~ „Grimms Monster“ – ein magisches Buch, ein männlicher Cinderella – und Monster ~

~ Note for my english readers: this article will only be published in german language. If you are interested in details, please contact me. Thank you ~

Nachdem ich so begeistert vom Manga „Eine fröhliche Familie“ war, dauerte es nicht lange, bis ich mich einem weiteren Manga widmete, dessen Inhalt mir interessant erschien: „Grimms Monster“.

Der Anfang war recht nett und die Charaktere – allen voran die männliche Variante von Cinderella – schienen eine gute Geschichte erzählen zu wollen.

In „Grimms Monster“ treffen wir im ersten Teil nicht nur auf Cinderella – der natürlich wie die originale Grimm’sche Märchenfigur auch eine Vorliebe für Putzen und Sauberkeit hat, sondern auch auf andere Märchenfiguren, die allerdings in dieser Varianten nichts gutes im Sinn haben. So versteht sich z.B. Schneewittchen hervorragend auf den Umgang mit und die Anwendung von Giften…

Und auch die grafische Gestaltung ist überwiegend zufriedenstellend und interessant.

Auch das Ende des ersten Bandes verspricht eine interessante Fortsetzung…

Dennoch hat mich die Geschichte nicht 100% überzeugt.

Für eine kurzweilige Unterhaltung jedoch ist „Grimms Monster“ genau richtig.

Allerdings kann ich jedem Liebhaber von Märchen nur die Bücher der Reihe „The Land of Stories“ von Chris Colfer empfehlen. In diesen Geschichten rund um Alex und Connor Bailey werden die Leser und Liebhaber von Märchenfiguren mehr Interessantes entdecken als in dem Manga von Ayumi Kanou.

~ Kino der besonderen Art: NT’s „Frankenstein“ ~

Gestern war ich im Kino.

Dieser Satz ist eigentlich nicht ungewöhnlich und doch war es ein besonderer Nachmittag/Abend.

Zu verdanken hatte ich ihn meiner Freundin Kathrin, die Tickets für den Abend reserviert hatte. Getroffen hab ich mich dann mit meiner Freundin Vicky, die den Kinobesuch ebenfalls sehr genossen hat.

Nun zum Wichtigsten – dem Stück:

Poster
Courtesy of NT and cumberbatchweb

Gezeigt wurde – und das nur an diesem einen Tag – die aufgezeichnete Version von „Frankenstein“ – einem Theaterstück des National Theatre in London. Weiterhin war es ein guter Abend, da das Stück natürlich im englischsprachigen Original gezeigt wurde und man für gut zwei Stunden die Sprache genießen konnte.

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Das Stück setzt den Fokus auf die erschaffene Kreatur und ihre Schritte in die ihm unbekannte Welt. Wie ein Kind lernt es, seine zunächst unbeholfenen Bewegungen zu koordinieren und seine Neugier auf alles befriedigen zu wollen.

Doch auf seine Neugier und sein Bedürfnis nach menschlicher Nähe reagieren die meisten Menschen auf Grund seiner äußeren Erscheinung abgeschreckt und mitunter bösartig.

Die noch namenlose Kreatur wird geschlagen, getreten und in ihrem Vertrauen zutiefst erschüttert. Dann trifft er auf einen alten, blinden Mann, der ihm hilft. Dieser lehrt ihn neben den Kulturtechniken des Lesens und Schreibens noch andere wissenschaftliche Erkenntnisse.

Die Kreatur hat endlich einen Freund gefunden.

Freundschaft
Courtesy of NT and cumberbatchweb

Doch auch diese interessante, lehrreiche und positive Zeit hat ihr Ende.

Sie wird beendet durch einen Akt der Gewalt, hervorgerufen durch die erneute Zurückweisung und Gewalt gegenüber der Kreatur, die sich nur anpassen will und wieder in ihrem Vertrauen betrogen und enttäuscht wurde.

Und das ist erst der Anfang…

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Leicht könnte ich an dieser Stelle den gesamten Inhalt erzählen, der diesen wunderbaren Abend so interessant machte.

Lieber werfe ich allerdings einen Blick auf die Leistung der Darsteller, allen voran Jonny Lee Miller und Benedict Cumberbatch, die alternierend die jeweiligen Rollen dargestellt haben.

Deal
Courtesy of NT and cumberbatchweb

Unsere Kinoversion zeigte Jonny Lee Miller in der Rolle der Kreatur und Benedict Cumberbatch als dessen Erschaffer Victor Frankenstein.

