~ Stephanie Kempin: „Alice – Follow the White“ ~

~ Note to my english-speaking readers:

This article will be entirely in german language. Thanks for your understanding. If you are interested in the article – please contact me. Thank you. ~

Dies ist eines der zwei Bücher, die ich mir – natürlich signiert – von der Leipziger Buchmesse mitgebracht habe. Das Cover fand ich auf Anhieb interessant und sowohl das Buch als auch die dazugehörige Lesung standen von Anfang an auf meiner #LBM17 to-do-Liste 🙂

„Was ist denn los?“

„Ich glaube… da war ein Kaninchen.“

„Kaninchen? Hör mal, Kaninchen sind nicht gut für dich, das weißt du. Vergiss das ganz schnell wieder.“

(Gespräch Chloe+Alice, S. 29)

Wir werden gleich mitten in das Geschehen hineingeworfen, das – zugegebenermaßen – für manche etwas eigentümlich wirkt, aber doch ein sehr guter Anfang ist.

Als erstes lernen wir Betty kennen – durch ihre Tagebucheinträge, die durchweg kursiv dargestellt sind und sich somit gut vom restlichen Text unterscheiden.

Betty hat das Gehirn ihrer Mitschülerin gegessen und das auch noch am Tag ihrer eigenen Beerdigung. Was da wohl passiert ist?

Betty – die die zusammenfassenden Details der ganzen Geschichte in ihren Tagebüchern verarbeitet ist sozusagen der innere Ich-Kompass, der die Story führt.

Ihre Freundinnen Alice und Chloe – sowie einen sprechenden Hasen namens Ethan – lernen wir allerdings bald darauf kennen. Wir erfahren auch bald, dass die drei Freundinnen ganz spezielle Eigenschaften haben. Sie sind Mutare.

Alice ist spiegelsichtig:

„Schließlich sah sie Dinge in diesen Spiegeln, die konnten nicht echt sein, die gab es einfach nicht. Zumindest nicht in der Welt, in der sie lebte. Einmal hatte sie nichts als ein riesiges Grinsen voller spitzer Zähne darin gesehen, das vor ein paar Blättern in der Luft hing.“

(S. 50)

Chloe hat ihre eigenen Fähigkeiten:

„Sie ist tot“, stellte sie sachlich fest.

„Was?“ Der junge Mann schaute sie schockiert an.

„Keine Angst, das wird schon wieder.“

(S. 113)

Und Betty, nun ja, Betty ist eine Untote.

Die Geschichte selbst ist schwer in kurze Sätze zusammenzufassen, aber im Grunde geht es um Folgendes:

Betty wird am Tag ihrer Beerdigung erschossen, isst dann das Gehirn der Schützin – dann folgen alle drei einem weißen Kaninchen… und dann geht alles erst richtig los…

„Meine Güte, das ist eindeutig das gefährlichste Häschen, das ich je gesehen habe.“

(S. 92)

Ich kann euch dieses Buch nur sehr empfehlen und werde euch jetzt mit ein paar Zitaten zurücklassen, die hoffentlich euren Lese- und Entdeckungseifer wecken, sich ein wenig näher mit dem Buch des papierverzierer-Verlags zu beschäftigen.

Die Autorin, Stephanie Kempin, findet ihr übrigens auch bei Facebook – und sie freut sich sicherlich über Kommentare zu ihrem Buch 😉

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Und jetzt zu noch einige Zitate:

„Der Spionage-Hase ist ja auch wirklich nicht so schlimm, und was der alles in seinem Beutel mit sich herumschleppt – so viel Technik hätte ich so einem Häschen überhaupt nicht zugetraut.“

(S. 98)

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Und dann ein einzelner, leiser Satz in der Stille des Flurs:

„Wärt ihr so nett, einfach still zu sein, während ich euch aus diesen Zellen hole? Sonst denke ich darüber nach, jemanden hier zu vergessen.“

(S. 147, Bettys Tagebuch)

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„Schluss, wir haben keine Zeit!“, entschied Betty, marschierte mit festen Schritten auf das Kaninchen zu und packte den Spion ihrer Majestät kurzerhand am Kragen. „Wehe du leistest Widerstand, dann könnten mit die Eiszapfen ausrutschen.“

(S. 156)


Auch das Ende von Stephanie Kempin’s Geschichte stimmt versöhnlich und bietet Ausblick auf eine Fortsetzung:

„Um es mit den Worten von Alice zu sagen:

So beginnt die Geschichte des Widerstands der Mutare: Mit einem treffsicheren Kaninchen, einem adligen Dieb und drei Freundinnen, die das Versprechen eingelöst haben, aus den alten Mauern zu fliehen.“

(S. 324)

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Also – Freunde von Alice & Co. – suchen wir nach dem nächsten Kaninchenbau 🙂

~ Mechthild Gläser: „Die Buchspringer“ ~

Was wäre, wenn du in deine Bücher hineinspringen könntest – zu den Figuren, die dir während des gewöhnlichen Lesens bereits ans Herz gewachsen sind?

In welche Geschichte würdest du springen?

What if you could go into your books – to the characters you began to like while reading the stories in the normal way?

