~ Dani Atkins: „Our Song“ ~

Wie ich euch bereits gestern berichtete, lese ich derzeit Dani Atkins‚ Buch „Our Song“ – oder besser: habe es heute beendet – in deutscher Sprache ab November diesen Jahres unter dem Titel „Der Klang deines Lächelns“ erhältlich.

Like I told you yesterday I am reading the wonderful book of Dani Atkins called „Our Song“ – finished it today. The german version is available in November of 2016 with the title „Der Klang deines Lächelns“ (The sound of your smile).

Before telling you some more things about the book and my thoughts about it – let me remind you to have one or more tissues at hand while reading – especially at the end of this book.

Bevor ich näher auf das Buch und meine Leseerfahrung eingehe, muss ich eines vorweg schicken: man braucht unbedingt ein oder auch zwei Taschentücher!

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Dies ist mein erstes Buch, welches ich von der Autorin lese und ich bin beeindruckt. Die Vielzahl an Emotionen, die sie beschreibt, wachruft und mit denen ihre Charaktere leben, handeln, zerbrechen und wieder aufgerichtet werden ist wunderbar dargestellt und ich kann mir zumindest als Leserin der englischen Ausgabe nicht vorstellen, dass die deutsche Übersetzung annähernd besser sein könnte.

This is the first book I read from Dani Atkins and I am really thankful that it is such a beautiful one. The many emotions she is writing about and with which her characters have to live, to act, to break and to straight up again are wonderfully told and I – as a reader of the english version – can’t imagine the german version to be slightly better.

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„There were many things that might have changed the eventual outcome of that night.

He could have taken his car to work, instead of leaving it for his wife to use. But then she wouldn’t have made it to the school Christmas concert on time. And he knew how important it was for Jake to have at least one parent in the audience when he made his stage debut in the Nativity play. He was that kind of father.“

(page 1)

Diese ersten Zeilen, die sich noch eine Weile so fortführen, zeigen das Bild eines tapferen und wundervollen Mannes, der das Wohl anderer über sein eigenes stellt und der einer der Hauptcharaktere dieses wundervollen Buches ist. Sein Name: Joe.

Joe hat mit Ally und Jake seine kleine Familie gefunden und lebt sein glückliches Leben – bis zu diesem Tag, der alles ändert.

The first few lines, which go on for a while like this, are showing us the picture of a brave and wonderful man who puts others first and who is one of the main characters of this wonderful book. His name: Joe.

Joe lives his beautiful and happy life with Ally and Jake and has found happiness – until this one day changes everything.

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Das erste Kapitel teilt sich noch weiter auf und zeigt uns ebenfalls die Ausgangssituation eines anderen Mannes kurz vor Weihnachten: David. Er ist auf der Suche nach einem weiteren Geschenk für seine Frau, doch sein Gesundheitszustand macht ihm einen Strich durch die Rechnung:

The first chapter shows us more than an insight in Joe’s life. We are also shown the life of another man shortly before Christmas: David. He is looking for another present for his wife, when his health got him into serious trouble:

„It felt like a solid steel belt was being cinched tighter and tighter around him. Grey spots danced before his eyes and his hand simply released the bottle, splashing a small torrent down onto the jewellery display. The man hit the floor at just about the same time as the small plastic container.“

(page 17)

Natürlich dürfen die zwei weiblichen Parts nicht fehlen und so erleben wir mit, wie Ally und Charlotte erfahren, was ihren jeweiligen Männern geschehen ist.

For sure the two female characters are also there for us to explore: we are to live with Ally and Charlotte through the moments when their life is changing:

„‚I’m sorry, we should have explained. I am afraid technically he drowned, Mrs. Taylor.'“ (page 19)

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„‚I don’t think it’s the flu, Mrs. Williams,‘ said the woman kindly, ‚I don’t want to alarm you, but I think your husband may have had a heart attack.'“

(page 26)

Langsam entfaltet sich die Geschiche und wir erhalten einen Einblick in die Vergangenheit, obwohl die Vergangenheit in diesem Fall gerade mal knapp 10 Jahre beträgt.

Slowly the story unfolds and we get an insight in the past – even though past means only 10 years.

Wir erfahren, dass Ally eine sehr musikalisch begabte Person ist, die Piano und Trompete spielt und während eines Einsatzes bei einer Band ihre erste große Liebe kennenlernt: David.

