~ Cathays Cemetery & Caerphilly Castle ~

Meine letzten beiden Ausflüge führten mich zum einen auf einen Friedhof und zum anderen zu einer malerisch gelegenen Schlossruine.

Gutes Wetter am SamstagAm vergangenen Samstag machte ich mich auf den Weg und besuchte den Hauptfriedhof von Cardiff, den Cathays Cemetery, zu dem man bequem vom Bahnhof aus laufen kann.

Welsh DragonOn my last two short trips I went to a cemetery and to a castle ruin. Last saturday I decided to take a walk to Cathays Cemetery, the main cemetery of Cardiff. It’s in easy walking distance to the trainstation of the city.

Cathays ist einer der größten Friedhöfe des Königreichs und wurde 1895 eröffnet. Ursprünglich besaß der Friedhof, der wirklich ziemlich weitläufig ist, 2 Kathedralen – eine anglikanische und eine non-konformistische. Später wurde auf dem Friedhofsgelände auch eine römisch-katholische Kapelle gebaut.

Cathays is one of the biggest cemeterys of the United Kingdom and was opened 1895. At the beginning there were 2 cathedrals – one anglican and one non-conformist. Later there was built a roman-catholic cathedral on the ground of the cemetery.

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Die Zeit hat es jedoch nicht gut gemeint mit den Kapellen und so wurden im 20. Jahrhundert alle drei Häuser vernachlässigt und die römisch-katholische Kathedrale wurde sogar in den 1980er Jahren aus Sicherheitsgründen zerstört.

Seit 2008 werden die beiden verbliebenen Kathredralen umfangreich restauriert.

Time wasn’t really good to the cathedrals. In the 20th century all three of them were neglected and in the 1980s the roman-catholic cathredral was demolished – for safety reasons. Right now (since 2008) they are undergoing massive restoration.

Nachdem ich die Ruhe und frische Luft genossen hatte und auf dem Friedhof mein Mittagessen zu mir genommen hab und Eichhörnchen als Gesellschaft hatte, bin ich dann am Sonntag in Gesellschaft aufgebrochen, um mir Caerphilly Castle anzuschauen.

wandernDiese Ruine gilt als die zweitgrößte Burg nach Windsor Castle. Caerphilly Castle umgeben Wasserflächen und die somit erreichte Gesamtgrundfläche beträgt mehr als beachtliche 12 ha.

After enjoying the quiet and peace and the fresh air and having lunch at the cemetery in company of squirrels I decided to go and visit Caerphilly Castle.

This ruin is the second largest castle after Windsor. Caerphilly is surrounded by water and is occupying an area of more than 12 ha.

Informationen zum Schloss und seiner Ruine findet man hier  und hier.

Information about the castle and the ruin can be found here and here.

Danach ging es noch in ein gemütliches Restaurant zum Abendessen und auf dem Nach-Hause-Weg wurde ich noch mit so einem Sonnenuntergang belohnt 🙂

On the way back home we made a stop at a local restaurant for dinner and on my way back home from the trainstation I was spoilt with this wonderful sunset 🙂

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Bitte beachtet, dass auch bei diesen Bildern das Copyright bei mir liegt!

Please keep in mind that the copyright of the pictures is with me!

Von der Favoritin des Königs zum Opfer der Guillotine: Madame Dubarry

Meine erste Begegnung mit dem Charakter der Gräfin Dubarry erfolgte in jüngeren Jahren, als ich die Geschichte von „Lady Oscar“ gebannt im Fernsehen verfolgte.  Damals waren hochwertige Animeserien noch nicht Mangelware und die Sender strahlten auch lehrreiche Kinderunterhaltung aus. (Nichts gegen „Löwenzahn“ oder „Wissen macht ah“ oder so.)

In „Lady Oscar“ wurde Madame Dubarry als geldgierige Mätresse gezeigt, die den damaligen französischen König Ludwig XV. zwar geliebt hat, jedoch im Gegensatz zu Marie-Antoinette und Oscar einen ziemlich negativen Charakter darstellte.

Bildquelle: http://www.ladyoscar.ch/illustration/ilu3.jpg
Bildquelle: http://www.ladyoscar.ch/illustration/ilu40.jpg

Damals war ich mehr am Charakter der Marie-Antoinette interessiert und habe auch diverse Bücher über sie geradezu verschlungen.

