~ „Ein vollkommener Tag“ – ein Film fürs Herz mit viel Seele ~

MANCHMAL halten sich Literaturverfilmungen an die schriftliche Vorlage – und manchmal überwiegt die künstlerische Freiheit der Filmschaffenden gegenüber der Kreation des Schriftstellers, der die eigentliche Umgebung der Geschichte geschaffen hat.

Titelbild Ein vollkommener Tag„Ein vollkommener Tag“ ist ein gutes Beispiel für die Treue gegenüber der literarischen Vorlage.

Wir lernen Rob Harlan (wundervoll: Rob Lowe) kennen. Dieser hat zunächst keinen so guten Tag erwischt – er wird entlassen anstatt befördert…

Das Positive an der Sache: jetzt hat er Zeit genug, ein Buch zu schreiben und sich voll und ganz dieser Sache zu widmen.

Also geht Ehefrau Allyson (Paget Brewster, bekannt aus Criminal Minds) wieder arbeiten und auch Töchterchen Carson findet das neue Betätigungsfeld von Daddy gut.

P1040540Als das Buch fertig ist, rührt die Geschichte Allyson zu Tränen. Es ist ihre eigene Geschichte mit ihrem Vater, den sie vor einiger Zeit verloren hat.

Die nächsten Schritte in der Quasi-Karriere des Autors folgen: es werden Kopien an Agenten verschickt und nebenher geht Rob wieder auf Jobsuche.

Und jeden Tag folgt der zermürbende Weg zum Briefkasten, der zunächst nur mit Absagen gepflastert ist… Rob geht in seiner Verzweiflung sogar soweit, dass er schwere körperliche Arbeit verrichtet um sich abzulenken – obwohl das Ausheben einer Jauchegrube bestimmt nicht zu seinen Lieblingsbeschäftigungen gehört.

Dann: ein Anruf.

Eine Agentin namens Camille möchte ihn vertreten. Rob ist aus dem Häuschen und willigt sofort ein. Dann schlägt das Chaos eines Autorenlebens unvermittelt zu und bringt sein gesamtes Leben durcheinander:

Zunächst laufen die Signierstunden schleppend an, doch mit der Zeit bessert sich die Lage:

„Mr. Harlan, die Leute warten auf der anderen Seite des Ladens.“

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Es kommt, was kommen musste: Rob ist immer beschäftigter mit Meetings und Lesereisen und damit, den Anforderungen seiner neuen PR-Managerin Heather zu genügen, dass er seine Familie vernachlässigt und zeitweise sogar ganz vergisst.

Bis auf einmal ein Mann vor ihm steht und ihm vorhersagt, er würde binnen weniger Wochen sterben.
Diese Neuigkeit erschüttert Harlan zutiefst und hier stellt sich auch die Frage des Films:

Wird Rob Harlan, der gefeierte Autor, sein altes Leben wieder aufnehmen – findet er zurück zu Familie und Freunden?

Und: Wer ist dieser „Michael“ der immer alles über ihn und seine Gedanken zu wissen scheint?

***

„Ein vollkommener Tag“ ist ein gut besetzter Film mit wunderbar ehrlich agierenden Schauspielern, die die Seele der Buchvorlage von Richard Paul Evans eingefangen und auf die Leinwand gebracht haben.

Richard Paul Evans - Ein vollkommener TagRichard Paul Evans Buchrückseite

Am Ende des Films steht die Erkenntnis, dass Ruhm und Geld nicht alles ist und dass es wertvollere Dinge gibt, die man erstreben sollte.

„Am Ende ist die Vergessenheit unser aller Bestimmungsort.“ (Richard Paul Evans, „Ein vollkommener Tag“, S. 346)

Richard Paul Evans: „Ein vollkommener Tag“

So, da ich heute in Schreiblaune bin, hier gleich noch eine Buchbesprechung:

 

Der 1962 geborene Autor Richard Paul Evans kam wohl eher durch Zufall zum Autorensein.

Grund für seinen späteren Erfolg war eine Weihnachtsgeschichte, die er für seine Tochter geschrieben hatte. Da er keinen Verlag und keinen Literaturagenten fand, entschied er sich dazu, die Geschichte im Selbstverlag zu veröffentlichen: Titel „The Christmas Box“.

Was danach folgte, ist Geschichte: nationaler Selbstverlag, Platz 2 der NY Times Bestsellerliste, Aufmerksamkeit der großen Buchverlage, Bieterwettstreit, Rechte des Buches gingen letztendlich an Simon & Schuster.

