~ Marion Schreiner: „Es blieb nur dieser Blick“ ~

„Doch sollte ich eines Tages wieder in die Freiheit gelangen und mich stark fühlen, dann werde ich ihn suchen gehen,…wo auch immer er sein mag!“

(S. 358)

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Dies sind mit die letzten Worte in diesem Buch – die Worte von Rachel Finley, die in Ihrem Leben viel erlebt hat, aber trotzdem noch Hoffnung hat.

These are some of the last words of the book – the words of Rachel Finley who has been through a lot in life but still has hope.

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~ Das neueste Werk von Marion Schreiner ~

Und gerade diese letzten Worte machen Lust auf eine Fortsetzung dieses Romans von Marion Schreiner, dessen Entstehung sie vielleicht gerade jetzt nachgeht. Schließlich ist die Autorin zur Zeit wieder auf britischem Boden unterwegs, um Ruhe und Inspiration zu finden – und uns vielleicht mit einer weiteren Geschichte über Rachel und Kale Hatfield zu erfreuen.

And exactly these last words are calling for a sequel of the story which maybe Marion Schreiner is working at at the moment. The author is right now in England to find inspiration and a quiet place to write – maybe the sequel to the story of Rachel and Kale Hatfield.

Auch, wenn die Geschichte von Kale Hatfield eigentlich keinen schönen Hintergrund hat, zieht sie uns, den Leser, in einen Bannkreis, den man bis zum Ende des Buches nicht wieder verlässt.

Also – the story of Kale Hatfield is not one with a friendly background – but it draws us readers to it until you reach the last site – and never lets you go.

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Kale und Rachel sind zwei Protagonisten, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten. Sie ist ein typischer Einzelgänger, etwas menschenscheu und eigentlich zu kopfgesteuert im Gegensatz zu den meisten Menschen. Sie plant gern und hat kleinere Probleme mit spontanen Situationen und ihrer Reaktion darauf.

Kale and Rachel are two protagonists which can’t be more different. She is more of a lonesome girl, a little bit shy and for the most people she relates to much to her brain. She likes to plan things and has some smaller problems with spontaneous situations and her reaction to them.

Wir erleben auf den ersten Seiten einen Einblick in die erste Begegnung der beiden in ihrer Schulzeit, die jedoch nur von kurzer Dauer war.

We get to see them at their first meeting during their schooldays, but this was only on a shorter period.

Die nächste richtige Begegnung haben beide, als sich Rachel mit ihm wegen seiner Unpünktlichkeit bei der Arbeit unterhalten möchte. Zwar kann sie ihm kurzfristig helfen, wird dann aber wieder enttäuscht – zumindest denkt sie das. Zu diesem Zeitpunkt weiss sie noch nichts über seine Vergangenheit und ist ein wenig irritiert. Sie kündigt ebenfalls ihren Job und zieht in eine andere Stadt, findet Anstellung in einem Buchladen und lebt ihr eigenes Leben.

The next real encounter both of them have when Rachel tries to talk to him about him being late for work. She manages to help him – but only for a short time. Then she got disappointed – or at least she thinks so. At this point she doesn’t know anything about the history of Kale and feels a little bit irritated. She also quits the job, moves to another city and gets to work at a bookstore. She is living her own little life.

Kale hingegen würde nichts lieber tun, als sein eigenes ruhiges Leben zu führen – doch auf Grund seiner Vergangenheit ist ihm das nicht vergönnt.

Kale would also give the world for the chance of living his own life – because of his history the young man is not able to do so.

Er war brutalen Misshandlungen ausgesetzt, hat auf Grund dessen mehrere Persönlichkeiten entwickelt, die in bestimmten Situationen hervortreten und sein Verhalten dominieren. Dabei wird sein eigenes Ich sozusagen für diese Zeit ausgeschaltet.

He was abused in a really bad way and developed other personalities who come to life in different situations and then dominate Kale’s behaviour. His own self is put to rest for this period of time.

„Tut es noch weh?“, fragte Lydia, die weinte.

Er blieb stehen und sah auf sein verletztes Bein. Was war passiert?

„Es wird alles wieder gut“, sagte Lydia. Kale keuchte. Wie gerne hätte er jetzt sein Leben beendet, doch Lydia bewahrte ihn davor. Sie war die Einzige, die ihm Zuversicht schenkte. Er nutzte seine letzte Kraft und schleppte sich in den nächsten Ort.“

(s. 71/72)

Nicht alle seine Persönlichkeiten sind so fürsorglich und nett wie Lydia und in „Es blieb nur dieser Blick“ lernen wir auch alle kennen.

Not all of his personalities are as friendly as Lydia and we get to know all of them during the course of the book.

In between the scenes we get to see glimpses of the past and get to know what happened to Kale in his childhood and how the „others“ came to life.

Zwischendurch wandern wir immer wieder in die Vergangenheit und erleben mit, was Kale in seiner Kindheit passiert ist und wann die „anderen“ entstanden sind.

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Der erste, der auf die verschiedenen Persönlichkeiten aufmerksam wird ist ein Mann der Kirche – Reverend Diekon. Aber auch er kann Kale nur bedingt helfen und letztendlich landet der junge zerrissene Mann in der Obhut einer Klinik.

The first one to be aware of these personalities is Reverend Diekon who finds Kale and is taking care of him for some time. But he can also help so much and then the young man is admitted to a local clinic.

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~ Ein kleiner Einblick in die Aufteilung des Buches ~

Doch Rachel schafft es, mit Hilfe des behandelnden Arztes, zu ihm durchzudringen und hat es sich zum Ziel gemacht, ein Leben mit Kale aufzubauen.

But Rachel is keen – with the help of the doctor – to get through to him and it becomes her goal to get a life with Kale.

