~ Q & A: Frank Rüdiger ~

Willkommen zu einem neuen Q & A!

Mein Gast diesmal: der Autor, Fotograf, Museologe und Londonliebhaber Frank Rüdiger.

Einigen von euch wird er eventuell noch aus vergangenen Blogeinträgen bekannt sein. Für Interessierte und Neuleser hier ein kleiner Einblick in Stichpunkten:

– geboren und aufgewachsen in Gera, hat Museologie in Leipzig studiert

– lebt mit seiner Frau Ulla Spörl (ebenfalls Autorin) in Gera

– von ihm bekam ich mein erstes Rezensionsexemplar 🙂

– Autor/ Co-Autor von mehr als 50 Werken

***

Sein wunderbares Buch „Cockney, Cookies, Camden Market“ habe ich geradezu verschlungen und natürlich auch darüber berichtet.

London
London

***

Lieber Frank,

vielen lieben Dank, dass du dir die Zeit genommen hast, für mein Q&A Fragen zu beantworten.

Da ich bereits einige andere Gäste zur Fragenbeantwortung hatte, nehme ich auch immer Bezug zu anderen Themengebieten, getreu dem Blognamen „…andmore“. Ich hoffe, das kommt dir ein wenig entgegen 🙂

Sicherlich werden sich die Fragen hauptsächlich um London drehen, aber das ein oder andere „Londonfremde“ wird auch zu finden sein.

1. Als Fotograf und Museologe hast du ja vielleicht einen anderen Blick auf die Dinge als der „normale“ Tourist. Was ist es, was dich an der Stadt London so fasziniert? Gibt es eine andere Stadt, von der du ähnlich beeindruckt bist?

 Es ist die wunderbare Mischung aus Tradition und Moderne, die mich an London so fasziniert. Da gibt es neben den natürlich bekannten Touristenmagneten noch soviel Kleines und Unbekanntes zu entdecken, dass es einen täglich aufs Neue motiviert, sich auf den Weg zu machen. Es ist das Selbstverständnis des ständigen Wandels, dass diese Stadt, die trotz ihrer Größe wirklich überschaubar ist, prägt.

Und es sind natürlich die Menschen, die diese Stadt interessant und liebenswürdig machen.

Auch wenn das jetzt vielleicht etwas seltsam klingt –zumindest schauen mich viele Bekannte immer ungläubig an, wenn ich das erzähle– aber für mich hat diese Stadt auch einen unverwechselbaren Geruch!

Sicherlich hat jede Stadt ihre Besonderheiten und Eigenarten, aber die Faszination und Ausstrahlung, die ich nun schon über zwei Jahrzehnte in London empfinde, habe ich so woanders noch nicht erlebt.

2. Könntest du dir vorstellen, für längere Zeit (länger als ½ Jahr) in London zu leben? Wenn ja, an welchem Ort in dieser schönen Stadt würde man dich wohl am ehesten finden?

 Ich war schon länger als ein halbes Jahr dort. Wenn wir in London sind, wohnen wir im Haus eines Freundes in Bloomsbury. Aber du findest mich natürlich nicht nur dort. Zwischen Croydon und Enfield, oder Dartford und Hounslow gibt es soviel Interessantes, dass ich mich beim besten Willen nicht festlegen kann.

3. Du bist ja generell sehr am Britischen interessiert – gibt es ein englischsprachiges Buch/ Film/ Serie, die du empfehlen würdest zu lesen/ anzuschauen? Aus welchem Grund?

 Oh, das ist natürlich ein sehr weites Feld, dass literarisch von Emily Brontë und Jane Austen über Charles Dickens bis zu Ian McEwan reicht. Im Film/TV sind es natürlich Holmes (Basil Rathbone oder Benedict Cumberbatch), die Herren Barnaby, Banks oder Lynley, „Downton Abbey“ oder „Die Tudors“. Aber auch „Notting Hill“ und „Tatsächlich … Liebe“ gehören je nach Stimmung zu den Favorites. Und nicht zu vergessen – „Little Britain!“

Generell kann ich nur empfehlen, die Filme möglichst im englischen Original anzuschauen.

Übrigens für Londonliebhaber ein Muss: Peter Ackroyd – „London Die Biografie“!!!

