr Kai Lung, und er brauchte einen Moment, um darauf zu kommen, was es war.

Angst. Es war Angst.“ (S. 10)

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Danach springen wir rasant weiter ins erste Kapitel und werden Zeuge einer Violinenstunde, die Sherlock bei seinem Lehrer Rufus Stone hat. Dieser erweist sich in dieser Unterrichtsstunde als besonders ungeduldig:

„„Aufhören!“, rief Rufus Stone. „Du machst mich noch fertig!“ – Sherlock hob den Bogen von den Violinensaiten. „Nur nicht so melodramatisch.““ (S. 13)

Während der Violinenstunde, die Rufus Stone gibt, werden wir Zeuge des Phänomens, das Autor Andrew Lane in seine Sherlock-Bücher eingebaut hat: „Learning by Reading“.

Wir bekommen einen kurzen Einblick in die Musikwelt geboten, mit zwei ihrer Abkürzungen und deren Bedeutungen. So erfahren wir, welche Bedeutung ein # und ein tiefgestelltes b haben. Wir erfahren, dass italienische Begriffe als Orientierungshilfe bezüglich der Pausen oder Be- und Entschleunigung der Musikstücke dienen.

Im Laufe des Romans werden dem Leser noch einige „Learning by Reading“ – Fakten über den Weg laufen.

Auch gewinnen wir einen Einblick in die Gefühlswelt bzw. welche Bedeutung Gefühle für Sherlock haben. Es zeigt sich, dass schon der hier dargestellte junge Sherlock Gefühle zwar kennt und einordnen kann, sie ihm aber immer etwas fremd bleiben werden.

Ich…ich bin nicht sehr gut, was Emotionen anbelangt.“ (S. 22)

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Im weiteren Verlauf des Buches erhalten wir – wie auch schon in den vergangenen Büchern – Einblicke in die Wahrnehmungsfähigkeit Sherlocks.

Abgerundet wird dieser Band durch die witzige und aufrichtige Freundschaft Sherlocks zu Matty. Dieser steht ihm in allen Lebenslagen zur Seite und rettet ihm durch eine Freundschaftsgabe das Leben.

Sherlock ist ein Junge mit Gerechtigkeitssinn. Das wird auch deutlich, als er sich Gedanken über die sozialen Standesunterschiede zwischen den Menschen macht:

Er fand es schlichtweg dumm, dass etwas so Simples wie ererbter Grundbesitz einen von den anderen Menschen abheben konnte. Wenn er erst einmal erwachsen war, würde er schon dafür sorgen, dass er niemals derartige soziale Unterschiede zwischen den Menschen machte.“ (S. 27)

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Auch treffen wir Mrs. Eglantine wieder, die stets schwarz gekleidete Haushälterin mit großem Geheimnis. Sie sieht sich als Hauseigentümerin und setzt den Onkel Sherlocks unter Druck:

Langsam richtete sich Mrs. Eglantine auf. „Sie Narr“, sagte sie langsam und jedes Wort betonend. „In diesem Haus haben Sie nichts mehr zu melden. Jetzt habe ich hier das Sagen.“ (S. 34“)

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Im Laufe der Geschehnisse des Bandes kommen Sherlock Erinnerungen hoch. Erinnerungen an die Paradolkammer, die er lieber verdrängen möchte.

So sieht er auf einem Markt zwei verdächtige Männer, die ihm noch in Zukunft begegnen werden: Einem fehlt das rechte Ohr, und er hat einen straffen Pferdeschwanz. Der andere ist ein blonder Mann mit Pockennarben.

Beide sind auf der Suche nach Amyus Crowe und seiner Tochter Virginia.

Da Sherlock die Vermutung hat, dass dies nichts gutes zu bedeuten hat, will er seinen Lehrer und dessen Tochter warnen.

Zuvor wird er aber noch der Wünsche Mrs. Eglantines für seine Zukunft gewahr:

„So endgültig“, zischte sie, „dass ich wünschte, man würde ihn in Stücke hacken und seine Einzelteile so verstreuen, dass niemand jemals auch nur ein Fitzelchen von ihm wiederfindet.“ (S. 63)

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Als Sherlock endlich seinen Lehrer aufsuchen will, findet er das Cottage verlassen vor:

Der Raum war bar jeder persönlichen Gegenstände. Amyus und Virginia Crowe waren nicht einfach nur nicht da. Vielmehr gab es auch keinerlei Zeichen dafür, dass sie jemals hier gelebt hatten.“ (S. 138)

Auf der Suche nach Hinweisen stoßen Sherlock und Matty auf des Rätsels Lösung – auf einer Pferdekoppel. Ein Kaninchenbau. Was hat das wohl zu bedeuten?