We get to know that Ally is a musical person who plays piano and trumpet and gets to know her first love during her depping in for a sick musician. The name of the first love: David.

Wir erfahren, dass Charlotte David schon vorher kannte und er sozusagen ihr Lebensretter war, als sie beim Skifahren schwer stürzte.

We get to know that Charlotte has already known David before and he was in some way her life-saver when she was skiing some time ago.

Wir erfahren, dass Ally und Charlotte mal so etwas wie Freundinnen gewesen sind – und dass beide die Situation im Krankenhaus mit ihren beiden Ehemännern ziemlich mitnimmt. Und das nicht nur wegen der Sorge um die geliebten Menschen.

We get to know that Ally and Charlotte used to be some kind of friends – and that both of them have a hard time being in the same hospital while worrying about their husbands.

And they are not just worry about the beloved people.

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Dani Atkins verwebt die Vergangenheit gekonnt mit der jetzigen Situation und gewährt uns tiefe Einblicke in die Leben der Personen, die mit jeder Zeile lebendiger werden.

Dani Atkins is playing wonderfully with the past and the present and gives us deep insight in the lifes of the characters which grow more animated while reading.

Wir bangen mit Ally um das Leben ihres Mannes Joe und wir fühlen die Verzweiflung von Charlotte in der Sorge um ihren Mann David.

We get to tremble with Ally for the life of her husband Joe and we feel the despair of Charlotte in her worries about her husband David.

Wir erfahren, was in den vergangenen Jahren passiert ist und wie tief diese vier Personen miteinander verbunden sind.

We also get to know what happened in the last few years and how deep these four people are connected.

Wir erfahren von Liebe, Vertrauen, Trennungen, Schmerz und zeitweise auch Groll. Und wir erfahren auch von der Kraft, die ein Neuanfang mit sich bringt und dem kleinen Glück, dass ein paar gemeinsame Jahre bringen kann.

Nur um dann wieder erschüttert zu werden…

We get to know about love, trust, separation, grief and sometimes resentments. And we also get to know about the power of a new beginning and the small happiness of a few years together.

Only to be shocked again…

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Dani Atkins wechselt fast spielerisch zwischen den verschiedenen Emotionen und lässt uns von schönen Erinnerungen zur verzweifelten Realität wechseln, um dann wieder den Blickpunkt auf das jeweils andere Paar zu lenken und auch dort wieder zwischen Tränen der Trauer und leichtem Lächeln zu balancieren.

Dani Atkins is mastering her work with the different emotions and gets us readers from beautiful memories to the harsh reality in seconds – just to let us go to the other couple and also live through tears of sorrow and small smiles.

„Our Song“ ist ein wundervolles englischsprachiges Buch, das wohl niemanden kalt lässt, der einmal begonnen hat, es zu lesen.

„Our Song“ is a wonderful english book which will bring everyone reading at least one time to tears.

Since me being really picky about books lately I am really happy to have been so lucky with this book.

Da ich in letzter Zeit sehr wählerisch geworden bin, was meine Lektüre betrifft, bin ich froh, dass mich diese Entdeckung nicht enttäuscht hat.

„Our Song“ kann ich wirklich weiterempfehlen.

I definitely can recommend „Our Song“ to everyone.

Zumindest in der englischen Ausgabe, da ich kaum glaube, dass mich die deutsche Variante begeistern würde.

At least in the english version of the book – I don’t think the german version would be such a good experience for me.

But you never know – and at least the german cover is nice and has been geared to the english one. But… the english cover still looks nicer…

Aber man weiß ja nie – und wenigstens ist das Cover recht nett und orientiert sich auch ein wenig an der englischen Vorlage. Trotzdem finde ich das Cover der englischen Ausgabe irgendwie hübscher.

Quelle: http://ecx.images-amazon.com/images/I/51O1MjCMZvL._SX327_BO1,204,203,200_.jpg

~ Leipziger Buchmesse, die zweite… ~

Entgegen meinen Messebesuchsgewohnheiten war ich auch am heutigen Sonntag auf der Buchmesse unterwegs und habe wieder drei sehr interessante und unterschiedliche Lesungen besucht. Auch habe ich mich mit der sympathischen Autorin Marion Schreiner getroffen.

Aber nun zur ersten Lesung des heutigen Tages:

Um 12 Uhr Mittags verschlug es mich ins Literaturforum der Halle 5, wo Alexandra Walczyk aus ihrem Buch „Sturmgeflüster, tödliche Spurensuche im Land der Sioux“ vorlas.