Warum? Ich könnte ja jetzt was über die Erzählstruktur oder Perspektive erzählen, aber das wäre nicht die Wahrheit. Die Wahrheit ist, dass es ganz einfach Bücher, Filme, Geschichte und Geschichten sind, die in dem Land spielen, in dem ich mich wohlfühle.

4. Wird es von dir weitere Bücher/ Episoden über deine Londonerlebnisse geben?

Gern, falls es jemanden interessiert.

Im Moment ist geplant, eine überarbeitete Neuauflage auf den Markt zu bringen. Die wird neue Bilder enthalten. Das hat auch damit zu tun, dass dieses Büchlein ja nicht geplant war. Wir haben im Freundes- und Bekanntenkreis immer mal wieder das eine oder andere Erlebnis aus London zum Besten gegeben und irgendwann hat der Verleger meiner Frau gesagt: Mensch, da machen wir ein Buch draus. Natürlich wollte ich es dann auch schnell haben, hatte aber nicht zu allen Geschichten passende Bilder. Ich war z.B. schon über 20 mal in London, habe aber feststellen müssen, das ich nicht ein einziges Foto vom Tower besaß! Und nun ist eine neue Auflage mit einigen neuen Bildern in Arbeit.

5. Bei meinen beiden Londonbesuchen hatte ich bisher nur positive Erlebnisse. Das lag zum einen an den grandiosen Londoner Sommern der letzten Jahre und zum anderen an den freundlichen Menschen, denen ich begegnet bin.

Hattest du während deiner Londonaufenthalte eigentlich je richtig „unliebsame“ Begegnungen/ Erlebnisse?

 Unliebsam würde ich nicht sagen. Eher unangenehme. Und die hatten interessanterweise alle mit deutschen Touristen zu tun. Eine davon ist ja auch in meinem Buch beschrieben …

6. Die Londoner U-Bahn. Viele schimpfen darüber, andere lieben sie. Ich gehöre zufällig zu letzterer Kategorie und fahre ziemlich gern U-Bahn, wenn ich in der Stadt bin. Bist du eher ein Benutzer der öffentlichen Verkehrsmittel der britischen Hauptstadt oder läufst du lieber? Sicher kommt es auf die Entfernung zum Ziel an, aber theoretisch gesprochen…?

 Ich gestehe, dass ich tatsächlich meistens zu Fuß unterwegs bin. Das hat natürlich auch damit zu tun, dass ich viel mit der Kamera auf Achse bin. Ansonsten fahre ich sehr gern Bus, schon wegen all dem, was man da zu sehen kriegt. Die Tube nehme ich nur bei Zeitnot und langen Strecken.

7. Schnellantwort-Runde:

Sommer oder Winter? Herbst

Fliegen oder mit dem Zug reisen? Fliegen, das kommt meiner Ungeduld entgegen.

Englisches Frühstück oder Kontinentales Frühstück? Full english breakfast

Sherlock oder Watson? Holmes

Lieblingsbrücke in London/ warum? Die Albertbridge wegen ihrer unaufdringlichen Eleganz

Beliebteste historische Figur Englands? Shakespeare, falls er wirklich alles das geschrieben hat, was man ihm zuschreibt

Tower oder Royal Navy College Greenwich? Greenwich, wegen der vergleichsweisen Ruhe und dem wunderbaren Blick zur Isle of Dogs

Wenn es in London regnet, bin ich.… zu Hause

Drei Dinge, die du unbedingt nach London mitnimmst:…. meine Frau natürlich, Kamera, London A bis Z

3 Orte (außer London) an denen du gern leben würdest: …. südliches Devonshire, Orkneyinseln, Swansea

8. Samuel Johnson hat gesagt: “Sir, when a man is tired of London, he is tired of life; for there is in London all that life can afford.”

Gibt es einen Ausspruch (außer der wirklich wunderbaren Liebeserklärung von Harry Meyer im Roman deiner Frau), der deine Liebe und Begeisterung für die Stadt an der Themse auf den Punkt bringt? Oder wäre es eher ein Zusammenspiel von vielen Zitatteilen?