Which story would you dive into?

Die Buchspringer Cover
Bildquelle: http://www.loewe-verlag.de/_cover_media/titel/290b/7327.jpg

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„Es waren einmal Alexis und ich, die Dinge in Koffer warfen. Pullover, Hosen, Socken. Ich riss die Sachen aus meinem Schrank und schleuderte sie in den aufgeklappten Trolley hinter mir. Alexis tat im Nebenzimmer das Gleiche. Wir achteten beide kaum darauf, wonach wir griffen, ob wir unsere Lieblingsklamotten erwischten oder nicht. Das Wichtigste war nämlich, dass wir uns beeilten.“

(S. 12)

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Für Amy und Alexis sind solche Gedanken erst einmal nebensächlich, als sie nach Stormsay flüchten. Die kleine Insel hat so ihre Eigenarten und so erfährt Amy im Laufe der Geschichte, dass sie eine Buchspringerin ist. Ihre Mutter war auch eine – hat aber die Insel verlassen, als sie mit Amy schwanger wurde. Nun sind beide wieder dort.

Amy lernt ihre Großmutter kennen und erfährt ein wenig über die kleine Insel. Sie lernt auch Betsy und Will kennen und besucht mit ihnen zusammen die Schule für Buchspringer. Noch ahnt sie nicht, in welches Abenteuer sie hineingeraten ist.

Dann wird Sherlock Holmes ermordet!

Amy and Alexis don’t think about things like that when they began their travel to Stormsay. The small island is a special one and Amy slowly gets to know that she is a bookjumper. Her mom was also one of them – until she decided to leave the island when she became pregnant. Now both of them are back.

Amy gets to know her grandma and also a little bit about the small island. She befriends Betsy and Will and takes lectures in bookjumping with them. But she doesn’t have a clue on what adventure she’s getting into.

Then the famous Sherlock Holmes is murdered!

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„“Schlimme Dinge gehen vor sich. Schreckliche Dinge. Jemand ist auf der Jagd. Jemand stielt sie. Jemand, der böse ist.“ […] „Heißt das, es wurden noch mehr Ideen gestohlen?“ […] „Dornröschen ist mitten in ihrem hundertjährigen Schlaf aufgewacht und weigert sich, auf den Prinzen zu warten“, wisperten sie. „Dorian Gray hat sein Bildnis verloren. Der Erlkönig ist untergetaucht. Es wird jeden Tag schlimmer. Immer mehr Ideen verschwinden. Und es sind nicht bloß irgendwelche Ideen. […] Es sind die ersten Ideen des Autors, die Ideen, ohne die eine Geschichte in sich zusammenbricht. Jemand schleicht durch die Buchwelt und klaut sie.“

(S. 136/ 137)

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Amy und Will machen sich auf und versuchen herauszufinden, wer hinter dem Chaos steckt. Dabei erfährt Amy im Laufe der Zeit, dass sie nicht zu 100 % menschlich ist. Und das sie doch einen Vater hat.

Beide machen immer wieder Abstecher in die Welt der Geschichten, und gehen Hinweisen nach, um den Dieb zu fassen. Dieser scheint aber immer einen Schritt schneller zu sein. Und Amy und Will läuft die Zeit davon. Denn sie haben eine Theorie entwickelt…

Amy and Will are trying to find out who is responsible for this chaos and Amy gets to know that she is not entirely 100% human. And she has a father who is living on Stormsay.

Both of them – Will and Amy – are doing jumps into the stories and try to find the thief who always seems to be one step ahead. Time is ticking…. but Amy and Will have a theory…

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Welche Theorie verfolgen Amy und Will? What theory are Amy and Will following?

Wer ist Amys Vater? Who is the father of Amy?

Finden Will und Amy den Dieb der Ideen? Are Will and Amy finding the thief?

Welche Rolle spielt ein kleines verdrecktes Mädchen bei der Sache? What is the role of the small and dirty young girl?

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Lest „Die Buchspringer“ von Mechthild Gläser und erfahrt mehr über Amy und Will und die anderen Bewohner von Stormsay. Taucht ein in die Geschichten und begegnet dem Tige aus dem Dschungelbuch, dem traurigen Werther, den Hexen aus MacBeth und noch vielen anderen mehr.

Read this book by Mechthild Gläser and get to know more about Will and Amy and the others living on Stormsay. Dive into the stories and get to know the tiger of the jungle book, the sad Werther, the witches of MacBeth and many more.

Die Autorin: Mechthild Gläser
Die Autorin: Mechthild Gläser

Ich kann „Die Buchspringer“ nur empfehlen. Es lässt sich leicht lesen und der Schreibstil der Autorin passt gut zur Geschichte. Das Ende ist mehr oder weniger offen, also könnte eine Fortsetzung möglich sein.

I can highly recommend this book. It’s nicely written and the end is more or less open – so keep your eyes open for a following book.

Weitere Rezensionen zum Buch findet ihr:

* kleiner Artikel von Tintenhain

* Rezension von Katze mit Buch

* ein wunderbarer Artikel von Astrolibrium und ein Interview mit der Autorin

* Artikel auf Nightingale’s Blog