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Das Wort „schwierig“ ist noch gar kein Ausdruck für das, was da auf Rachel zukommt…

But „difficult“ is not describing the slightest thing of problems coming towards Rachel…

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  • Welche Chancen haben Kale und Rachel?
  • What are the chances for Kale and Rachel?
  • Was ist Kale in seiner Kindheit geschehen?
  • What happened to Kale during his childhood?
  • Was ist das Besondere an der Beziehung von Kale und Rachel?
  • What is so special about the relationship between Kale and Rachel?
  • Wie wirken sich seine Persönlichkeiten sonst noch aus?
  • What are his other personalities like?
  • Wer ist Tristan und wie kann er aufgehalten werden? Ist das eine gute Idee?
  • Who is Tristan and how can he be tamed? Is this a good idea?
  • Hat Kale eine Chance auf ein halbwegs glückliches Leben?
  • Does Kale have a chance for a good life?

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Diese und andere Fragen beantwortet Marion Schreiner in ihrem neuesten Thriller, den man sich übrigens auch gut als Film vorstellen könnte. Sie hat wieder einmal Charaktere geschaffen, die vielschichtiger nicht sein könnten und auch die Nebencharaktere sind gut entwickelt. Sie stehen den Hauptcharakteren in nichts nach.

These and other questions are answered by Marion Schreiner in her newest book – which one can also imagine quite well as a movie. She has developed interesting characters who couldn’t be more complex. Also the minor characters are really interesting and you can really picture them while reading.

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Ich kann „Es blieb nur dieser Blick“ nur empfehlen und habe dank Marion Schreiner auch ein Exemplar dieses Buches zu vergeben!

I can definitely recommend this book and have – thanks to Marion Schreiner – one book to give away!

Wer sich einen Einblick in die Geschichte von Kale und Rachel verschaffen will, kann sich bei mir melden und mir mitteilen, was er sich von der Geschichte erhofft. Interessant wäre auch noch zu wissen, ob ihr bereits ein Buch der Autorin gelesen habt oder sozusagen „Neuleser“ seid.

To get a look into the story of Kale and Rachel please write a comment or an email to me – tell me why you are interested in the story. It would also be nice to know if you have already read some of the work of Marion or if you are a „new reader“.

Bitte meldet euch – ihr habt bis Freitag nächste Woche Zeit! Viel Glück!

Please get in touch – you can write me until Friday next week. Happy Writing 🙂

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Übrigens hat Marion Schreiner auf Facebook eine Seite zum Charakter Kale Hatfield eingerichtet, auf der man sich Hintergrundinformationen anschauen kann.

By the way, Marion Schreiner has published a character-site for Kale Hatfield where you can get inside information.

~ „Ein Cottage in Wales…“ – Ein Interview mit Constanze Wilken ~

Nachdem ich bereits über ihr Buch „Der Duft der Wildrose“ berichtet habe, spanne ich euch jetzt nicht länger auf die Folter und präsentiere euch das Ergebnis des Interviews mit Constanze Wilken.

Es lief ab, wie jedes Q&A abläuft, wenn man nicht in der selben Gegend wie der Interviewpartner wohnt – via Email bzw. Facebook.

After recommending to you the novel „The flavour of wild roses“ by Constanze Wilken earlier, I now can present you the interview with the lovely author.

Just like every other Q&A where you are not in the same area I sent my questions via Facebook.

Da Constanze Wilken gerade ein wenig Zeit erübrigen konnte, hat sie freundlicherweise sehr schnell auf meine Anfrage reagiert und die Antworten kamen quasi über Nacht zu mir 🙂

Nun könnt ihr die Schriftstellerin und Wales-Liebhaberin ein wenig näher kennenlernen und entdecken, wen sie musikalisch empfehlen kann und welche Filme sie zum Entspannen anschaut…

It seemed to be the right time, so Constanze Wilken had some „free“ time left and answered my questions really quick and the answers came in „over night“ 🙂

Now you can take the chance and get to know the Wales-loving writer a little bit more and discover which kind of music/ singer she can recommend to listen to – and which movies she is watching to relax…

 

Information for my english readers: right now the interview is only available in german. If you are interested and a little bit patient – I will translate it into english in the next days 🙂

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Liebe Constanze,

vielen lieben Dank, dass du am Q&A teilnimmst. Gern kannst du ihn nach Veröffentlichung auch auf deine Autorenseiten übernehmen und meinen Blog verlinken. Ich hoffe, es macht dir nichts aus, dass ich in das „Du“ gewechselt bin – falls doch, kannst du es gern gedanklich in ein „Sie“ umwandeln 🙂

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1. Als du die Möglichkeit hattest, in Großbritannien zu studieren, hast du dich sofort in Wales verliebt – und hast fünf Jahre dort gelebt. Mir ging es bei meinem Wales-Aufenthalt ähnlich.        

Denkst du manchmal darüber nach, wieder ganz dorthin zu ziehen bzw. längerfristig dort zu leben?

Ich denke gern an meine Zeit in Wales und bin auch in diesem Jahr wieder dort. Ein kleines Cottage in Wales – das wäre wundervoll.

Wenn ja – wohin würde es dich am ehesten verschlagen, und aus welchem Grund gerade dorthin?

Mein Cottage sollte in der Nähe von Aberystwyth liegen, an den Klippen mit Blick auf das Meer. Aberystwyth hat alles, was man sich von einer Kleinstadt wünschen kann und die Universität mit einem tollen Mix internationaler Studenten. Es gibt das Arts Centre, auf das die Uni sehr stolz sein kann – mit Ausstellungen, Theater- und Musikveranstaltungen, Café und Restaurant. Und die National Library ist dort, für mich ein unverzichtbarer Quell für Recherchen.

Außerdem liegt Aberystwyth recht günstig in der Mitte von Wales. Man kann von dort Ausflüge in den Norden und den Süden unternehmen. Jede Region hat ihren Charme. Im kommenden Monat reise ich wie immer zuerst nach Aberystwyth, weil dort meine Freunde leben, und dann für eine neue Buchrecherche in den Norden – auf die zauberhafte Llyn Peninsula.

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2. Lesen, Schreiben und Touren durch Nationalparks zählen zu deinen Hobbies. Es zählt sozusagen die gelungene Mischung aus Kultur und Natur zu einem ausgeglichenen Leben.

Ist der Beruf der Schriftstellerin dein „Traumberuf“ oder hast du dich in früheren Jahren auch in einem anderen Umfeld gesehen?