Beide erhielten übrigens für ihre Leistung einen Olivier-Award.

Grandios stellte Mr. Miller die Kreatur da – ihre Stärke und Wut einerseits und ihre Verletzlichkeit auf der anderen Seite. Wunderbar war der Beginn des Stückes, wo man die Kreatur bei der Erlangung ihrer motorischen Fähigkeiten beobachten konnte – unkontrolliert wirkende Bewegungen, die natürlich vollkommen kontrolliert durch den Schauspieler abgelaufen sind.

Auch die sprachliche Ebene ist hervorzuheben, die zunächst nur aus Lauten besteht, sich dann aber in formulierte Worte wandelt.

Man wird Zeuge einer enormen Entwicklung, die fantastisch dargestellt wurde durch den Wandel in Kleidung, Sprache, Verhalten und Motorik.

Auch in Victor Frankenstein gehen Wandlungen vor sich.

Er ist ein besessener Wissenschaftler, der von seiner Erfindung heimgesucht wird und nichts als Trauer, Wut und Verzweiflung zum Vorschein bringt. Obwohl er ebenfalls nur eines sucht: Liebe.

Dies scheint ihm gegeben zu sein – durch die Verbindung mit seiner Angetrauten Elizabeth. Diese liebt ihn ehrlich und tief, hat auf ihn jahrelang gewartet und versucht, in seine Welt Einlass zu finden.

love?
Courtesy of NT and cumberbatchweb

Dies gelingt ihr nicht, da Frankenstein über eine höhere Bildung verfügt und sich seine Zukünftige nicht als seine Assistentin vorstellen kann. Und auch mit der Liebesbekundung Elizabeth‘ hat er so seine Probleme.

Dies führt zu einigen humorvollen Szenen innerhalb des Stückes und es macht die Charaktere nur noch interessanter und trotz allem auch liebenswerter.

Und doch wird es für keinen von ihnen einen guten Ausgang haben…

Trust?
Courtesy of NT and cumberbatchweb

„Frankenstein“ ist ein Stück voller Emotionen, das einen fesselt und nicht einfach in den Alltag entlässt.

Es ist eine Geschichte über Vertrauen, Enttäuschungen, Liebe, Hass, Neugier, Wut und die ganzen Zwischentöne.

Es ist am Ende eine Art „Katz-und-Maus-Spiel“ zwischen einer enttäuschten und auch wütenden Kreatur und einem hasserfüllten und rachesuchenden Wissenschaftler.

Beide sind aneinander gebunden und werden nie Ruhe finden.

Jagen und Gejagt-werden, Folgen und Anführen – da spielt die Zeit keine Rolle mehr…

End?
Courtesy of NT and cumberbatchweb

Einen sehr guten Artikel zu „Frankenstein“ gibt es hier.

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Falls sich nochmal die Gelegenheit bieten sollte, „Frankenstein“ im Kino zu sehen – seid dabei und lasst euch für zwei Stunden in diese düstere Welt entführen und faszinieren…

~ The Confessions of Dorian Gray: The Mayfair Monster ~

DORIAN GRAY kennen glaube ich viele Leser.

Die Geschichte um den jungen Mann, der seine Seele verkauft um auf ewig jung bleiben zu können und dessen Portrait, dass im Gegenzug altert und alle Sünden aufzeigt, die er im Laufe seiner Lebenszeit begangen hat.

Interessant in diesem Zusammenhang ist auch ein filmisches Highlight aus dem Jahre 2009 mit Ben Barnes als Dorian Gray.

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Wer es sich allerdings eher mit einer Geschichte zum Hören gemütlich machen will, ist bei BigFinish Productions genau richtig. Es wurden bisher mehrere Geschichten rund um die „Confessions of Dorian Gray“ produziert, die mit einer guten Produktionsqualität und einem sympathisch durch Alexander Vlahos verkörperten Dorian Gray aufwarten.

Den Fans von „Merlin“ wird der Name des Schauspielers ein Begriff sein, verkörperte er doch in der beliebten Serie den Mordred.

Als Dorian Gray ist er in allen Teilen der „Confessions“-Reihe zu hören, jeweils mit einem anderen Sprecher als Gaststar.