***

Wohin sind Amyus Crowe und seine Tochter geflohen?

Aus welchem Grund haben Sie Farnham verlassen?

Wird Rufus Stone unbeschadet am Ziel ihrer Reise ankommen?

Welche weiteren Spuren hat der große Amerikaner gelegt, um von Sherlock gefunden zu werden?

Werden sie Crowe und seine Tochter finden?

Was haben ein Kaninchen und ein Braunbär mit der Lösung dieses Falles zu tun?

Wer ist der Mann mit den Tätowierungen und wieso steht Virginias Name auf seiner Stirn?

 ***

Diese und noch andere Fragen beantwortet der Autor in seinem neuesten Buch, das den englischen Titel „Fire Storm“ trägt.

Am Ende dieses Abenteuers findet sich Sherlock wieder zu Hause in der Bibliothek wieder. Ein neues freundliches Hausmädchen wurde eingestellt und alles scheint in Ordnung zu sein.

Aber der Schein trügt oft und ehe er sich versieht befindet sich der junge Detektiv schon mitten in einem neuen Abenteuer.

Auf einem Schiff in Richtung China….. oder Japan…

Wir werden es erfahren…

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In der englischen Originalsprache sind bereits Band 5 („Snake Bite“) und 6 („Knife Edge“) erhältlich. Neben Andrew Lanes Arbeit als Autor haben auch die deutschen Übersetzer eine gute Arbeit geleistet.

„Nur der Tod ist umsonst“ lässt sich wunderbar leicht lesen und die Bilder rasen nur so im Kopf hintereinander her.

Wie ich auch schon bei den vorigen Bänden gesagt habe: Eine Verfilmung dieses Stoffes wäre grandios.

Bis dahin können Interessierte sich mit den Hörbüchern die Zeit vertreiben. Probehören kann man auf youtube hier.

* Last but not least: Ein herzliches Dankeschön an Frau Bachar vom Fischer Verlag für die Bereitstellung des Buchexemplars.

Young Sherlock Holmes 2 – Das Leben ist tödlich

So, nachdem es doch Bücher gibt, die sich einem begierigen Leser nicht so ohne Weiteres öffnen und bei deren Lektüre man nach einigen Versuchen doch noch länger brauchen wird als gedacht – was macht man da? – GENAU: man wendet sich einem leichter zugänglichen „Leseopfer“ zu und verschlingt zunächst dieses…

Nun, da ich mit „Die alltägliche Physik des Unglücks“ doch so meine Schwierigkeiten zu haben scheine, habe ich mich stattdessen dem zweiten in deutscher Sprache erschienenen Buch der Young Sherlock-Reihe des Autors Andrew Lane gewidmet – und siehe da:

EINE GUTE LESEERFAHRUNG UND DIE SICH  IM KOPF ENTWICKELNDEN BILDER FÜR EINE EVENTUELLE VERFILMUNG LIEFEN STURM UND DAS LESERHERZ HÜPFTE VOR FREUDE AUF UND AB

Bildquelle: http://www.fischerverlage.de/media/fs/15/eb_u1_978-3-10-401354-1.jpg

Andrew Lane führt seine Leser in diesem zweiten Band der Young-Sherlock-Abenteuer erneut in eine Welt aus Intrigen, Verstrickungen, Entdeckungen und tödlichen Gefahren.

Die Geschichte beginnt erneut mit einem „Einführungskapitel“: Männer in einem fremden Dschungel mit für sie merkwürdigen Tieren suchen für ihren Auftraggeber nach einem Viech mit wurmartigem Körper – und werden fündig. Einer der Männer ist definitiv nur mit von der Partie, damit das Viech etwas zum Ernähren hat…

Sprung zu Sherlock, der noch immer im Haus seiner Tante und seines Onkels wohnt.

Mittlerweile ist er nicht mehr ganz so allein, hat er doch in Matty und der Tochter seines Lehrers Amyus Crowe, Virginia, gute Freunde gefunden. Und auch die Lektionen seines Lehrers (u.a. Zufallsbewegungsprinzip bei Ameisen) fesseln seinen Verstand und lassen ihn immer wieder neue Entdeckungen machen.