Das Schreiben ist heute mein Traumberuf, keine Frage. Ich habe aber einen Umweg über die Kunstgeschichte und mein Studium dorthin genommen. Noch heute arbeite ich gern mit zeitgenössischen Künstlern und bin der Kunstwelt und dem Auktionswesen eng verbunden. Allerdings bleibt dafür neben dem Schreiben nur noch wenig Zeit.

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3. Bei den Recherchen zu „Der Duft der Wildrose“ hast du auch mit Rangern im Snowdonia-Nationalpark gesprochen und diese waren begeistert über dein Interesse und den zukünftigen Roman.

Hattest du schon seit längerem das Gefühl, einen Wales-Roman schreiben zu wollen – oder war es eher eine „spontane“ Idee?

Nach dem vierten Historienroman war es einfach an der Zeit für mich, wieder in die Gegenwart aufzutauchen und da mir Portmeirion als Schauplatz schon seit langem im Kopf herumspukte, begann ich mich intensiv damit zu beschäftigen. Die Geschichten entwickeln sich bei mir immer Stück für Stück. Oft ist es ein Ort oder eine historische Begebenheit oder etwas, das mir jemand erzählt hat – das dann Gestalt annimmt und nach mehr Raum ruft. Und Wales ist ein altes traditionsreiches Land voller Mythen und Legenden, mit pittoresken Dörfern und eben dieser grandiosen Natur – da muss ich nicht lange suchen, um auf neuen Romanstoff zu stoßen.

Die Idee zu „Sturm über dem Meer“ entstand beispielsweise während meines letzten Walesaufenthaltes. Da erzählte mir ein Freund, wir waren gerade am Strand von Borth unterwegs, von der Legende um ein versunkenes Königreich und versteinerten Baumstümpfen. Was daraus geworden ist – wird ab Dezember zu lesen sein.

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4. Gab es für dich als freiberufliche Autorin auch größere Hürden, die du überwinden musstest? War es für dich schwierig, eine geeignete Agentur zu finden, die dich vertritt? Worauf hast du dabei besonders geachtet?

Wenn man nicht gerade aus der Branche kommt und womöglich Lektor war, ist es schon ratsam, sich nach einer geeigneten Agentur umzusehen. Ich hatte Glück und bin seit Jahren sehr zufrieden mit meinem Agenten.

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5. Ich habe ja ebenfalls während meines Walesaufenthaltes festgestellt, dass die Menschen dort sehr freundlich und hilfsbereit sind. Es ist einfach angenehm, zum Beispiel in einer kleineren Stadt zu leben und sich dort zu integrieren.

Hast du nach deiner Rückkehr nach Deutschland auch manchmal Vergleiche gezogen zum Verhalten mancher Deutscher? (Mir ging es in der Anfangszeit so.)

Da ging es mir ganz genauso. Die Waliser sind unglaublich freundlich, höflich und offen. Ich fühlte mich sofort wohl dort, aufgenommen und vermisse diesen natürlich gastfreundlichen Umgang in Deutschland oft sehr. Vor allem bei Höflichkeit hapert es hier leider oft … ich sage nur Warteschlangen oder U-Bahn …

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6. Aus vorigen Interviews, die ich gelesen habe, weiss ich, dass du beim Schreiben der Wales-Romane meist Folksongs hörst. Herzlichen Dank an dieser Stelle für die Nennung von Cara Dillon – ich kannte sie bisher noch nicht und hab gleich gegoogelt. Sie hat wirklich eine wunderschöne Stimme.

Hast du während deines Aufenthaltes in Wales viele walisische Künstler gehört? In Pubs gibt es ja öfter mal live-Auftritte – auch spontane.

Gibt es einen Künstler, den du weiterempfehlen kannst?

Karan Casey (Irin) hat auch eine wundervolle Stimme und Steve Balsamo, der gerade mit Rosalie Deighton auf Tour ist. Steve Balsamo ist Waliser und einigen vielleicht als grandioser Musicalsänger aus Jesus Christ Superstar bekannt.

An all die tollen Musiker, die ich in den Pubs gehört habe, erinnere mich leider nicht – aber es war jedesmal ein unvergesslicher Abend wenn die Musiker ihre Instrumente zur Hand nahmen und den Pub mit melancholischen oder fröhlichen Klängen erfüllten.

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7. Ich finde ja die walisische Sprache sehr interessant, hatte aber nicht die Zeit, mich näher damit zu beschäftigen und am besten lernt man ja im sprachlichen Umfeld der Zielsprache. Sprichst du einige Worte Cymraeg?

Eher weniger … jedenfalls möchte ich das keinem Waliser zumuten. Ich kann einiges lesen, immerhin.

Wenn ja, welche Erfahrungen hast du beim Erlernen der Sprache gemacht?

Walisisch ist eine eigenständige Sprache, und ich war froh, dass mein Englisch für die Uni reichte. Aber wir als Deutsche haben es relativ leicht mit der Aussprache – weil Walisisch sehr guttural und voller Konsonanten ist.

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8. Dein zweiter Wales-Roman „Ein Sommer in Wales“ erscheint in wenigen Wochen.

Gibt es schon Pläne für Lesungen, Vorträge und ähnliches?

Wirst du eventuell bei der Leipziger Buchmesse nächstes Jahr vertreten sein? (dieses Jahr habe ich dich ja leider verpasst)

Ich bin in diesem Sommer viel auf Reisen, aber im September gibt es schon einen festen Termin – am 9.9. stelle ich gemeinsam mit meinem Bruder Alexander, der Jazzmusiker ist, „Ein Sommer in Wales“ im Dünenhus in St.Peter-Ording vor.

Leipzig ist immer schön – Stadt und Messe und ich denke, dass ich im nächsten Jahr wieder dort sein werde. Und hoffentlich sehen wir uns dann 🙂

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9. Da sich mein Blog nicht nur um Bücher dreht, noch eine Frage zu anderen Medien:

Hast du bestimmte Filme, Serien o.ä., die du regelmäßig verfolgst? Gibt es mediale Vorbilder, die dich während eventueller Tiefphasen wieder aufbauen?