Bildquelle: https://i0.wp.com/www.bigfinish.com/img/release/dorian2-7_cover_large.jpg
Bildquelle: http://www.bigfinish.com/img/release/dorian2-7_cover_large.jpg

In „The Mayfair Monster“ übernimmt diese Rolle die Schauspielerin Hannah Spearritt. Bekannt geworden ist die ehemalige Sängerin der Gruppe SClub7 vor allem durch die Serie „Primeval“. Im Theater überzeugte sie in „One Man 2 Guvnors“ und im TV auch durch ihren Gastauftritt in „Death in Paradise“.

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Doch nun zum Stück selbst:

„The 90’s – not a good decade…“

Dorian Gray befindet sich in einer Phase des Selbst-Tötens und hat schon vieles probiert: eine Überdosis, sich erhängen, ein Toaster im Bad und sein bisheriger Favorit: verbrennen.

Doch er lebt immernoch!

Da er auf Nummer sicher gehen will, hat er sein Portrait in einem Schließfach der Bank of London sicher verwahrt und kann sich nun an sein ihm lästiges Leben machen. In diesem Fall hat er die Tötungsversuche zunächst aufgegeben und macht nur noch eines: er trinkt. Und das nicht zu wenig.

Dann und wann geht er auch in die Bank, besucht sein Portrait und unterhält sich mit ihm.

Für ihn ist es lästig: Tag ein Tag aus immer das selbe Leben – langweilig.

Bis eines Tages etwas Neues passiert: Natalie Isaacs (gesprochen von Hannah Spearritt).

Die blonde Schönheit erinnert Dorian an sein früheres lebenslustiges und fröhliches Selbst und nach einer durchzechten Nacht wacht Dorian in seinem Bett auf und kann sich nicht wirklich an den letzten Abend erinnern. Auf die Frage, ob etwas passiert sei, antwortet Natalie

„We didn’t – you would remember.“

Es stellt sich heraus, dass Natalie Malerin ist, spezialisiert auf Portraits. Sie macht ihm einen Tee und geht – mit den Worten

„You, Mr. Gray – are interesting.“

Dorian fühlt sich von ihr herausgefordert und schenkt ihr im Gegenzug Respekt und sein Vertrauen. Ihre Beziehung nimmt langsam Fahrt auf, sie treffen sich in Hotels unter bestimmten Decknamen und er lässt zu, dass sie auf dominante Weise mit ihm umgeht.

Allerdings ist Dorian noch nicht so weit, ihr alles über sich zu erzählen.

„We were the course and the cure for each others addictions.“

Im Laufe der Zeit erkaltet die Beziehung, Natalie zieht sich immer mehr zurück und Dorian reagiert darauf. Er wird panisch, wenn sie nicht bei ihm ist, aber sie ist und bleibt komplett verschwunden.

In seiner wütenden Verzweiflung sucht er Trost bei seinem Portrait und hat auch für den Sicherheitsbeamten Tom Sadler (gesprochen von Colin Baker; spielte Dr. Who) kein warmes Wort übrig.

„I don’t need a friendly ear.“

Mit den Worten „Hello you beautiful, ugly thing“ begrüßt er sein Portrait und beschließt, etwas Neues zu versuchen: eine Entgiftung.

Auf diesem Weg will er Dorian sich von allem befreien, was in seinem Leben schlecht ist und war.

Doch die Zeit verinnt immer weiter und zum Neujahrstag erwartet ihn eine Überraschung:

Natalie Isaacs taucht wieder auf.

„I was hoping I might spend it with you.“

Sie erzählt ihm etwas von einem kürzlichen Zusammenbruch, einem Arztbesuch und der darauffolgenden Diagnose: Hirntumor.

Sie hätte nur noch kurze Zeit zu leben und die Ärzte gäben ihr nur noch einen Monat.

„Natalie cursed with a certain death and I with a certain life.“

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Ist Natalie wirklich die, die sie vorgibt zu sein?

Was geschieht mit seinem Portrait?

Welche Rolle spielt Dorians Unsterblichkeit und die Rettung eines baufälligen Hauses?

Wer ist das „Mayfair Monster“

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Das alles sind Fragen, die im Laufe dieses wunderbaren Hörspiels beantwortet werden und ich hinterlasse noch einige Zitate und den Link zum Trailer, um euch noch ein wenig neugieriger zu machen.

 

„You have nothing to lose.“

„Tonight will be a night you’ll never forget.“

„Life is never certain.“

„10…9…8…7…6…“

„You had no pulse.“

„Daylight is not your friend, Dorian.“

„We belong together, you see.“

 

Den Trailer zu „The Confessions of Dorian Gray: The Mayfair Monster“ gibt es hier.