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Als ich nun auf der diesjährigen Buchmesse im „Antiquarienviertel“ auf eine Ausgabe von Joan Haslips Buch „Madame Dubarry: Die Märchenhafte Karriere der Jeanne Becú, Mätresse am Hofe Ludwigs XV.“ von Kiepenheuer & Witsch aus dem Jahre 1994 stieß, wusste ich sofort, dass es in meinen Besitz übergehen würde. (Natürlich fand ich auch ein älteres Buch über Marie-Antoinette, welches ebenfalls ein neues Zuhause fand.)

Die 1994 verstorbene Autorin schrieb viele biografische Bücher, u.a. über Marie-Antoinette, Lucrezia Borgia, Katharina die Große und Lady Hester Stanhope.

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Es war ein regelrechtes Vergnügen, nach einem Krimi aus der heutigen Zeit in die Welt des vergangenen Frankreichs einzutauchen und diese Frau durch die Lektüre näher kennenzulernen: eine Frau, die der Mätresse Madame Pompadour folgte und eine kurze Zeit lang einen ebenso großen Einfluss hatte wie die vorherige Favoritin des Königs.

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Geboren wurde die zukünftige Schönheit am 19. April 1743 und erhielt den Namen Jeanne. Ihre Kindheit war nicht besonders rosig. Ihre Tanten mieden Jeannes Mutter, Anne Becú, da sie um ihren Ruf fürchteten. Anne Becú war ein freier Geist, der sich lieber mit Näharbeiten über Wasser hielt, als edlen Herren und Damen zu dienen.

Jeanne bekommt durch Zufälle der Zeit Gelegenheit, in einem luxuriösen Haus zu leben und lernt dort die italienische Mätresse Francesca kennen. Während dieser Zeit bildete sich ihre Vorliebe für extravagantes Mobiliar und Schmuck heraus.

Als Jeannes Mutter heiratet, ändert sich das Leben des kleinen Mädchens – fortan lebt sie im Kloster Saint Aure – die nächsten sechs Jahre.

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Joan Haslip zeichnet ein Rundumbild von einer Frau, die die damalige Männer- und Frauenwelt faszinierte und sich sowohl Freunde als auch Feinde machte.

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Im ersten Teil (vor einer kleinen Bildserie) zeichnet sie den Weg der Dubarry nach – von ihren Anfängen über das Kennenlernen des Königs bis hin zu seinem Pockentod und ihrer Verbannung als Staatsgefangene in die Abtei Pont aux Dames. (Dabei wird natürlich auch ein Blick auf ihr Verhältnis zu diversen bekannten Charakteren dieser Zeit beleuchtet – natürlich war Madame Dubarry nicht immer zu allen nett, aber sie hat sich ihren „Bauernmädchencharakter“ bis zum Schluss bewahrt und war nie absichtlich „böse“)

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Hier wird auch auf ihren (zur damaligen Zeit und in dieser Situation) gelebten „Heldenmut“ eingegangen, der ebenfalls in „Lady Oscar“ zu sehen ist: sie bleibt bei Ludwig XV., selbst als klar war, dass dieser an den ansteckenden Pocken erkrankt war und selbst seine Töchter nicht zu ihm gelassen werden.

Sein Tod beendet ihr Leben am Versailler Hof.

Bildquelle: http://www.ladyoscar.ch/illustration/ilu41.jpg

Im zweiten Teil erfahren wir als Leser, wie sich Jeanne Dubarry im Angesicht von fortschreitendem Alter und neuen Bekanntschaften durchs Leben schlägt. Sie muss in den Wirren der französischen Revolution viele Verluste hinnehmen. Auch erkennt sie – zu spät – dass nicht alle ihrer Bediensteten, die sie noch unterhalten kann (trotz hoher Schulden), ihr wohlgesonnen sind.

Zu vielen Menschen war sie großzügig und hat ihnen in schweren Zeiten geholfen, selbst als es ihr fast selbst nicht möglich war, ordentlich zu leben.

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Sie verliert Freunde und auch nicht so enge Bekannte an die „neuen“ Herrscher und auch ihr Gönner und Liebhaber, den sie aufrichtig geliebt hat, wird ein Opfer der Zeit.

Doch Jeanne Dubarry versucht, ihr Leben weiterzuleben – ganz wie sie es gewohnt war – manchmal leichtsinnig aber doch immer mit einem gewissen Charme und einem unzerstörbaren Lebenswillen.

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Bis sie zuletzt ein Opfer der Revolutionsgesellschaft wird und eines der letzten Opfer der Guillotine…

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Jeanne Dubarry – eine manchmal missverstandene Frau, die eigentlich nur geliebt werden wollte…

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