Zum Entspannen finde ich die Poirot Verfilmungen mit David Suchet großartig, ebenso die Verfilmungen der Montalbano Krimis mit Luca Zingaretti und eigentlich alle BBC Literaturverfilmungen. Oh und natürlich Downton Abbey 🙂

Vielleicht noch ein Tipp: die englische Krimiserie „Hinterland“ (Y Gwyl), mit Richard Harrington als wortkarger Ermittler, spielt in und um Aberystwyth, sehr düster aber mit viel Lokalkolorit. Ich schaue sie schon deshalb gern, weil ich viele Schauplätze kenne.

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10. Dies ist der letzte Fragenkomplex. Bitte schreib das Erste auf, was dir einfällt. Danke 🙂

Sommer oder Winter? Sommer

Englisches Frühstück oder Kontinentales Frühstück? Kontinental

Beliebteste historische Figur Großbritanniens? Oscar Wilde

3 Orte (außer London) an denen du gern leben würdest: wenn es nicht nur in GB sein soll – Florenz, Montauk (Long Island), Cardigan Bay (Wales)

derzeitiges Lieblingslied? Karan Casey „you brought me up“

Ort, an dem ich mich zu Hause fühle: Wo Freunde und Familie sind

Ich kann am besten abschalten, wenn… Ich mit den Hunden am Strand spazieren gehe

Was ich bei einem Walesbesuch unbedingt sehen muss… Neben Aberystwyth – Aberaeron, Llyn Teifi (See), im Süden Laugharne und St. Bride’s Bay und immer wieder Snowdonia

Vielen Dank für das Interview, liebe Sindy! Diolch y fawr!

~ Romeo & Juliet im Cardiff Castle ~

Zu Zeiten Shakespeares‚ spielten noch die männlichen Akteure alle Rollen – auch die weiblichen. Dies hat sich in der heutigen, „modernen“ Zeit grundlegend geändert und nur noch selten findet man in Theaterstücken Männer, die Frauenrollen übernehmen.

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In the times of Shakespeare male actors also played the female parts. In the times today – the „modern times“ it is a thing very rare to find.

Als Elizabeth I. regierte, gab es eine berühmte Schauspieltruppe: die „Lord Chamberlain’s Men“. William Shakespeare war auch Teil dieser Truppe, nicht nur als Schreiber der Stücke und Schauspieler sondern auch als Teilhaber in geschäftlichen Dingen.

During the reign of Elizabeth I. there was a well known troop of actors, the „Lord Chamberlain’s Men“. William Shakespeare was also a part of them – not only as an actor and writer of the plays, but also as a partner in terms of business.

Ihren Namen haben die Akteure vom königlichen Zeremonienmeister, Lord Chamberlain of the Household. Mit diesem Titel wird der leitende Beamte des britischen Hofes bezeichnet. Zu deutsch würde man Kämmerer sagen. Diesen Titel gibt es übrigens bereits seit 1485. Der „Lord Chamberlain“ ist immer ein Adliger und hat in der heutigen Zeit nurmehr Verwaltungsaufgaben, während es bis 1924 auch eine politische Aufgabe war.

Aktuell ist William James Robert Peel, 3. Earl Peel der amtierende Lord Chamberlain.

The troop is named after the royal master of ceremonies, Lord Chamberlain of the Household. This title is given to the executive officer of the british court. In german this position would be known as „Kämmerer“. Since 1485 this title exists and is always given to a member of the gentry. In todays time they have only to deal with the administration while in former times – until 1924 – the Lord Chamberlain had also political duties.

At the moment, William James Robert Peel, 3rd earl Peel is the acting Lord Chamberlain.

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1642 wurden alle Theater geschlossen. Der Grund: der englische Bürgerkrieg. Das bedeutete natürlich auch das Ende für die „Lord Chamberlain’s Men“.

1642 all the theatres were closed due to the english civil war – and that was the end of the „Lord Chamberlain’s Men“.

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2004 formierte sich eine neue Schauspieltruppe unter dem alten Namen der „Lord Chamberlain’s Men“. Schnell wurden sie zu einer der besten reisenden Theaterkompanien des Königreichs.

Die Schauspieler sind bereits in mehr als 80 Veranstaltungsorten in Großbritannien sowie international während der Sommermonate aufgetreten.

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Mit ihrer Arbeit verkörpern sie das traditionelle Schauspiel, das zu Shakespeares Zeiten nur Männern vorbehalten war und verbinden dies mit interessanten und wunderbaren historischen Kulissen. Hier können die Zuschauer unter freiem Himmel die besten Theaterstücke genießen und einen Hauch elizabethanische Theaterluft schnuppern.

In den Stücken gibt es natürlich auch eine gute Portion Musik sowie Unterhaltung durch Lieder und Comedy.

Information on the „Lord Chamberlain’s Men“ in this time can be found here.

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Am vergangenen Samstag nun hatte ich auch die wunderbare Möglichkeit, der männlichen Theatertruppe zuzuschauen – und das inmitten des Cardiff Castle.

Romeo and Juliet
source: http://www.visitwinchester.co.uk/sites/default/files/styles/slide_show/public/Romeo-Juliet.jpg?itok=5WASbOu3

19:30 begann das Stück und ich hatte eine vergnügliche Zeit, in der ich den Worten Shakespeare’s lauschen und seine Geschichte von „Romeo und Julia“ verfolgen konnte. Freilufttheater hat eine ganz besondere Atmosphäre als ein Theatersaal, der überdacht ist und bei dem die Bühne beleuchtet wird.

Last saturday I had the chance to see the „Lord Chamberlain’s Men“ in action – on the green grass inside Cardiff Castle.

The play startet at 19:30 and I had a wonderful time listening to the words of Shakespeare and see his story of „Romeo & Juliet“ come to life.

Open Air Theatre has a very special atmosphere to it – really different from a theatre hall where the stage is perfectly illuminated.

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Die Grasfläche innerhalb der Burgmauern war gut gefüllt und so saß ich doch etwas entfernt von der Bühne auf der Wiese, habe aber trotzdem noch alles gut gesehen. Natürlich musste man sich als Zuschauer auch auf die noch vorhandene Sonne einstellen und so genoss ich einen Mix aus wärmender Abendsonne und den Versuchen, die Augen mit den Händen abzuschirmen, um die Bühne besser zu sehen.