Außerdem macht er sich so nicht mehr soo viele Gedanken über die merkwürdige Haushälterin Mrs. Eglantine, die mehr zu verbergen hat, als er bisher immer glaubte. Jedenfalls scheint sie über mehr Macht im Haus seiner Verwandten zu verfügen, als ihm lieb ist.
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Die Dinge verkomplizieren sich, als Sherlocks Bruder Mycroft unvermittelt auf dem Gut auftaucht und Dinge mit Mr. Crowe zu besprechen hat.

Es geht um die Verschwörung, die zu A. Lincolns Tod führte – und der für tot gehaltene Mörder, John Wilkes Booth, soll noch am Leben sein und unter anderem Namen erneut auf dem Weg nach Amerika sein.

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Danach überschlagen sich die Ereignisse: Mycroft und Crowe sprechen über Verfolgung und Festnahme und Sherlock versucht natürlich, auf seine Art zu helfen – und gelangt dadurch nur noch tiefer in die Angelegenheit.

Nachdem er nur knapp dem Tod entkommen ist, wird sein Freund Matty gekidnappt und die gefährliche Bande sucht den schnellstmöglichen Weg nach Amerika.

Sherlock, Crowe und Virginia reisen natürlich hinterher, sind doch Sherlock und Matty die einzigen, die die komplette Bande gesehen haben und identifizieren können.

Aber auch auf dem Schiff sind sie nicht vor Anschlägen sicher.

„‚Also hat der kleine Köter doch etwas Mumm, was?‘ Grivens‘ Gesicht war zu einer grimmigen Fratze erstarrt. ‚Dann muss ich für mein Geld halt ein bisschen härter arbeiten.‘

Er stürtze auf Sherlock zu und holte mit dem Schraubenschlüssel aus, um ihn an der Schläfe zu treffen. Doch Sherlock duckte sich, und der Schraubenschlüssel knallte mit voller Wucht gegen ein Eisenrohr. Funken stoben durch die Luft und brannten Sherlock im Gesicht.

Mit wütendem Knurren holte Grivens ein zweites Mal mit dem Schraubenschlüssel aus, schwang ihn über seinem Kopf und zielte dann damit nach Sherlocks Schädel.“ (S. 225)

Nachdem sich Sherlock des angreifenden Stewards erwehrt hat – leider mit Todesfall – kehrt für die restliche Zeit der Überfahrt etwas Ruhe ein und er hat Zeit, sich mit Platon und dem Violinespiel zu beschäftigen.
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In Amerika angekommen, geht die Suche nach Matty weiter und Sherlock wird bald fündig. Er und Virginia verfolgen die Kidnapper, und geraten bald selbst erneut in Gefahr, als sie nämlich mit ihnen im fahrenden Zug festsitzen und auf dem Weg zu dem Drahtzieher der ganzen Angelegenheit sind.

Dieser Mann, Duke Balthasar, hat gesundheitliche Probleme und vertraut auf die Hilfe von Blutegeln – womit wieder der Bezug zum Anfangskapitel hergestellt wäre.

Und auch Balthasar ist nicht ohne und scheut auch keine Skrupel, sondern will mögliche Augenzeugen schnellstmöglich eliminieren.

„Ihr habt nicht die Wahl, ob ihr nun sterbt oder am Leben bleibt; diese Entscheidung habe ich euch bereits abgenommen. Allerdings habt ihr durchaus die Wahl, WIE ihr sterben werdet: schnell oder langsam, qualvoll oder in Frieden.“

„Na schön“ sagte Sherlock, dem das Herz bis zum Hals klopfte. „Rufen Sie den Puma weg, und ich werde Ihre Frage beantworten.“

„Nein“, widersprach Balthassar. „Beantworte die Frage, und ich werde den Puma wegrufen.“

Die Spannung in der Luft war buchstäblich mit Händen zu greifen. Sherlock war sich durchaus dessen bewusst, dass Balthassar und er gerade gegenseitig ihre Willensstärke auf die Probe stellten. Das Problem war nur, dass Balthassar sämtliche Trümpfe in den Händen hielt.“ (S. 327)

Wie genau diese zweite Story um die Abenteuer des jugendlichen Sherlock Holmes ausgeht, sei hier nicht verraten – allerdings bin ich schon gespannt auf den dritten Teil der Sherlock-Reihe.

