~ Marion Schreiner: „Lydias Haus“ ~

Dear english-speaking readers: Please note that the books of Marion Schreiner are only available in german language. If any of you would like to have the quotes in english – please contact me 🙂 and I will happily translate.

Nach den Ereignissen in „Es blieb nur dieser Blick“ schrieb Marion Schreiner rasch den nachfolgenden Krimi „Lydias Haus“, der uns noch tiefer in die Geschichte von Kale Hatfield und Rachel Finley zieht.

After the things happening in „Just this look…“ Marion Schreiner worked really fast to give us readers the following novel with the title „The House of Lydia“, which pulls us deeper into the story of Kale Hatfield and Rachel Finley.

lydias haus marion homepage
Quelle: Homepage Marion Schreiner

Nach den Ereignissen am Ende des ersten Teils landet Rachel in einer Psychiatrie, da sie in dem starken Glauben, den Tod Kales verursacht zu haben, selbstmordgefährdet ist und unter Beobachtung steht.

After what happened at the end of the first book Rachel is now living in a psychiatry. She believes that she is responsible for the death of Kale and so she is in a suicidal mood and needs care.

Slowly she learns to manage her life again.

Langsam lernt sie, ihr Leben wieder in Angriff zu nehmen und selbst zu bewältigen.

Doch die Erinnerung und die Ungewissheit um das Schicksal von Kale lassen ihr keine Ruhe…

But the memories are haunting her and she desperately needs to know what happened to Kale.

And also another person has an eye on Rachel…

Und noch eine Person hat Rachel unter Beobachtung…

„War es nicht ein merkwürdiges Zusammentreffen von Lydia Hays und mir? […] Sie heilte meine verunglückte Welt ein wenig in einer Art und Weise, die sich befreiend anfühlte.“

(E-Book-Ausgabe, S. 36)

Was Rachel nicht weiß: Kale hat die Ereignisse im Wald überlebt und sich seines jahrelangen Peinigers entledigt. Besser gesagt: Tristan hat dies getan.

Diese eine seiner Persönlichkeiten, die zu Gewalttaten neigt und vor nichts zurückschreckt.

Here’s the thing that Rachel doesn’t know: Kale lived through the things that happened in the woods and stopped the life of his plaguer. Better: Tristan ended the life of Ian Morgan.

He is one of Kales personalities – the one who is drawn to violence and isn’t shy about cruel situations.

Zwar hat er ihm in diesem Fall „geholfen“, aber nicht ohne den Preis des Lebens eines Unschuldigen einzufordern. Tristan ist unberechenbar und schreckt auch nicht davor zurück, Kale selbst verletzen zu wollen…

In this case he „helped“ Kale, but not without ending the life of an innocent man. Tristan is erratic and he also isn’t shy about hurting even Kale himself…

„So kümmerten sich alle wie eine große Familie um Kale und retteten sein Leben.

Zum ersten Mal hatten sich alle gegen Tristan verbündet und sich so offensichtlich und solidarisch auf Kales Seite gestellt wie nie zuvor. […]

Er sollte endlich das Grundvertrauen gewinnen, dass er nicht alleine war.“

(E-Book-Ausgabe, S. 96)

In „Lydias Haus“ erleben wir mit, wie Kale versucht, mit seinem Leben klar zu kommen und welche Schwierigkeiten er dabei hat. Er lernt eine nette Frau kennen, Jennifer Gordon, mit der er kurze Zeit zusammenlebt. Allerdings auch nicht ohne Schwierigkeiten. Da er keine körperliche Nähe zulassen kann, ohne dass Tristan in Erscheinung tritt, leidet die Beziehung. Jennifer wird schwanger, aber trotzdem kann diese Beziehung nicht funktionieren, obwohl sich Kale sehr bemüht, für Jenn und das Kind zu sorgen. Ihrer beider Tochter wird letztendlich von Jenn zur Adoption freigegeben…

In „The House of Lydia“ we get to see how Kale tries to cope with his life and what kind of problems he is facing. He got to met a nice woman called Jennifer Gordon, with whom he lives together for a short period of time. But not without further problems.

Since he can’t let physical closeness happen with others without Tristan coming to life – it is sure that this relationship can’t work. Still, Jennifer gets pregnant and Kale really works hard to be there for her and the child. But Jennifer has no real feelings for her child and so the baby-girl of her and Kale is adopted…

***

Währenddessen verfolgen wir, wie Rachels Leben mit Lydia Hays weitergeht, nachdem diese sie zu sich genommen hat…

Also Rachel has to cope with his life with Lydia Hays, after the doctor take her to live together in her house…

„Hier stellt sich bald die Frage, wer von uns beiden eine Therapie brauchte.“

(E-Book-Ausgabe, S. 125)

Rachel hatte schon von Beginn an ein merkwürdiges Gefühl, als sie bei Lydia einzog. Die Ärztin benahm sich merkwürdig und Rachel fühlte sich überwacht und hatte den Verdacht, dass ihr etwas verschwiegen wurde.

