~ Endlich wieder Kino: Die Schöne und das Biest / Finally Cinema: The Beauty and the Beast ~

Endlich war ich mal wieder im Kino!

Natürlich hat es mich zu einer Geschichte geführt, die bereits in der Zeichentrickversion von 1991 wundervoll war und ebenfalls heute in der Realverfilmung verzaubern kann:

„Die Schöne und das Biest“

Finally it has been Cinema-time for me!

For sure this time I was in for a story that was wonderful in its animated version in 1991 and definitely had everything to charm you in the real movie version of this year:

„The Beauty and the Beast“

source: http://de.web.img2.acsta.net/pictures/17/01/16/11/39/352492.jpg

Prominent besetzt ist diese Verfilmung mit wundervollen Schauspielern wie Luke Evans (Gaston), Dan Stevens (Biest/Prinz), Emma Thompson (Md. Pottine), Kevin Kline (Maurice), Ewan McGregor (Lumiere), Ian McKellen (vonUnruh) und natürlich Emma Watson in der Rolle von Belle.

This movie has some of the great names of the movie business in it: Luke Evans (Gaston), Dan Stevens (Biest/Prinz), Emma Thompson (Md. Pottine), Kevin Kline (Maurice), Ewan McGregor (Lumiere), Ian McKellen (vonUnruh) and the talented Emma Watson as Belle. 

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Bei der Realverfilmung von Cinderella (2015) war ich nicht geneigt, mir diesen im Kino anzusehen – und auch wenn ich mir heute Szenen des Films anschaue bin ich noch nicht so wirklich von dieser Verfilmung überzeugt.

Ganz anders bei „Die Schöne und das Biest“!

When Cinderella came into cinemas in 2015 I wasn’t attracted to seeing this one – and even now, when I watch scenes of it online – I am not convinced of this movie.

It’s definitely another thing with „The Beauty and the Beast“!

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Schon die Zeichentrickvariante hatte als Kind mein Herz im Sturm erobert und die Realverfilmung ist nicht minder großartig.

Sicherlich hat man – zumindest war es bei mir so – die Zeichentrickvariante im Hinterkopf und kommt auch nicht umhin, manchmal Vergleiche ziehen zu wollen; allerdings haben sich die Macher bei Disney wirklich große Mühe gegeben und einen liebevoll gestalteten Film mit guten Effekten zustande gebracht, der sich nicht verstecken muss.

The animated version of 1991 stole my heart in a minute and this movie now is quite the same.

Sure – when you have seen the animated version – you tend to compare some things; but the whole team of Disney did an amazing job in bringing the beloved characters and the story back to life in a lovingly way. „The Beauty and the Beast“ definitely has no reason to hide.

Luke Evans ist die perfekte Besetzung für die Rolle des selbstverliebten und bösartigen Gaston und Josh Gad als LeFou ist durch seinen Wandel am Ende doch noch sympathischer als in der Zeichentrickvariante.

Emma Thompson als Madame Pottine passt wunderbar in das Ensemble und auch Kevin Kline als Maurice ist eine sehr gute Wahl.

Emma Watson als Belle ist sehr überzeugend, auch wenn ich am Anfang einige Minuten brauchte um mir ihr „warm zu werden“.

Dan Stevens ist als Biest bzw. Prinz definitiv ein guter Griff – zumal er als Prinz am Ende auch wesentlich besser aussieht als der Prinz in der Zeichentrickvariante. Meine Meinung.

Luke Evans is the perfect choice for playing narcissistic and bad guy Gaston and Josh Gad portrays Le Fou as a man who can change but needs his time to see that Gaston is not a good person. Well done.

Emma Thompson as Madame Pottine couldn’t be any better and also Kevin Kline as Belles father Maurice is a good choice.

I really like Emma Watson portraying Belle, even though I needed a few minutes to „get used“ to her in this movie. Don’t know why.

Dan Stevens is a wonderful beast/prince and definitely better looking at the end than the animated prince in 1991. My opinion.

source: http://i.dailymail.co.uk/i/pix/2016/05/23/15/34884AE100000578-3605003-image-a-9_1464013879302.jpg

Auch die hinzugefügten Szenen – zum Beispiel die Szene, in der das Biest Belle das Buch der Zauberin zeigt,  mit dem sie an andere Orte reisen kann – fügen sich optimal in die Handlung ein und erklären einige Dinge, die in der Zeichentrickvariante unerwähnt blieben.

Also the added scenes – like the one where the beast shows Belle the book the enchantress gave to him and they travel to the point where Belle discovers what happened to her mother – are very well done and in this way some things are explained that haven’t been mentioned in the animated version.