 „Endlich war ich also in London, und nichts machte mir mehr Spaß, als den ganzen Tag in meinem neuen Revier herumzuschlendern. London kam mir vor wie ein Haus mit fünftausend verschiedenen Zimmern; der ganze Reiz lag darin, zu entdecken, wie die Zimmer untereinander verbunden waren, und sie allmählich alle zu durchlaufen.“ (Hanif Kureishi)

An dieser Stelle noch einmal vielen lieben Dank und ich hoffe, die Fragen haben die Londonsehnsucht wieder geschürt 🙂 auf dass viele neue Erlebnisse, Eindrücke und Fotos den Weg in ein weiteres „Cockney, Cookies, Camden Market“ finden 🙂

Episoden für Londonliebhaber: Frank Rüdigers „Cockney, Cookies, Camden Market“

Manche Bücher sind dicke Wälzer, die liest man 1x durch, stellt sie dann in die nächstbeste, freie Lücke im Bücherregal und schaut sie längere Zeit nicht mehr an.

***

Bei Frank Rüdigers kleinem, 79-seitigem Büchlein ist es das komplette Gegenteil. Und das sowohl für Londonkenner, als auch für „Neuliebhaber“ der Themsestadt. Diese Behauptung stelle ich an dieser Stelle auf und warte einfach – ob mir jemand das Gegenteil beweisen kann…

P1010462

Passend zum Titelbild erzählt der Fotograf, Fotohistoriker und Museologe Frank Rüdiger „my point of view“ – seine Ansichten dieser lebendigen und faszinierenden Stadt, die ihre Besucher in ihren Bann zieht und sich schwer damit tut, sie wieder gehen zu lassen. Und viele Londonbesucher (mich eingerechnet) lassen sich auch nicht zweimal bitten, wenn es die Möglichkeit gibt, weitere Facetten der Stadt zu erkunden.

***

Frank Rüdigers Buch kommt ohne Inhaltsverzeichnis aus, obwohl es aus mehreren Einzelepisoden besteht, die jede für sich – aber auch alle gemeinsam betrachtet, ein Bild von London zeigen, wie man es selbst vielleicht auch schon das ein oder andere Mal gesehen hat – leere Straßen, freundliche Menschen, bizarre Zeitgenossen…

In insgesamt 11 „Kapiteln“ lässt der schreibende Fotograf mehrere Londonaufenthalte Revue passieren und verhilft so manchem skurilem Ereignis ans Licht der Leserwelt.

P1010466

Beispielsweise schildert er die „gewöhnungsbedürftige“ Begegnung mit ebenfalls deutschsprachigen Touristen auf dem Highgate-Cemetery. Schon bei der Lesung auf der Leipziger Buchmesse verlieh er dieser Begegnung sprachliches Leben – und – ich fühlte mich sofort an eine ähnliche Episode während meines Londonaufenthaltes im letzten Jahr erinnert. Auch mit einem deutschsprachigen Ehepaar und auch dies verlief ähnlich skuril.

***

„Cockney, Cookies, Camden Market“ hat neben den Reiseerlebnissen Frank Rüdigers und seiner Frau Ulla Spörl (die ebenfalls Autorin ist) natürlich auch viel Wissenswertes zu bieten. Und das wird wunderbar in den sprachlich fließenden Sätzen mitgeteilt und auf diese Weise gut im Gedächtnis behalten. Da ich mich nicht mit englischen Spracheigenheiten beschäftigt habe, bin ich jetzt schlauer und weiss, dass Cockney ein englischer Dialekt ist, deren Sprecher ursprünglich in Hörweite der Kirche St. Mary-le-Bow geboren wurden.

P1010465

Eine besonders schöne Eigenschaft des Buches sind die britisch-trockenen Beschreibungen des Autors, die einen zum schmunzeln bringen ob der eigenen Erfahrungen oder der vielleicht ungewollten Komik der jeweiligen Situation. Dadurch erfährt das Leserlebnis noch eine weitere Aufwertung.

„Übrigens,

wem Lebkuchen und Schokoladenweihnachtsmänner in den deutschen Supermärkten

im Oktober zu spät sind, der findet in London garantiert seine Erfüllung.

Die beiden großen Kaufhäuser Harrods und Selfridges beginnen jeweils Ende Juli/Anfang August

mit dem Verkauf ihrer weihnachtlichen Produkte.