From the first moment on Rachel had a strange feeling about moving in with Lydia. The doctor behaved odd and Rachel felt controlled and had the feeling that something wasn’t right…

After a while she decided to turn things around to get more information about Lydia and maybe get away from this place…

Nach einer Weile sann sie auf eine List, um mehr über Lydia zu erfahren und vielleicht auch von ihr wegzukommen…

„Meine ersten Versuche mit der hellgrünen Pille hatten funktioniert. […] Ich war ganz neugierig, wie das Medikament auf sie wirken würde. […] Ich wollter sie beobachten und studieren.“

(E-Book-Ausgabe, S. 247)

Währenddessen landet Kale in einer sehr verzwickten Situation mit dubiosen Gestalten, die für ihn mitunter lebensgefährlich werden kann. Darunter leidet nicht nur er – sondern auch Jenn, die diese Aktion ins Krankenhaus bringt…

Meanwhile Kale was trapped in a situation with shady characters that could turn out bad for him. Not only he is suffering, but also Jenn, who is brought to hospital after being attacked…

***

Während all dieser Geschehnisse rund um Rachel und Kale erfahren wir auch Interessantes über die Vergangenheit von Lydia Hays, die Kale persönlich kennengelernt hat. Wir erfahren, dass sie eine Kundin von Kale in dessen Tagen als Dressman war – und noch einiges zu verbergen hat…

With all these things happening we also get to know some things about the past of Lydia Hays… She personally knows Kale because she was a client of his during his work as a dressman. And… she has some other secrets…

Gegen Ende dieses Teils misstraut Rachel dieser Lydia Hays so sehr, dass sie ihr zukünftiges Verhalten nicht mehr richtig einschätzen kann und stetig unsicherer wird.

At the end of this story Rachel is really distrustful of Lydia – and she really can’t rate the reactions of the doctor…

„Ja, ich vertraute jedem so lange, bis ich ihm überhaupt nicht mehr vertraute. Dieser Fall war jetzt eingetreten und ich bezweifelte, dass ich meine Unsicherheit vor ihr verbergen konnte.“

(E-Book-Ausgabe, S. 265)

Trotz der Vorliebe für starke, ernste und düstere Themen hat Marion Schreiner in „Lydias Haus“ ein Herz für die Fans von Happy-Ends und gibt Kale und Rachel zum Ende zu ein filmreifes Wiedersehen, welches man sich gut auf einer Leinwand vorstellen kann:

Even though Marion Schreiner is writing dark and strong stories, she has a heart for the lovers of happy-ends. So Rachel and Kale are getting their movie-like reunion…

„Ich sah, wie er winkte, sich dann umdrehte und zu seinem Wagen ging. Ich ließ ihn ziehen, denn es konnte nicht Kale sein. Er wäre bei meinem Anblick zurückgekommen und hatte mich hier rausgeholt…“

„Kale sah noch einmal zu Rachel hinüber. Sie lächelte nicht, als er ihr zuwinkte. […] Er drehte sich um und ging zu seinem Wagen. Wenn sie es verhindern wollte, hätte sie gerufen oder gewunken.“

„Es passierte etwas, das ich nie für möglich gehalten hätte: Kale Hatfield nahm mich in seine Arme.“

(E-Book-Ausgabe, S. 274/ 275)

…if only for a short time…

We know that the story of Kale and Rachel – and Lydia – is not over yet.

And so Marion Schreiner is putting in some words to make us curious for the third novel in the story of Kale Hatfield…

Allerdings kann dieses Geschichte um Kale und Rachel – und Lydia – hier nicht zu Ende sein und so findet Marion Schreiner auch ein paar schöne Worte, um uns auf den nächsten Teil neugierig zu machen…

„Denn als ich Lydias Blick sah, wusste ich, dass noch zu viele Geheimnisse zwischen uns standen, die das Glück von Kale Hatfield verhindern würden.“

(E-Book-Ausgabe, S. 275)

lydias haus 2
Screenshot-Quelle: Amazon

Der dritte Teil der Geschichte um Kale Hatfield ist in Arbeit, sogar fast fertig und Marion Schreiner gibt interessierten Lesern hier einen Einblick, wie es weitergeht…

Seid gespannt!

The third part of the story is in the works, nearly done – and Marion has given us some insights on the facebook-page on how the story continues…

Be curious!

~ Eva Stachniak: „Der Winterpalast“ / „The Winterpalace“ ~

Spione. Immer und überall gab es sie – und wird sie auch in Zukunft geben.