Sturmgeflüster...
Bildquelle: http://ecx.images-amazon.com/images/I/517jC7tTyYL.jpg

Ein sehr interessantes und fesselndes Buch, in dem es um die Suche nach Antworten geht – in einer Welt, die für die heutigen Stammesangehörigen der noch existierenden Indianerstämme manchmal weder tolerant noch offen oder hoffnungsvoll ist…

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Kurz nach dieser Lesung wurde ich von der Seite angesprochen: Bist du Sindy Holmbach? Die freundliche Frage kam von Marion Schreiner und kaum umgedreht und begrüßt, saßen wir auch schon an einem nahegelegenen Tisch und unterhielten uns über alles mögliche. Ich erzählte einiges von mir und sie hörte zu und erzählte auch einiges über sich. So verbrachten wir nette Minuten miteinander, bis Marion zu einer anderen Bekannten aufbrach und auch ich mich auf den Weg zu meiner nächsten Lesung machte.

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Ab 13:30 Uhr hatte ich das Vergnügen, Bettina Belitz (auch auf Facebook und Twitter) live zu erleben – sie laß aus ihrem neuesten Roman „Vor uns die Nacht“.

Bildquelle: http://ecx.images-amazon.com/images/I/51zkdnRvy2L.jpg

Ich empfand die vorgelesenen Stellen als genau richtig, obwohl ich das Buch noch nicht weitergehend kenne.

Pessimistisch eingestellte Menschen könnten sagen: Ach, wieder so ein Teenie-Abhängigkeits-Liebes-Schnulli…

Ich fand die Geschichte, wie ich sie im Umfang der Lesung kennenlernen konnte, interessant, anziehend und vielleicht einen kleinen Tick unwirklich. Schließlich ist die Protagonistin eine 21-jährige Studentin, die ein wenig gefestigter in ihren Gefühlen sein könnte.

Aber andererseits: wer muss das mit 21 schon sein? Schließlich gibt es immer irgendwelche Verlockungen – und gerade diese machen das Leben ja interessant.

Also: „Vor uns die Nacht“ werd ich mir – wenn es meine Lesezeit in Zukunft zulässt – mal näher anschauen und mich in die Geschichte ziehen lassen…

Eine Leseprobe zum Roman gibts übrigens hier.

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Der Weg zu meiner nächsten und letzten Lesung – der von Marion Schreiner – gestaltete sich auf Grund der Menschenmassen etwas länger und so war ich aber trotzdem pünktlich zur Stelle, suchte mir einen schönen Platz, wartete ab und lauschte noch den Worten der vorigen Lesung.

Dann las Marion. Aus „Die Scheune“.

Die Scheune...
Bildquelle: http://www.marionschreiner.com/fileadmin/marionschreiner.com/content/buecher/Cover_-_Die_Scheune.jpg

Und sie las eine ziemlich brisante Stelle – was auch gut war. Geht es in ihrem Buch doch um Kindesmissbrauch und die Fragestellung, was aus Opfern wird, denen nicht geholfen wird. Die allein gelassen werden und später oft nicht mit dem Erlebten fertig werden und sogar selbst zu Tätern werden.

In diesem Fall geht es um die Geschichte von Dane Gelton. Bereits als Kind wird er Opfer von körperlichem Missbrauch und erlebt einen Vater, den er auf Grund der Ereignisse hasst und eine Mutter, die es nicht schafft, ihren Kindern zu helfen.

Dane wird schließlich doch erwachsen, wird abermals von der Vergangenheit heimgesucht und versucht trotz allem, sich den Weg in ein normales Leben mit Freunden, Freundin und Liebe zurückzuerkämpfen.

Ob und wie ihm das gelingt, kann man übrigens im Nachfolgebuch „Das blaue Haus“ lesen. In „Vielleicht gab es keine Schuld“, dem letzten Teil der Trilogie, geht es um die Geschichte von Danes Sohn, Christopher…

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Das war zusammengefasst mein zweiter Tag auf der diesjährigen Buchmesse in meiner Heimatstadt Leipzig.

Ich hoffe, ihr habt euren Besuch genossen und ebenfalls interessante Lesungen besucht, die schönen Cosplayer bewundert und vielleicht seid ihr ja auch – so wie ich heute – Cinderella begegnet 😉