The green was crowded with people keen to see the play so I had to sit a little bit further away from the stage but managed to have a good place indeed.

The thing you had to be aware of was the late evening sun, so I could enjoy the warmth of the last sunshine of the day and also had a little bit to struggle with seeing through the rays of sunlight – but it was OK and I really enjoyed a lovely evening with the greatest love story ever told.

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Wie bei guten Veranstaltungen so der Fall, ging auch dieser Abend viel zu schnell vorbei und ich kann mich an dieser Stelle nur noch einmal bei den Schauspielern bedanken, dass sie eine so wunderbare Arbeit geleistet haben und vielen begeisterten Zuschauern einen schönen Sommerabend beschert haben. Danke!

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Like always with good events, the evening went by way to fast and I can only thank again the actors who have done a brilliant job to give the audience at Cardiff Castle such a wonderful and joyful summer evening. THANK YOU!

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Zum Schluss noch einmal zusammengefasst die Internetauftritte der Truppe:

Here the places where you can find information on „The Lord Chamberlain’s Men“ on the internet:

Website: http://www.tlcm.co.uk/index.html

Twitter: https://twitter.com/tlcmuk

Facebook: https://www.facebook.com/groups/123312487096/

 

Mein Dank für die Bilder geht an den Twitter-Account von Awesome_Cardiff (hier die offizielle Website) sowie an die offizielle Website der „Lord Chamberlain’s Men“!

~ St. Augustine’s Church in Penarth ~

Wieder eine kleine Neuerung für meine englischsprachigen Leser: dieser Beitrag ist sowohl in Englisch als auch in Deutsch verfügbar 🙂

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For my readers who prefer the english language: the german sentences will be translated into english and can be found in curved brackets after each section of the text. Also the colour will lead you directly to it – the english text is the one in green.

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Da ich meine zeitweise kleine Heimatstadt schon sehr liebgewonnen habe, möchte ich euch heute ein neues Details vorstellen: die St. Augustine’s Church.

Kirchen haben immer eine besondere Anziehungskraft: sie sind alt, strahlen Würde und Kraft aus und natürlich auch noch etwas ganz anderes: Ruhe.

(For I come to like my hometown for three months very much I am going to show you a new detail in todays article: St. Augustine’s Church.

Churches always have a special force of attraction: they are old, they send out rays of dignity and power and also something different: peace – and quietness.)

St. AugustinesDiese Kirche stammt aus dem 19. Jahrhundert und wurde zwischen 1865 und 1866 von dem Architekten William Butterfield entworfen. Während seiner langjährigen Tätigkeit entwarf er viele Kirchen, über deren genaue Anzahl man sich hier informieren kann.

(This church was built in the years 1865/66 and was designed by the architect William Butterfield. During his working years he designed many churches. Information about his work can be found here).

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Besonders interessant finde ich die teilweise schräg stehenden und sehr imposant aussehenden Grabsteine. Sie weisen auf eine lange Geschichte hin und hinter jedem steht eine Geschichte über Menschen: eine Familie, Liebe, Kinder und natürlich deren Verlust.

Dennoch ist es auf gewisse Weise kein trauriger Ort, sondern einer, der Frieden ausstrahlt und auf dessen Grund und Boden man sich wohl fühlt.

(Very interesting for me are the gravestones, some of them bias but also looking really impressive. They are a sign of the long history and behind each of them is a story about a human being: a family, love, children – and also their loss.

However in this way it is not a sad place to be but one who sends out rays of peace and on which property one can be comfortable.)

loolSchaut euch also in Ruhe die folgenden Bilder an und schreibt mir eure Gedanken und Kommentare auf 🙂

So please take a look at the following pictures and feel free to leave a comment about your thoughts 🙂

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Auch für die Interessierten an Blumen und Pflanzen war am gestrigen Tag etwas dabei und so verabschiede ich mich vom heutigen Artikel mit blumigen Grüßen 🙂

So there is always something for everyone – also for the lovers of flowers and plants:

Wer sich noch näher zur Kirche informieren möchte, kann dies hier , hier und hier tun.

Und: St. Augustine’s geht mit der Zeit – sie haben eine Facebook-Seite…

For everyone who would like to get information on the church – here, here and here.

And: St. Augustine’s is already on Facebook…

~ Das Oster- Q & A: Matthias Czarnetzki ~

An Karfreitag ist laut Überlieferung Jesus gekreuzigt worden und hat den Tod gefunden.

Auf meinem Blog stirbt heute keiner.

Die Q & A wird „wiederbelebt“ – nach einiger Zeit der Abwesenheit ist die Frage-/Antwortrunde zurück 🙂

 

Mein bereitwilliges „Opfer“ diesmal: der Leipziger Autor Matthias Czarnetzki, dessen bekannteste Heldin Lutetia Stubbs ich in einem früheren Artikel schon einmal vorgestellt habe.

 

Einige kurze Worte zum Autor:

Matthias Czarnetzki ist nicht der typische „Ich werde jetzt Schriftsteller“-Typ von Autor. Er ist mehr. Er hat als Banker und Journalist gearbeitet, Informatik studiert und ist neben seiner Arbeit an künftigen Büchern auch immernoch als Software-Architekt tätig.

Seine Bücher findet man auf amazon und Leseproben gibt es ebenfalls dort oder auf seiner Homepage.

 

Nun… das Q & A:

1. Deine Bücher über Lutetia Stubbs umfassen bisher drei Geschichten, eine vierte ist in Arbeit.
Lutetia ist ja nun keine alltägliche Person und sicherlich möchte man ihr nicht an einem ihrer schlechten Tage begegnen. Was fasziniert dich besonders an ihrem Charakter? Würdest du, sozusagen als ihr „Erschaffer“, etwas an ihr ändern wollen? (auch auf die Gefahr hin, dass sie ziemlich böse werden würde 😉 )

Lutetia hat felsenfeste Ansichten über das, was richtig und was falsch ist und setzt das kompromisslos durch. Genau das fasziniert mich an ihr – und darum beneide ich sie auch.  Wie oft machen wir um des lieben Friedens willen faule Kompromisse? Das würde Lutetia nie einfallen und genau deshalb habe ich sie so erschaffen.
Lutetia hat sich zwar etwas anders entwickelt, als ich das geplant habe, aber ich bin ganz zufrieden mit ihr. (Sorry, sie steht grad hinter mir und ich möchte da sicherheitshalber nichts anderes sagen 😉

 

2. Karl May brachte dich zum Schreiben. Du hast eine sehr konkrete Arbeitsweise, lässt dich möglichst nicht ablenken und bleibst ständig am Ball.
Wenn du dir einen Ort aussuchen könntest – egal wo auf der Welt, von dem du schreiben könntest – wo wäre das? Und wieso gerade da?