Spies. Forever and always they have been working – in the past and definitely in the future.

„Spione bleiben normalerweise unsichtbar, außer sie werden enttarnt, oder sie treten freiwillig ans Licht der Öffentlichkeit. Die Ersteren waren so töricht, verräterische Spuren zu hinterlassen, die Letzteren haben ihre eigenen Gründe, sich zu offenbaren.“

(S. 11)

Bildquelle: https://i0.wp.com/www.suhrkamp.de/cover/200/35895.jpg
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Was passiert, wenn man als Spionin sein Misstrauen verliert und menschliches Vertrauen entgegenbringt?

Lauern überall Verräter – wem kann und darf man noch vertrauen?

What happens, if – as a spy – you loose your distrust and give trust?

Are the traitors everywhere? Whom can you trust – and whom should you?

***

Diese Fragen stellt sich die junge Warwara nicht, als sie als Tochter eines polnischen Buchbinders und einer verarmten Adligen geboren wurde, ihre Kindheit erlebte und nach Sankt Petersburg kam. Ihr Vater hatte dort gute Aufträge und arbeitete auch für Kaiserin Anna.

These are no questions for young Warwara when the daughter of a polish bookbinder and an impoverished aristocratic was born and lived through her childhood and then came to Sankt Petersburg. Her father had many orders on hand and also worked for emperess Anna.

Die spätere russische Kaiserin Elisabeth nahm Warwara nach dem Tod ihres Vaters unter ihre Fittiche und nach einer anfänglich sehr schlimmen Zeit für Warwara wird sie zur „Zunge“ – zur Informantin im Auftrag verschiedener Herren. Sie spioniert anfangs noch für ihren Lehrer, den Kanzler des Reiches, später für die Kaiserin selbst und die Großfürstin Katharina. Der ehemaligen Prinzessin Sophie von Anhalt-Zerbst soll sich die junge Warwara nähern und ihre „Freundschaft“ anbieten.

The new emperess – Elisabeth – is looking after Warwara after her father died. Nevertheless the young woman had a horrible time until she is trained to be a „tongue“ – a spy by order of many. First she spied for her teacher – the chancellor of Russia, later on for the emperess herself – and for the grand duchess Katharina. The former princess Sophie of Anhalt-Zerbst should become „friends“ with Warwara – and she will have to do her job.

 

„Du könntest ihre Freundin werden, hatte die Kaiserin im Januar gesagt, als wir auf die Ankunft der Prinzessin warteten. […] Ist das der Grund, warum ich zum ersten Mal sehenden Auges gegen alle Gebote handelte?“

(S. 97/ 105)

 

Warwara ist nicht mehr nur die Spionin, die stur ihre Informantenaufgabe erledigt – sie hat Sehnsucht nach Vertrauen – auch wenn es nur ein flüchtiges Gefühl sein sollte. Sie beginnt, sich wichtig zu fühlen und natürlich wird ihr auch ein bestimmtes Vertrauensgefühl von ihren Auftraggebern entgegengebracht.

Aber wie zerbrechlich dieses Vertrauen und ihre Stellung ist, soll Warwara noch früh genug erfahren…

Warwara is no longer just the spy who does his job – she longs for trust – even if it is a fleeting feeling. She begins to feel important and definitely she is trusted by her clients.

But she soon learns how fragile this trust is …

 

Warwara wird auf Befehl der Kaiserin Elisabeth mit einem Soldaten verheiratet und sie ist mehrere Male nah dran, das ihr entgegengebrachte „Vertrauen“ zu verlieren. Doch sie fängt sich immer wieder und denkt, sie tue das Richtige.

Rückblickend wird ihr jedoch bewusst, dass sie nie eine wirkliche „Vertraute“ von Katharina war, sondern nur eine von vielen…

Warwara is married to a soldier – by the wish of Emperess Elisabeth and she nearly looses the „trust“ of her clients. But she always falls on her feet and thinks she is doing the right thing.

In Retrospective she sees things clearer and is more aware than ever that she was not a real „confidante“ but only one of many…

„Drei Personen, die immer um sie sind und nichts voneinander wissen, berichten mir, was vorgeht, und werden mich unfehlbar davon in Kenntnis setzen, wenn der entscheidende Moment gekommen ist.

(S. 9/ Brief Katharina an den britischen Gesandten am Hofe von Kaiserin Elisabeth)

 

* Wie ergeht es den Kindern von Warwara – und Katharina? What happens to the children of Warwara and Katharina?

* Welche Intrigen und Machenschaften werden am russischen Zarenhof gesponnen? What kind of intrigues are made at the royal court?

***

Eva Stachniak zeigt uns in „Der Winterpalast“ eine spannende Geschichte, mit vielen Details und historischen Persönlichkeiten, die sich zu einem farbenprächtigen Bild verbinden.