Ach ja, verfilmt wurde es auch noch! und 1996 erschien es in Deutschland.

Seit seiner Entdeckung hat RPE neben einigen Kinderbüchern noch viele weitere Romane geschrieben, u.a.:

* Für alle Zeit (original: Timepiece)

* Der vergessene Brief (or. The Letter)

* Der unendliche Traum (or. The Locket)

* Tränen der Vergangenheit (or. The Looking Glass)

* Das vergessene Herz (or. The Carousel)

Der Vater von fünf Kindern hat ein ganz besonderes Talent, Geschichten zu erzählen und zu fesseln, dass es nun auf geradem Weg zum Buch geht:

Es ist eine ähnliche Geschichte wie seine eigene. Es geht um Träume, Wünsche, Entbehrungen, das Verlaufen und die Liebe…und um Familie…

Robert ist Werbeverkäufer bei einem Radiosender. Er mag seinen Job, wäre aber gern Schriftsteller geworden.

Vor vielen Jahren hat er seine Frau Allyson kennengelernt und liebt sie auch heute noch abgöttisch. Sie haben eine kleine Tochter namens Carson – in Erinnerung an Allysons Vater, den sie vor Jahren an den Krebs verloren hatte.

Sie leben nicht im Luxus, dennoch sind sie glücklich als Familie.

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Dann wird Rob entlassen, obwohl er auf eine Beförderung gehofft hatte. Entlassen zu Gunsten einer jungen Blondine, die dem Chef den Kopf verdreht hat…

Rob lässt sich jedoch nicht unterkriegen und arbeitet bei seinem Bruder in dessen Firma mit.

Glücklich ist er jedoch nicht. Ja, er hat einen Job, verdient Geld für seine Familie – aber Glück ist für ihn etwas anderes…

Als Allyson den deprimierten Zustand ihres Mannes nicht mehr mit ansehen kann, gibt sie ihm den Anstoß, sich weiter um seinen Traum zu kümmern…

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Robert kündigt seinen Job, Allyson sucht sich eine Arbeit und Rob beginnt, an seinem Buch zu arbeiten.

Es geht langsam voran, das Buch wird fertig und Allyson ist begeistert, handelt es doch in rührend erzählter Weise von ihr und ihrem Vater und ihrer besonderen liebevollen Beziehung zueinander.

Das ist aber nur der Anfang der Suche nach Literaturagenten und Verlagen – eine Straße, die steinig ist und auf lange Sicht gepflastert mit Absagen über Absagen…

DANN ein Anruf. Die Literaturagentin Camille ist begeistert von dem Buch und möchte sich mit Rob treffen…

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Die Zeichen stehen gut für den jungen Autor – das Buch wird veröffentlicht und schon bald geht er auf Lesereise.

Anfänglich sind die Buchhandlungen noch leer, doch der Erfolg des Buches kommt schleichend und scheint Robert mit der Zeit zu überrennen…

Es folgen TV-Auftritte, Radiointerviews und er wird von den Verlagsmitarbeitern als ihr neuer Star von vorn bis hinten umschwärmt und mit Auftritten versorgt…

Darüber hinaus vergisst Rob das, was ihm am wichtigsten war – seine Familie.

Er verpasst Termine und enttäuscht Allyson und Carson.

Das Schlimmste ist: er fühlt sich schon bald in Hotelzimmern mehr zu Hause als in seinem eigenen Heim.

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Doch auch die Hochmütigen werden tief fallen:

Eines Tages taucht ein Mann namens Michael auf, der mehr über Rob zu wissen scheint, als seine Familie – und er prophezeit ihm, dass er nur noch 40 Tage zu leben hat – bis Jahresende…

Wie wird Rob sich verhalten? Wird er sein Leben verändern – zum Guten? Wird er das Weihnachtsfest zu Hause verbringen – mit seiner Familie? Was hat der Mann Michael mit seinem Leben zu tun – ein Mann, der mehr über Rob weiss, als diesem lieb ist?

FAZIT:

Da ich schon andere Bücher von Richard Paul Evans gelesen habe, kann ich nur bestätigen, dass er richtig gute Geschichten erzählen kann. Geschichten, die man als Leser verschlingt – so wie ich dieses Buch in 2 Tagen.

Und ich werde auch noch weitere Bücher von ihm lesen. Auch mal englische Originale, obwohl man natürlich auch dem Übersetzer große Komplimente machen muss.

Lest dieses Buch – und andere von RPE – ihr werdet es nicht bereuen.