Die Long Library am Trinity College in Dublin – vorausgesetzt ich könnte mich da in eine Nische quetschen, die noch nicht von Touristen entdeckt wurde.
Diese Bibliothek ist für mich die Verkörperung der Literatur – hunderttausende Bücher, die Schriftsteller im Lauf der Jahrhunderte geschrieben haben, all ihre Ideen, Träume, Leidenschaften… alles ist dort zu finden. Und die Vorstellung, ein Teil davon zu sein, ist für mich ein gewaltiger Motivationsschub.

3. In meinem ersten Q & A habe ich Patrick Hundt, einen Reiseblogger aus Leipzig, zu Gast gehabt. Diese Art zu arbeiten und zu leben, finde ich persönlich sehr interessant, wüsste jetzt aber nicht auf Anhieb zu sagen, ob es für mich das Richtige wäre.
Könntest du dir vorstellen, neben deinen Kurzgeschichten und den Geschichten um Lutetia einen solchen Karriere- und Lebensweg einzuschlagen (gemäß dem Fall, deine Familie hätte die Zeit mitzumachen)?

Da bin ich wohl zu neugierig. Wenn es etwas Neues zu entdecken gibt – was auf Reisen ja immer der Fall sein sollte, dann lasse ich mich da voll drauf ein. Natürlich könnte ich über diese Entdeckungen Berichte und Artikel schreiben – während meiner Zeit als Journalist habe ich das ja auch getan – aber für meine Bücher brauche ich meine Phantasie. Und die braucht bei mir Ruhe, um reifen zu können.

4. Du hast eine wahre Riege von unterschiedlichen Büchern der verschiedensten Inhalte und Kategorien in deinen Regalen stehen: von Biologie über Mathematik bis hin zu Krimis und Belletristik.
Ich habe es schon an mir beobachtet, wie sich der Buchgeschmack und das Interesse an einzelnen Werken/ Autoren im Laufe der Zeit ändert.
Wie hat sich dein Buch-/Lesegeschmack im Laufe der letzten – sagen wir 5 Jahre – verändert?

Die radikalste Änderung kam durch meinen Kindle. Wenn man Printbücher kauft, dann ist das eine relativ hohe Investition – da ist man doch eher konservativ und setzt auf Autoren und Bücher, die man kennt und von denen man hoffentlich nicht enttäuscht wird.
Durch den Kindle und KDP gibt es jetzt aber die Möglichkeit, tausende neue Autoren kennenzulernen, die ihre Bücher dort veröffentlichen und die in der klassischen Verlagswelt wegen mangelnder wirtschaftlicher Erfolgsaussichten nie eine Chance gehabt hätten.
Natürlich gibt es unter den Selfpublishern auch viele einfach gestrickte Texte, die vollkommen zu Recht in den Schubladen versauern sollten – aber es gibt auch viele unangepasste Bücher, die neue Wege gehen und andere Geschichten erzählen, die mit ihren Ecken und Kanten in kein bekanntes Verlags/Buchhandelsschema passen (ich kann mir Pride and Prejudice and Zombies nicht wirklich in einer Buchhandlung vorstellen) aber bei denen es  einfach nur Spaß macht, sie zu lesen und die die Lust wecken, weiter auf Entdeckungsreise durch dieses Buchuniversum zu gehen.

 

5. Mit Blick in die Zukunft: Wie schätzt du deinen Lesegeschmack und Buchkonsum in – sagen wir 20 Jahren – ein?

Die Zeiten sind vorbei, in denen ich unkritisch alles gelesen habe, was mir unter die Finger kam. Ich achte jetzt mehr auf Qualität – das wird sich in den nächsten Jahren verschärfen. Ich muss zugeben, dass ich bei vielen Büchern nicht einmal die Leseprobe zu Ende lese. Wenn es mich nicht gleich packt, dann muss ich meine Lebenszeit nicht damit verschwenden – dazu ist sie zu wertvoll.
Wie sich mein Geschmack entwickelt, kann ich nicht sagen – das hängt von den Büchern ab, die ich in Zukunft lese. Aber mein Konsum wird steigen. Davon gehe ich aus.

6. Ich habe festgestellt, dass ich komischerweise immer wieder bei Buchserien lande.
Sei es „Young Sherlock Holmes“ (bisher 4 Bände) oder die Geschichten des Autors Ben Aaronovitch um seine Figur Peter Grant. Auch die Romane von Jill Shalvis aus ihrer „Lucky Harbor“-Reihe bevölkern mein Buchregal.

Bist du eher ein Liebhaber von „Einzelbüchern“ oder zieht es dich auch dann und wann zu Buchserien? Gibt es markante Buchserien in deinem Regal?

Ich hab alle Bücher von Terry Pratchett im Regal und die meisten Krimis von Edgar Wallace und Agatha Christie.

Bei Pratchett ist es faszinierend zu beobachten, wie er im Lauf der Jahre immer besser wurde. Die Bücher um Sam Vimes und Dodger enthalten so viel hintergründigen Humor und Satire, dass ich selbst bei mehrfachen Lesen immer noch etwas neues entdecken kann – das möchte ich mit meiner Lutetias-Stubbs-Reihe auch erreichen.

7. Schnellantwort- Runde: (Bitte schreib einfach das auf, was dir als Erstes in den Sinn kommt)

Lieblingsjahreszeit?

Frühling.

E-Book oder gedrucktes Buch?

E-Book

Gesprächspartner für ein Abendessen: Lutetia, George oder Marx (warum)?

