~ 12 Years a Slave ~

Neun Nominierungen für den Oscar sind keine Kleinigkeit und wer „12 Years a Slave“ gesehen hat, weiß, dass diese hoch verdient sind.

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12 Years a Slave

Solomon Northup (grandios dargestellt von Chiwetel Ejiofor) ist ein freier Mann, der mit seiner Frau und seinen zwei Kindern in Saratoga wohnt. Er arbeitet als Geiger und ist ein angesehener Bürger der Stadt.

Bis sich sein Leben auf einen Schlag ändert: er wird unter Drogen gesetzt und in bewusstlosem Zustand zu einem Rechtelosen gemacht, zu einem Sklaven.

Zunächst wehrt er sich energisch dagegen, als Sklave bezeichnet zu werden, muss aber erkennen, dass er, um am Leben zu bleiben, keine andere Wahl hat, als für den Moment auszuharren.

Aus diesem „Moment“ werden 12 lange und meist elende Jahre.

Zunächst von William Ford (Benedict Cumberbatch) gekauft, stehen die Sterne für ihn zwar nicht unbedingt günstig, dennoch ist Ford noch das Harmloseste, was Solomon (der nun unter dem Namen Pratt geführt wird) auf seinem langen, von Verzweiflung und Zuversicht geprägten Weg begegnet.

Schlimmer werden die Dinge, als er an den Sklavenhalter Epps (grandios gespielt von Michael Fassbender) verkauft wird. Dieser ist „Herr“ über eine Baumwollplantage, hat eine Vorliebe für eine seiner Sklavinnen und treibt seine Frau damit zur Weissglut. Außerdem hat er einen ungesunden Hang zum Alkohol.

In seiner Verzweiflung vertraut sich Solomon hilfesuchend einem vermeintlichen „Freund“ an, der jedoch als erste Handlung Epps vom „vertraulichen“ Gespräch berichtet, woraufhin dieser Solomon zur Rede stellt. Dieser kann dank seiner Klugheit Epps davon überzeugen, dass nichts von den ihm geschilderten Tatsachen der Wahrheit entspricht. Damit rettet er sein Leben.

Durch diesen Vorfall hat Solomon allerdings schmerzlich erfahren müssen, dass man in seiner Situation am besten sieht, wie man selbst zurecht kommt und es keine Freundschaften oder Ehrendienste gibt.

Dies ändert sich, als er auf Samuel Bass (Brad Pitt) trifft – einen Gegner der Sklaverei.

Ihm vertraut sich Solomon an und bittet ihn um Hilfe.

Die Zeit vergeht.

Als er schon gar nicht mehr damit rechnet, fährt auf dem Grundstück von Epps eine Kutsche vor…

Kinozeitschrift Cinestar
Kinozeitschrift Cinestar

20 Millionen Dollar Produktionskosten – und kein einziger davon vergeudet!

Durchweg erzielte „12 Years a Slave“ positive Kritiken, ob nun bei seiner Premiere oder auf dem Toronto Film Festival.

Dieser auf einer wahren Begebenheit beruhende Film besticht nicht nur durch die Kameraführung, sondern vor allem durch die großartige schauspielerische Leistung seiner Darsteller:

* Chiwetel Ejiofor (Amistad, Tatsächlich…Liebe, 2012, Salt,…) vermag es, den Film zu tragen und mit einem Blick sämtliche Emotionen auszudrücken, die es gibt. Sein Solomon ist ein starker Mann, der trotz allem was ihm geschehen ist noch Hoffnung hat. Er lässt sich nicht so leicht brechen, obwohl er Schlimmes gesehen und getan hat. Sein emotionaler Zusammenbruch am Ende des Films zeugt vom Schrecken der 12 Jahre und lässt wohl keinen Zuschauer kalt.

* Michael Fassbender (Band of Brothers, Sherlock Holmes, 300, Inglorious Basterds, Jane Eyre,…) spielt den grausamen und menschenfeindlichen Sklavenbesitzer Epps mit einer Intensität, die den Zuschauer auch nach dem Film nicht loslässt. Seine Darbietung erschreckt, verstört und macht den Schrecken der damaligen Zeit fast fühlbar.

* Lupita Nyong’o ist in ihrer Rolle als Patsey (die Sklavin, an der Epps Gefallen gefunden hat) einfach umwerfend. Sie stellt unverblümt die gequälte Seele (und den gequälten Körper) der jungen Frau dar, die in ihren schlimmsten Zeiten den Tod herbeisehnt, am Ende doch noch lebendig ist und ihren wohl einzigen Verteidiger (Solomon) verliert.

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Natürlich sind die anderen Schauspieler und deren Rollen ebenso wenig zu verachten:

Brad Pitt als ehrbarer Mr. Bass, der die letzte Hoffnung von Solom nicht enttäuscht. Der Mime (dessen Produktionsfirma Plan B auch beteiligt war) ist sozusagen die positive „Lichtgestalt“ in einer dunklen Zeit der Menschenverachtung.

Benedict Cumberbatch als William Ford ist ein in sich gespaltener Charakter. Einerseits ein halbwegs humaner Charakter, andererseits aber eben auch ein Sklavenhalter, der nichts davon wissen will, als Solomon ihm von seiner Herkunft zu erzählen versucht.

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Bei allem natürlich nicht zu vergessen: der Regisseur. Mit dieser Arbeit hat sich Steve McQueen einen Oscar verdient. Definitiv!

„12 Years a Slave“ besticht durch gnadenlose und auch brutale Szenen, eindrucksvolle Bilder und eine Stimmung, die den Zuschauer den ganzen Film über nicht verlässt.

Man wagt als Zuschauer kaum zu atmen und kann sämtliche Emotionen sozusagen bis auf die Knochen spüren.

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Die literarische Vorlage von Solomon Nothurp findet sich hier zum Kauf und hier zum lesen.

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Auf jeden Fall ein Film, den man gesehen haben sollte und der einen nicht los lässt.


Videoquelle: http://www.youtube.com/watch?v=vthK6HV6wzw