Und mal ganz ehrlich:

Gibt es etwas Besinnlicheres, als zu Irvin Berlin’s Weihnachtsklassiker „White Christmas“

in der Version von Bing Crosby mit Sonnenbrille, T-Shirt und Sandalen

Weihnachtsbaumkugeln und Lametta für das Fest der Liebe auszuwählen?“ (S. 29)

P1010467

Frank Rüdiger liefert mit diesem Büchlein einen Einblick in eine reiche Vielfalt von Themengebieten, die sich dem Londonbesucher von heute bieten: Museale Erfahrungen, Weihnachten/ Jahreswechsel in London, Arbeitende Menschen in London, längere Busfahrten zu Sightseeingzwecken oder Erfahrungen bezüglich des Geldwechselns… für Interessierte aber auch für Neulinge findet sich hier eine Bandbreite an nützlichen und unterhaltsamen Einblicken.

***

Wer nach der Lektüre mit Frank Rüdiger (oder seiner Frau) in Kontakt treten möchte und Fragen hat: beide sind auf Facebook vertreten.

Frank Rüdigers Facebookseite

Ulla Spörls Facebookseite

***

An dieser Stelle möchte ich mich noch einmal bei Frank – und natürlich bei seinem Verlag „Der Neue Morgen“ bedanken, die mir das Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt haben. Vielen Dank

P1010468

FAZIT:

Wer Reiseberichte jeglicher Art liest und insbesondere London als Stadt und ihre Einwohner liebt – der ist hier richtig.

Ein Fotograf mit dem Blick für nicht alltägliche Situationen schreibt einige seiner Reiseerlebnisse nieder – herausgekommen ist ein Buch, das man auch gern mehrere Male in die Hand nimmt, nur um sich die eine oder andere Situation noch einmal vor Augen zu rufen.

„Cockney, Cookies, Camden Town“ ruft praktisch schon selbst aus dem Bücherregal „Lies mich, schau mich an!“ – und wer kann da schon wiederstehen…

 

***UPDATE***

Auch Frank Rüdiger sowie sein Verlag „Der Neue Morgen“ haben meine Rezension lobend erwähnt bzw. auf meine Nachricht geantwortet.

antwort rüdiger

Frank Rüdigers Antwort und mein erstes Rezensionsexemplar

Heute ist ein guter Tag 🙂

Es ist immer wieder eine Freude (und wie ich empfinde, auch eine Ehre), wenn Autoren die Blogeinträge lesen und antworten.

So geschehen bei Sarah Morris, deren Werk „Le Temps Viendra“ ich praktisch verschlungen habe. Und auch Sandra Hughes („Zimmer 307“) nette Antwort auf meinen Artikel werde ich nicht vergessen.

***

Heute nun erreichte mich eine weitere Email.

Frank Rüdiger, der Autor vonCockney, Cookies, Camden Market, dessen Lesung ich mit viel Freude auf der diesjährigen Buchmesse verfolgte, schrieb mir und bedankte sich für die netten Worte.

Des weiteren bot er an, mir ein Rezensionsexemplar seines Erstlingswerkes zuzusenden – worüber ich mich natürlich sehr gefreut habe und umgehend antwortete 🙂

Es passiert schließlich nicht jeden Tag, dass man solche Angebote erhält.

Nun warte ich also gespannt auf das Eintreffen des Büchleins 🙂

***

Ein schöner Tag 🙂

antwort rüdiger

 

 

Alle Jahre wieder… Die Buchmesse in Leipzig

Es ist kaum zu glauben: schon wieder ist ein Jahr vorüber und die Buchmesse lockt tausende Menschen in die Messestadt. Da ich in Leipzig wohne, ist mein Anreiseweg glücklicherweise nicht sehr lang und das ist auch gut so, denn mein heutiger Messetag beginnt schon früh.

Dieses Jahr hab ich mir mehr Zeit für Lesungen genommen und dies auch ordentlich ausgekostet.

Hier mal mein Programm von heute:

10:30 Uhr ==> Lesung von Marion Schreiner „Vielleicht gab es keine Schuld“

Hier stellte die sympathische Autorin den dritten Teil ihrer Trilogie um die Familie Gelton vor. Der erste Teil („Die Scheune“) thematisierte den Vater, Dane Gelton. Dieser wurde als Kind missbraucht und avancierte zum psychopathischen Mörder. Im zweiten Teil („Das blaue Haus“) dreht sich alles um seinen Aufenthalt in einer Anstalt und die Geschichte seiner zukünftigen Frau, die er dort kennenlernt.