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Meiner Meinung nach sollte man sich „Die Schöne und das Biest“ auf jeden Fall anschauen und sich in die Geschichte ziehen lassen. Vergleiche mit dem Zeichentrickfilm sind in dem Fall müßig, da ein längerer Zeitpunkt zwischen den Produktionen liegt, es unterschiedliche Produktionsarten sind und auch unterschiedliche Intentionen mit jeder Verfilmung verbunden sind.

DEFINITIV SEHENSWERT!!!

You should definitely go and see „The Beauty and the Beast“ and get yourself lost in the story. And its better not to compare the animated version with this one – it has been a long time between the productions and both movies have different intentions in them.

DEFINITELY A MUST SEE!!!

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~ Marion Schreiner: „Stumme laute Schreie“ ~

Nachdem Marion Schreiner mit „Vielleicht gab es keine Schuld“ den letzten Teil ihrer Trilogie um Dane Gelton und seine Familie veröffentlich hat, ruhte sie sich keineswegs auf der faulen Haut aus.

Sie schrieb.

In Großbritannien entstand ihr derzeit aktuelles Buch „Stumme laute Schreie“, welches sich – wie auch ihre vorigen Werke – mit den Auswirkungen von Missbrauch in der Familie beschäftigt. In diesem Fall ist es übergroße, fanatische und krankhafte Liebe einer sich ungeliebt gefühlten Mutter zu ihren beiden Söhnen.

Titel
Bildquelle: https://images-na.ssl-images-amazon.com/images/I/51-7ZGE-POL.jpg

Wir lernen die Hauptperson Daryl in jungen Jahren kennen. Seine Geschichte beginnt allerdings schon wesentlich früher:

Vor seiner Geburt waren seine Eltern jung, optimistisch und tatkräftig.

Sein Vater Richard verfolgte seine Träume – bis eine schwere Krankheit (MS) alles zerstörte: seine Gesundheit, seinen positiven Willen und seinen Lebensmut.

Den einzigen Ausweg sieht er in der Selbsttötung durch Erhängen.

Und wer findet ihn: sein Sohn Daryl!

Das allein ist schon ziemlich viel für eine junge Seele, die auch schon während der Krankheit des Vaters schwer zu kämpfen hatte. Nun fallen alle Mitglieder der Familie in ein noch tieferes Loch.

Es fällt allen sehr schwer, den letzten Wunsch des Vaters zu begreifen und im Leben weiterzumachen.

„Ich will alle wieder lachen sehen.“ (S. 71)

Beide Söhne haben unterschiedliche Methoden, um mit der Trauer umzugehen und ihre Geduld und ihr jeweiliger Verarbeitungsmechanismus wird auf eine schwere Probe gestellt, als sich ein neuer Mann für ihre Mutter interessiert: Jason Brightfull.

„Brightfull wirkte vollkommen konzentriert. […] Aber er war grundsätzlich eine merkwürdige Erscheinung. man hatte bei Jason Brightfull immer das Gefühl, ihn nicht packen zu können. Irgendwie glitt er einem ständig durch die Finger, wie eine glitschige Masse. Er ließ sich auf nichts ein, bezog keine Position, zeigte keine Emotionen und hielt sich aus allem heraus. Einfach ein schwammiger Kerl.“ (S. 127)

Die Kinder mögen ihn nicht – und er sie eigentlich auch nicht!

Und Daryl kann seiner Umwelt auch nicht begreiflich machen, dass er anders fühlt und denkt – dass aber diese Gedanken durchaus hilfreich sein könnten.

„Ich habe schon immer Dinge vorausgesehen, auch wenn ich erst zehn Jahre alt bin. Doch ich bin nie in der Lage, es den Menschen rechtzeitig mitzuteilen. Eine Ahnung findet eben keine Worte.“ (S. 81)

Während sich Daryl und sein Bruder Joe in ihrem Leben ohne Vater zurechtfinden müssen, geschehen viel schrecklichere Dinge in ihrer Heimatstadt: Menschen verschwinden!

„Ralph liebte Baseball, spielte selbst in seiner Freizeit und hatte sich so sehr gewünscht, dass er seine Tochter Sam dafür begeistern könnte. Es wäre auch gut für ihre Figur gewesen, die ganz nach ihrer Mutter kam. Das waren seine letzten Gedanken, als er bereits am Boden lag und den Schläger auf seinen Schädel zurasen sah. Es tat nicht einmal weh. Es war nur ein Knacken. (S. 109/110)

 

Während wir als Leser die Geschichte verfolgen, erhalten wir Einblicke in die weiteren Bewohner von Jackson Hole und deren Probleme: Ehen, die nach außen hin friedlich und harmonisch wirken, aber hinter geschlossener Haustür mehr einer Ehehölle gleichen. Menschen, die sich in ihrer Haut unwohl fühlen, aber nichts daran ändern können – und Familien, die schon lange keine glücklichen mehr sind.