Eine Zeit, die von Umbrüchen gezeichnet ist, von dem Wunsch der Herrscher, zu strahlen und dem Wunsch der Bediensteten, zu gefallen.

Wir werden durch den wunderbaren Schreibstil tief hineingezogen in diese Geschichte, die mit „Die Zarin der Nacht“ eine Fortsetzung findet.

Mir fiel es unglaublich schwer, diesen historischen Roman aus der Hand zu legen – aber man braucht ja auch mal eine Pause.

Ich habe „Der Winterpalast“ regelrecht verschlungen und kann auch jedem nur halbwegs Interessierten diese Geschichte ans Herz legen.

Hier kann  man eine kurze Leseprobe erhalten.

Ich freue mich, wenn ihr mir eure Gedanken zum Buch mitteilt und ob es euch gefallen hat.

„Breathe“ – eine Dystopie, die den Atem raubt…

ZWAR bin ich nicht in den Genuss eines Leseexemplar-Gewinns gekommen, dennoch habe ich in den letzten zwei Tagen Sarah Crossans Young-Adults-Roman „Breathe“ geradezu verschlungen, dank Kathrin, die mir ihr Exemplar ausgeliehen hat.

Bildquelle: http://www.magazin.dtv.de/wp-content/uploads/2013/03/breathe_cover_magazin_210px.jpg

Und ich kann nur sagen: klasse!

Sarah Crossan, die übrigens neben ihrem Blog auch twittert und auf Facebook aktiv ist, ist es gelungen, einen fesselnden Roman zu schreiben, dessen Fortsetzung „Resist“ im Herbst diesen Jahres im englischsprachigen Raum erscheinen soll.

***

Leben unter Glas – ohne reale Bäume, ohne Chance, außerhalb zu überleben. Angewiesen auf Sauerstoffzuteilungen, die man mit horrenden Preisen bezahlen muss – eine Gesellschaft unterteilt in wohlhabende Premiums und nicht so wohlhabende Seconds. Keine Aufstiegsmöglichkeiten, es sei denn, man heiratet eine gesellschaftlich höhergestellte Person.

Dieses „niedere“ Leben führt Bea mit ihren Eltern, die sich nicht die ausreichende Menge an Sauerstoff leisten können und ständig an der Grenze des „Atembaren“ leben.

Ihr Freund Quinn hingegen ist ein Premium, der mit Sauerstoff „überversorgt“ ist, Sport treiben kann und auch sonst auf der Sonnenseite des Lebens zu stehen scheint.

Bis er Alina kennenlernt – eine junge Rebellin, der er bei der Flucht aus der Kuppel hilft und so in ein Abenteuer und ein Leben gezogen wird, von dem er nicht geträumt hätte.

***

Wie regierst du, wenn dir seit jeher vom System eingetrichtert wird, dass ein Leben außerhalb der „schützenden“ Kuppel nicht möglich ist und außerhalb keine Bäume existieren – und du merkst, dass du dein ganzes Leben belogen wurdest…?

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Bea, Alina und Quinn lernen, dass man im Leben Opfer bringen muss und sich auch neue Freundschaften entwickeln, wenn man nicht daran geglaubt hat und sich auf andere Personen einlässt. Sie lernen auf die harte Art, hinter die Fassade des Ministeriums der Kuppel zu schauen und sind am Ende auf sich allein gestellt…

Aber sie haben gelernt, zu überleben – in Kälte, unter schwierigen Bedingungen – ob mit Freunden oder ohne – und es zeigt sich: die Hoffnung stirbt zuletzt – und manchmal ist nicht alles vergebens – auch wenn alles in Schutt und Asche liegt…

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FAZIT:

Dystopien üben auf ihre Leser immer eine besondere Faszination aus – wegen der Hintergrundgeschichten und der Darstellungen über düstere Zukunftsgeschehenisse.

In Sarah Crossans „Breathe“ ist allerdings nicht alles schwarz und weiß. Es gibt keine „guten“ und „bösen“ Charaktere – alle haben, wie die meisten Menschen auch, in ihrem Leben etwas getan, worauf sie nicht stolz sind – aber gerade das macht sie zu menschlichen Figuren.

Selbst Außenseiter, die in ihrem Leben gemordet haben, werden zu Verbündeten im Kampf für eine bessere und lebenswerte Zukunft.

Gerade darin liegt der Reiz des Romans: die Charaktere überwinden ihre anfänglichen Ängste und Vorbehalte – und setzen sich zusammen für ein gemeinsames Ziel ein.

ABSOLUT LESENSWERT!!!

 

Wer das kurze erste Kapitel (in englischer Sprache) lesen möchte und in diesem Alina kennenlernen will, kann dies hier tun.

Die deutsche Leseprobe gibt es hier.