Diesen Band gibt es übrigens seit 17. August im Buchhandel; erschienen im Fischer Verlag.

FAZIT:

Wer bereits die erste Geschichte rund um den 14-jährigen Sherlock mochte, wird diese Story auch lieben. Sie ist aufregend geschrieben, hat Witz und interessante Details zu bieten und auch Wissenswertes.

Oder hättet ihr jetzt so auf Anhieb gewusst, was Kolophonium ist?

Erste Leseeindrücke: „Young Sherlock Holmes I – Der Tod liegt in der Luft“

Da das Wetter momentan gerade dazu verleitet, sich innerhalb von Gebäuden zu beschäftigen, habe ich nun hier meine ersten Leseeindrücke des Buches „Young Sherlock Holmes I – Der Tod liegt in der Luft“ von Andrew Lane.

Zunächst einmal möchte ich betonen, dass schon allein das Cover dieses Buches einiges Interesse geweckt hat, nicht zuletzt auf Grund der Silouette Londons. Auch die doch sehr an japanische Animefiguren erinnernde männliche schwertschwingende Figur vor dem Londoner Parlamentsgebäude fing meine Aufmerksamkeit ein.

Da die neueren Sherlock Holmes- Verfilmungen der BBC mit Benedict Cumberbatch in der Hauptrolle sich größter Beliebtheit erfreuen, wundert es nicht, dass auch Romane um die Kindheit/ Jugend des von Sir Arthur Conan Doyle geschaffenen Charakters den Weg in die Buchläden finden.

Das Buch beginnt mit einem mysteriösen Vorfall, der von einem kleinen Jungen namens Matty beobachtet wird. Zu diesem Zeitpunkt weist noch nichts auf den Hauptcharakter des Buches hin, aber man wird auf sympathische Weise in das Geschehen hineingeführt.

Dann: Auftritt Sherlock Holmes im Jugendalter…

Er befindet sich am Ende eines Schuljahres und ist voller Vorfreude auf die bevorstehenden Ferien, die er bei seiner Familie verbringen sollte… doch natürlich kommt alles anders…

Sherlocks Bruder Mycroft eröffnet ihm, dass seine Ferienpläne anders verlaufen und er im unweit gelegenen Farnham bei Verwandten seine Sommerzeit verbringen soll – worüber der junge Sherlock natürlich nicht sehr begeistert ist.

Auch die erste Zeit in Holmes Manor verläuft nicht so harmonisch wie gedacht – und die Haushälterin ist kein besonders großer Menschenfreund und dementsprechend unhöflich und von einem gruselig anmutenden Hauch umgeben…

Zu seiner Freude schließt Sherlock Bekanntschaft mit Matty, der ihm auch von den mysteriösen Ereignissen erzählt, die der Leser bereits aus den ersten Seiten kennt…

Sherlocks Neugier ist geweckt und er freut sich auf doch noch interessant zu verlaufende Ferien – doch Mycroft macht ihm einen Strich durch die Rechnung und hat einen Privatlehrer engagiert, um den Geist Sherlocks zu fördern…

Also auf in die nächste Runde der Ferien…

FAZIT:

Das Buch lässt sich bis jetzt sehr gut lesen und da gegen Ende des Jahres auch der zweite Band erscheint, ist für neue Fälle gesorgt und meiner Meinung nach ist dieser Sherlock Holmes durchaus auch für Erwachsene geeignet, die sich einen Einblick in das vermeintliche Wesen des großen Sherlock Holmes in seinen Kinder- und Jugendtagen verschaffen wollen…

Die Figuren sind, soweit ich das momentan beurteilen kann, sympathisch gezeichnet und lassen den Leser tief in die Geschichte eintauchen und mitunter die Zeit vergessen…

Frage an meine Leser:

*Seid ihr Sherlock Holmes Begeisterte?

*Kennt ihr die BBC-Verfilmungen von Sherlock mit Benedict Cumberbatch? Was haltet ihr von ihnen?

P.S. Nur so als Reiseempfehlung nebenbei: Bei einem Londonbesuch sehr zu empfehlen: das kleine und gut besuchte Sherlock Holmes Museum in der britischen Hauptstadt 🙂