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Die örtliche Polizei kümmert sich um die Vorfälle, tappt aber zunächst im Dunkeln. Es geschehen weitere Morde und selbst die Polizei kommt nicht um Verluste herum.

Daryls Mutter ist zu diesem Zeitpunkt schon verstorben, nachdem sie vom Täter im Wald schwer misshandelt wurde und einer Hirnblutung im Krankenhaus erlegen ist.

Und der Mörder ist noch immer bei der Arbeit…

…er ist kein Unbekannter…

…und auch Daryl wird ihm begegnen…

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Marion Schreiner erzählt ihre Geschichte in der gewohnten Art: nüchtern gibt sie Einblicke in die Seele und die Motive des Täters und geht der Frage nach, was Opfer zu Tätern werden lässt.

Ihr Täter hatte eine schwierige Kindheit, ist von der Mutter missbraucht worden und fühlte sich von allen allein gelassen. Die aufkeimende Wut und vielleicht auch Hoffnungslosigkeit wandelte sich mit der Zeit in Gewalt und der Sucht danach.

Der Mörder in der Geschichte hatte eigentlich keine Chance: er hatte eine dominante Mutter, die noch dazu ihr körperliches Verlangen auf ihre Kinder projizierte; ein Bruder, der ihm nicht half und lieber zunächst das Weite suchte sowie ein Vater, der nicht die Courage hatte, für seine Söhne da zu sein…

Innerhalb der Geschichte wird sein gespaltenes Verhältnis zu sich selbst offenbart: einerseits die Suche nach wahrer Liebe, Geborgenheit und Verständnis und andererseits die unbändige und unbezwingbare Wut, die ihn zu seinen Taten bringt.

„[…], dann hatten sie ihn herumgeschubst, ausgelacht und getreten, obwohl er größer als alle anderen war. Doch in ihm herrschte zu dieser Zeit eine große Angst vor Gewalt, die er erst einige Jahre später überwand und ins Gegenteil wandelte. Er konnte nichts dagegen unternehmen. Der Wandel war wie eine erneute Geburt für ihn. Erst hatte es innerlich in ihm gebrodelt und seinen Geist und Körper erhitzt, dann war es über seine Hände nach außen gelangt. Die Aggression wandelte sich in pure Gewalt, und er schlug mit dreizehn jeden zu Boden, der ihn auch nur anzufassen gedachte. […] Er wollte Liebe und Zärtlichkeit.“ (S. 367)

Natürlich entschuldigt nichts davon die mörderischen Handlungen, jedoch – wie in Marion Schreiners anderen Büchern – wirft es die Frage auf, ob Hilfestellungen in jungen Jahren (auch Familienhilfen) nicht manches verhindert hätten.

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„Stumme laute Schreie“ dreht sich um verletzte Seelen, Angst und Gewalt und die Suche nach Geborgenheit und Verständnis. Es geht um Gerechtigkeit und die Frage nach „Gut und Böse“ – und was geschieht, wenn man beides nicht auseinanderhalten kann.

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Das Buch ist flüssig geschrieben und wie man so schön sagt, ein Pageturner. Man wird als Leser nicht unbedingt in die Geschichte hineingezogen (was auch gut ist), sondern beobachtet von außen.

Als Leser ist man gezwungen, die Handlungen so hinzunehmen, wie die Autorin sie uns serviert: nüchtern, ungeschönt mit einem gefühlt kalten Unterton.

Marion Schreiner hat einen umfangreichen Handlungsstrang entwickelt, in dem sich die Charaktere mühelos bewegen und handeln.

Zwar haben sich einige kleine Rechtschreibfehler eingeschlichen (die dem Lektor hätten auffallen müssen), allerdings ist dies verzeihbar.

Wenn ihr Marion Schreiners frühere Bücher gelesen habt, ist auch dieses sehr zu empfehlen.

Sollte das euer erstes Werk der Autorin aus Langenfeld sein: nehmt euch Zeit, lest euch in ihren Schreibstil ein und verfolgt die Geschichte.

Egal ob „Altleser“ oder Neuzugang: ich würde mich über Kommentare und eure Leseeindrücke freuen.