Lutetia. George ist mir zu ähnlich, das wäre ein Selbstgespräch, Marx ist mir unsympathisch. Bleibt Lutetia. Außerdem ist sie so emanzipiert, das sie zahlt.

Was ist deiner Ansicht nach das größte Hindernis für heutige Neuschriftsteller – und wie könnten sie dies überwinden?

Ein Buch zu Ende zu schreiben – denn es ist harte Arbeit und trennt schon Spreu vom Weizen. Hier hilft nur Selbstdisziplin. Und wenn man damit fertig ist, dann heißt es wieder durchhalten, bis man seine Leser erreicht.
In den Medien werden immer die Geschichten des Über-Nacht-Erfolgs erzählt. Wenn man sich die Hintergründe ansieht, dann ist jeder Über-Nacht-Erfolg das Ergebnis von sieben Jahren harter Arbeit.
Deshalb sollte sich niemand vom ausbleibenden Erfolg entmutigen lassen, sondern immer weiter machen.

Wo kannst du am besten nachdenken und neue Ideen tanken?

Am See, wenn Wellen an den Strand plätschern. Zum Glück ist der Kulki nur 200 m weit weg.

Bester Film, den du in der letzten Zeit gesehen hast?

The Kings Speech. Ich gehe nicht wirklich oft ins Kino und Fernsehen muss auch nicht wirklich sein.
Eine TV-Serie könnte ich bieten: Castle. Er ist Schriftsteller (wie ich), gut aussehend (wie ich), witzig (wie ich), intelligent (wie ich), phantasievoll (wie ich), reich (ok, er ist ein fiktionaler Charakter). Keine Ahnung, warum ich die Serie so sehr mag 😉

Film – oder Buch-zum-Film?

Buch zum Film. Ich habe Stephen Kings „Es“ lieber gelesen, weil mir die Vorstellung, drei Stunden vor dem Fernseher zu sitzen, grauenhaft erschien.

Die heutige Welt ist durchzogen von Medien. Ohne welche Medien könntest du am ehesten leben? Was ist für dich hingegen unverzichtbar? Und: Aus welchem Grund hast du diese Wahl getroffen?

Überflüssig: Fernsehen. Unverzichtbar: Internet. Denn Fernsehen ist eine Einbahn-Straße, wer davor sitzt ist nur ein passiver Konsument. Im Netz kann man mitmachen, seine eigene Meinung einbringen – selbst was machen.

Größter Wunsch für die Zukunft?

Immer zufrieden zu sein, mit dem was ich erreicht habe, und nie die Lust zu verlieren, etwas Neues zu schaffen.

 

Ich hoffe, euch hat auch dieses Q & A gefallen und interessante Einblicke geliefert.

Matthias Czarnetzki ist übrigens auch auf Twitter, Facebook, xing und tumblr zu finden.

 

An dieser Stelle wünsche ich meinen Lesern schon jetzt ein schönes Osterfest im Kreis von Familie und Freunden und viel Spaß bei zukünftigen Leseabenteuern 🙂

~ Q & A: Marion Schreiner ~

Mit Marion Schreiner verbinde ich eine sehr gute Lesung auf der Buchmesse des vergangenen Jahres in Leipzig. Dort stellte sie ihr Buch „Vielleicht gab es keine Schuld“ vor – und ich war begeistert.

Sicherlich ist es günstiger, eine Trilogie von vorn zu beginnen – mit dem ersten Teil.

Allerdings zeigte sich hier, dass die Bücher rund um Dane Gelton und seine Familie auch einzeln gelesen werden können. Zudem beschäftigte sich der dritte Band auch schwerpunktmäßig mit seinem Sohn Christopher und dessen Problemen.

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Aber zurück zur Autorin selbst:

Geboren wurde Marion Schreiner 1963 im Rheinland. Schon in ihrer Kindheit und Jugend beginnt sie zu schreiben, zunächst Kurzgeschichten und später Krimis und Thriller.

Ihr weiteres Leben gestaltet sich sehr dramatisch und ist auch getrieben von der Lust am Reisen, vor allen in die USA. Sie arbeitet als Au-Pair in Kalifornien, lernt den Schauspieler Bill Bixby kennen und durch ihn erfährt sie auch einen kleinen Einblick in die Schauspielwelt Hollywoods.

Ein tragischer Familienfall führt sie nach Deutschland zurück, wo sie sich den Recherchen über Depressionen und Suizid widmet.

Danach arbeitet sie als Erzieherin an verschiedenen Projekten, ist zwischenzeitlich glücklich verheiratet und Mutter zweier Kinder. Dann der nächste Schock: Brustkrebs!

Sie besiegt den Krebs, erkrankt aber später an Diabetes Typ 1.

Der Kampf um ihr Leben hatte aber einen weiteren positiven Nebeneffekt: Der Wunsch, ein eigenes Buch zu schreiben und zu veröffentlichen wird wieder geweckt.

1995 erwacht ihre Romanfigur Dane Gelton zum Leben.

Danach überschlagen sich die Ereignisse: eine weitere USA-Reise, die Arbeit an einem zweiten Buch, die Gründung eines eigenen Druck- und Verlagsbetriebes – und dessen Schließung, die Arbeit am dritten Roman, Reise und Arbeit in Kanada.

Dann folgt das jähe Ende dieses Abenteuers aus gesundheitlichen Gründen und die Desorientierung bei der Rückkehr nach Deutschland. Und der Schmerz über den Abbruch des Kanada-Abenteuers bleibt bestehen.

Das Gute: es entsteht wieder ein Buch.

2011 findet sich Marion Schreiner dann zum ersten Mal als Gast auf der Leipziger Buchmesse wieder und stellt ihren Roman „Die Scheune“ (den ersten Teil der Trilogie) vor.

In den Folgejahren ist sie immer wieder Gast auf der Buchmesse und stellt auch die Folgebücher vor.

2014 kehrt sie abermals auf die Lesebühne in Leipzig zurück und liest noch einmal aus ihrem Erstlingswerk „Die Scheune“.

Sie ist übrigens auch auf Facebook und Twitter zu finden – und Videos sind auf Youtube zu sehen.