Teil 3 nun fokusiert den Sohn der beiden, Christopher. Als er geboren wird, hat er nicht wirklich viel von seinen Eltern: Vater tot, Mutter tablettensüchtig und später durch Suizid umgekommen.

Bereits im Kindergarten werden seine Eigenheiten sichtbar, die er bereits in diesen jungen Jahren angehäuft hat.

Unbedingt lesenswert!

Übrigens: Die Autorin ist auch auf Facebook vertreten und hier findet ihr ein Interview mit ihr.

*****

 

11:15 Uhr ging es dann weiter zum internationalen Forum und einer Lesung des amerikanischen Schriftstellers Alexander Chee. Er stellte sein neues, noch unveröffentlichtes Werk „The Queen of the Night“ vor.

Diese Lesung war auch sehr interessant, obwohl ein kleines Manko vorherrschte – zumindest meiner Ansicht nach.

Alexander Chee ist ein sympathischer Autor, der gut auf Interviewfragen reagiert und schön frei erzählen kann, wie er zu dem Thema gekommen ist (er suchte ein Abenteuer) und ob er die Hauptfigur gewählt hat (sie hat ihn gefunden).

Allerdings liest er ohne Punkt und Komma. Dies macht es dem Zuhörer schon etwas schwerer zuzuhören, obwohl die Geschichte, wie gesagt, sehr interessant klingt.

Aber mal sehen. Wenn sie veröffentlicht wird, werd ich nochmal einen Blick hineinwerfen und vielleicht überzeugt sie mich dann mehr.

Hier ein Interview mit ihm.

****

Dann wurde es langsam Mittag und bei der nächsten Lesung/ Präsentation, „…und über uns kein Himmel“ traf ich mich mit Kathrin. Wir tauschten zunächst unsere medienpädagogischen Bücher und ich bekam von ihr leihweise „Breathe“ überlassen.

Diese Graphic Novel, die sich mit einem sehr ernsten Thema (Kinderheime und Misshandlungen in der Zeit von 1936-53)  beschäftigt ist auf jeden Fall lesenswert und verdient mehr als einen zweiten Blick.

***

Etwas lustiger ging es dann ab 15:00 Uhr zu.

In „Cockney, Cookies, Camden Market“ schildert der Autor Frank Rüdiger lustige und teilweise skurile Geschehenisse während seiner Londonbesuche. Einige Episoden brachten auch das Publikum zum Lachen und der Autor wirkte ebenfalls sehr gelockert und sympathisch. Auch passiert ihm das, was vielen London-Liebhabern und Englischsprechenden ab und an passiert: sie fangen einen Satz auf Deutsch an und sprechen dann deutsche Worte mit einem englischen Touch aus – sehr schön und sympathisch.

Auf jeden Fall werd ich dieses Buch im Auge behalten.

Gute Erfahrungsberichte könnt ihr hier lesen.

***

Meine letzte Lesung des Tages führte mich ab 17:30 Uhr in die Untiefen des Lebens ehemaliger DDR-„Offiziere“ – Menschen, die andere bespitzelten und auch dafür zu sorgen hatten, dass die Menschen in der DDR blieben und nicht auf „dumme Gedanken“ kamen. Nun fristen sie in „Waldfrieden“ ein mehr oder weniger erfülltes „Rentnerdasein“, nur gestört durch die Trauerrede bei der Beerdigung eines Mannes, dessen Geschichte später noch betrachtet wird. Sie fühlen sich durch die Rede angegriffen, wollen sich beschweren…

Dies ist alles erst der Auftakt zum weiteren Geschehen des Buches…

Dieser Autor mit Namen Michael Krügel kann sehr gut lesen und überzeugt auch durch unterschiedliche Stimmarbeit und seine Gestik.

Definitiv ein Lesetipp – wenn es denn erschienen ist 🙂

 

****

Ich hoffe, euch hat mein Einblick in den Messetag gefallen und ich bin – wie immer – gespannt auf eure Kommentare 🙂