Wenn einer eine Reise tut… oder: „Das grosse Los“

 Was würdest du antworten, wenn dich – sagen wir mal Günther Jauch – fragt, was du mit deinem Spielgewinn machen willst? – Klar – sicherlich das, was auch Meike Winnemuth antwortete: „Reisen.“ 

Und so kam es: Sie plante kurz, packte ihren Koffer ziemlich schnell und auf gings auf die Reise um die Welt.

Genauer gesagt: 12 Städte in 12 Monaten.

Reisen, Leben, Erleben.

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 „Ich habe gerade 500.000 € bei Wer wird Millionär? gewonnen. Glaube ich jedenfalls. […] Wenn einem so etwas passiert, ist es erstmal gar nicht das große Glücksgefühl, wie man immer denkt, sondern eine einzige Überforderung. Das Hirn ist Matsch, der Magen ein Knoten, ich schwanke zwischen angestrengter Coolness, hysterischem Kichern und stummem Kopfschütteln.“ (S. 5)

Ihre Berichte über die Reise sind als Briefe verfasst – Briefe an Menschen, die ihr etwas bedeuten (beste Freunde, Eltern) sowie sogar ein Brief rückblickend an ihr jüngeres Ich.

Gespickt sind die Briefe mit Erfahrungen aus den unterschiedlichen Reisezielen. Erfahrungen mit Menschen, mit der Umgebung und den jeweiligen Situationen, an die sie sich anpassen musste (Kulturschocks inklusive). 

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Meike Winnemuth reiste 12 Monate quer über den Globus und besuchte Städte, die sie schon immer einmal besuchen wollte. Den Anfang dabei macht Sydney.

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„…eigentlich könnte ich den Koffer gleich wieder packen und nach Hause kommen, denn besser kann es gar nicht werden. […] Wie leicht die Stadt es einem macht, sich in sie zu verlieben!“ (S. 10)

Im Buch enthalten sind auch viele Fotos, die sie auf ihren Reisen gemacht hat – zusammen mit einigen Worten daneben. Aber auch schwarz-weiss-Fotos zieren die Seiten.

Auf diese Weise wird das Lesen dieses Buches zu einer mentalen Reise – in Begleitung Meike Winnemuths zu interessanten Städten der Welt.

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Bereichert werden die einzelnen Kapitel durch jeweils eine Liste von 10 Dingen, die die Autorin in der jeweiligen Stadt gelernt hat – über die Stadt, das Leben und über sich selbst.

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Auch am Ende des Buches findet sich so eine Liste: „10 Dinge, die ich zukünftigen Weltreisenden empfehlen möchte“ – denn auch Meike Winnemuth hat positive und negative Erfahrungen gemacht und bietet auf diese Weise eine kleine Hilfe an.

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Als Leser dieses Buches möchte ich festhalten, dass die Reisemonate Januar bis Juli (Sydney, Buenos Aires, Mumbai, Shanghai, Honolulu, San Fransisco und London) einen stärkeren Eindruck bei mir hinterlassen haben, als der Rest der Reise. Was aber sicherlich nicht an den besuchten Städten und dem Schreibstil der Autorin liegt. 

Den Grund für diesen Eindruck habe ich noch nicht herausgefunden, vielleicht lag es aber auch am Lesetempo. Habe ich die ersten sieben Reisemonate doch regelrecht verschlungen, ging es bei den restlichen Destinationen doch etwas träger voran – vielleicht so eine Art mentale Reisemüdigkeit?

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Auf jeden Fall ist dieses Buch jedem weiterzuempfehlen, der selbst gern auf Reisen geht und auch persönliche Erfahrungen schätzt, nicht nur die Informationen, die man in gängigen Reiseführern stehen.

Interessant zu lesen sind auch die letzten Kapitel, in denen Frau Winnemuth die Zeit nach ihrer Rückkehr beschreibt: den ersten Tag wieder zurück in Hamburg, die erste Woche durchlebt, den ersten Monat überstanden und das erste Jahr zurück im Alltag.

„Eine der Erkenntnisse der Reise war für mich, dass ich ganz widersprüchliche Bedürfnisse habe: Sehnsucht nach Zugehörigkeit, Sehnsucht nach Freiheit. Zwischen diesen Polen werde ich immer pendeln. Lasse ich mich ganz auf das eine ein, werde ich mich nach dem anderen verzehren. Ich muss für beides sorgen – mit einem entschiedenen Sowohl/als auch, wie mir das so viele im letzten Jahr vorgelebt haben.“ (S. 321)

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Noch eine kurze Info zum Schluss: spendabel teilte die Redakteurin ihren Gewinn übrigens mit ihren Jokern, die ihr Glück gebracht haben.

Hier ist ein Artikel von ihr für GEO zu lesen.

UND, Meike Winnemuth hat ihre Erfahrungen auch gebloggt – und zwar hier. Dieser Blog ist unbedingt sehenswert und sehr interessant – auch mit vielen Fotos geschmückt und eine Freude für Lese- und Reisehungrige.

Derzeit… im Lese- und Musikland…

Hallo zusammen,

nicht, dass ihr glaubt, ich mache Pause oder bin dem Lese- und Musikland untreu geworden: dem ist nicht der Fall.

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Momentan befinde ich mich auf mehrfachen Reisen:

* zum einen in die Untiefen der „Schauerliteratur“ in Form von Shirley Jacksons Roman „Wir haben schon immer im Schloß gelebt

Bildquelle: http://ecx.images-amazon.com/images/I/51WQlstw0zL._.jpg

* zum nächsten schwelge ich in den neuesten musikalischen Ergüssen von Rod Stewart, dessen neues Album „Time“ sich seit kurzem in meinem Besitz befindet

Bildquelle: http://ecx.images-amazon.com/images/I/519syhYe-AL._AA160_.jpg

* und als Krönung sozusagen habe ich mich auf literarische Weltreise begeben, und zwar mit „Das grosse Los“ von Meike Winnemuth

 

Bildquelle: http://www.weltbild.de/media/ab/1/058786513-das-grosse-los.jpg

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Also ist für kommende Einträge gesorgt und seit gespannt – auch Filmrezensionen und -eindrücke werden nicht auf sich warten lassen 🙂