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Nun viel Spaß mit dem Interview:

1. Mit Ihrer Trilogie um die Leben der fiktiven Charaktere Dane Gelton und Christopher Gelton haben Sie einen interessanten und auch brisanten Stoff verarbeitet. Werden Sie sich auch in kommenden Büchern an solche ernsten Themen wagen?

Das kann ich derzeit nur mit „ja“ beantworten. Auch mein nächstes Buch handelt wieder von einem Kind, das nicht aus seiner Opferrolle herausfindet. Ich finde es immer wieder beunruhigend, wenn Menschen, vor allen Dingen Kinder, schlimme Dinge im Leben erfahren müssen und keine angemessene Hilfe bekommen. Die Psyche kann dramatische Entwicklungen verursachen. Ich versuche meine Themen immer in ein spannendes Szenario zu packen und habe die Erfahrung gemacht, dass gefesselte Leser sich schneller sensibilisieren und mit dem eigentlichen Thema auch nach dem Buch noch befassen.

2. Wie empfinden Sie es, dass sich Bob Koman in „Vielleicht gab es keine Schuld“ von der verantwortungsvollen Person, die er als Psychologe darstellt, in diesen Sog von Christopher ziehen lässt? Müsste er keine professionelle Distanz wahren? Was ist es aus ihrer Sicht, das Christopher so besonders anziehend für den Psychologen macht?

Ich finde es ganz spannend und durchaus denkbar, dass sich auch Psychologen von Patienten schlichtweg fasziniert fühlen und sich manchmal nicht vor Emotionen schützen können. Natürlich müsste er professionelle Distanz wahren. Das wäre die Regel. Aber mein Stoff besteht meist aus Entwicklungen, die man zunächst nicht ahnt. Damit will ich verdeutlichen, dass die Psyche uns stets vor Herausforderungen stellt, deren Grenzen wir manchmal nicht einhalten können oder die wir nicht immer mit Bravour zu meistern schaffen.
Bob fühlt sich von Christophers Art der Intelligenz und seinen Begabungen angesprochen und entwickelt eine Zuneigung zu dem Jungen, gemischt mit Mitleid. In ihm wird eine Art Vaterinstinkt und Neugier zugleich geweckt, die sich im Laufe der Geschichte aber in das Gegenteil wandeln.

3. Gescheiterte Existenzen bieten oft Anlass und Raum für Bücher und Filme. Gibt es für Sie ein schriftstellerisches oder filmisches Vorbild, dass Ihnen am Herzen liegt?

Mir ist ein Buch in Erinnerung, das ich nicht weglegen konnte: „Lauf, Jane lauf“ von Joy Fielding. Als ich dieses Buch las, wusste ich, dass ein Buch so gelingen muss, wenn ich jemals schreiben würde. Der Leser muss regelrecht durch die Geschichte hindurchlaufen.

Ein Film, der mich bisher am meisten fasziniert hat ist „Beautiful Mind“.

4. Was lesen Sie für eine Art Buch, wenn Sie nicht gerade selbst eines schreiben?

Ich lese oft Bücher über besondere Menschen, die sich schwer durchs Leben kämpfen. Die findet man in Biografien, Autobiografien, Thrillern, Dramen und Tragödien. Ich lese aber auch gerne Fachbücher über Persönlichkeitsentwicklungen – und störungen oder über Länder, die ich gerne bereisen möchte.

5. Sie lesen am 16. März 2014 erneut auf der Leipziger Buchmesse – aus dem ersten Buch ihrer Trilogie. Ist es für Sie nach Beendigung des Gesamtwerkes eine Art Herausforderung, sich erneut an den Beginn der Geschichte zu begeben? Welche Gefühle haben Sie jetzt gegenüber ihren Charakteren?

Ja, es ist immer wieder eine Herausforderung für mich, Lesern meine Charakteren näherzubringen. Besonders mit dem ersten Buch, als alles begann. Nach drei Jahren bin ich in der Tat immer noch überrascht und fasziniert zugleich, dass ich ständig neue Eigenschaften an ihnen entdecke, die ich völlig unbemerkt eingebracht habe. Oft passiert das durch Gespräche mit Lesern oder einem Interview, wie Ihres. Ich bin dafür sehr dankbar. Somit auch ein herzliches Dankeschön an dieser Stelle für all die Fragen!

6. Sie haben den Krebs überstanden, sind nach Kanada ausgewandert und nun seit einiger Zeit wieder hier in Deutschland. Können Sie sich zum jetzigen Zeitpunkt vorstellen, irgendwo als digitale Nomadin zu leben (gemäß dem Fall, ihre Familie würde mitmachen)? Als Autorin ist man ja relativ unabhängig von einem festen Arbeitsplatz.

Eine gute Frage. Muss mal nachdenken …Ich könnte mir durchaus vorstellen, eines Tages als Schreiberin völlig zurückgezogen zu leben, wenn ich den richtigen Ort dafür gefunden habe. Der muss inspirierend und ruhig sein. Derzeit habe ich eine Zwischenlösung gefunden, indem ich mein nächstes Buch an einem ruhigen Ort an der Küste Englands schreibe und nach Beendigung wieder zurück nach Deutschland in mein normales Leben mit Familie und Freunde kehre. Ich bin ein Mensch, der absolute Ruhe zum Schreiben braucht. Je einsamer der Ort, je wohler fühle ich mich. Und je besser kann sich meine Phantasie entfalten.

7. Schnellantwortrunde: (Bitte aufschreiben, was Ihnen von den folgenden Dingen am liebsten ist.)

Morgens oder abends: morgens

Sommer oder Winter: Sommer

Ebook oder gedrucktes Buch: gedrucktes Buch

selber lesen oder vorlesen lassen: selber lesen

selbst kochen oder eingeladen werden: selbst kochen

Film oder Buch-zum-Film: Buch-zum-Film

ältere Lieder oder aktuelle Charts: ältere Lieder

Krimi oder Romantische Komödie: nichts von beiden

Vielen Dank für die Fragen!

Herzliche Grüße, Marion Schreiner

 

Vielen Dank an dieser Stelle auch an Marion Schreiner für die Beantwortung der Fragen und die freundlichen Emails.

Ein weiteres Interview findet ihr hier.