Hilke Rosenboom: „Die Teeprinzessin“

Dieses (Jugend-)Buch habe ich gerade beendet und war positiv überrascht. Gefunden habe ich es in einem Jokers-Buchhandel. Und da ich ja kaum an Buchläden vorbeikomme, ohne in ihnen zu stöbern, wurde auch diese Filiale ausgiebig neugierigen Blicken unterzogen 🙂

Als erstes zog mich das Buchcover in den Bann: verspielte Schrift, japanisch anmutende Blüten und ein sanftes Mädchengesicht, das träumerisch gen „Himmel“ schaut.

In „Die Teeprinzessin“ geht es um die 15-jährige Betty Henningson, ihren Jugendfreund Anton, ihre große Liebe John Francis Jocelyn – und natürlich um Tee…

Betty wächst bei ihrem Vater, einem Silberschmied in ruhigen Verhältnissen auf und interessierte sich schon immer mehr für den Teekontor des Nachbarn als für das Silberschmiedewerk des Vaters. Da sie als Mädchen sowieso nicht in den Genuss einer Ausbildung in diesem Handwerk kommt, ist es für sie immer ein positiver Tag, wenn sie vom Nachbarn etwas über das Teegeschäft erfährt. Das macht dieser natürlich nicht nur für sie, sondern eher für seinen Sohn, Anton, der einmal das Geschäft übernehmen soll, jedoch mehr an Fotografie interessiert ist als an den Worten des Vaters.

 

Als sie bei einem Verkaufsgespräch lauschen, begegnet Betty zum ersten Mal John Francis Jocelyn – dieser junge Mann, der sich bestens im Teegeschäft auskennt fasziniert sie und sie wird ihm noch des öfteren begegnen. Auch Jocelyn findet Betty anziehend und hat sofort Gedanken für die gemeinsame Zukunft. Doch es soll nicht zu einem Happy End kommen… vorerst….

Bei einem Brand (den Anton ausversehen verursacht hat) geht das Teekontor in Flammen auf und sowohl Betty als auch Anton werden des Ortes verwiesen und zu „befreundeten“ Familien geschickt. Anton, um das Teehandwerk zu erlernen, und Betty, um das Leiten eines Hauses zu erlernen. Da sie bald heiraten soll, sieht ihr Vater dies als gute Gelegenheit, um Wissen in diesem Bereich der Haushaltsführung zu erwerben.

Es kommt zu einer Verwechslung, da zwei Familien namens Tollhoff in Hamburg wohnen – und Betty kommt in der falschen unter:

„Hatte sie vielleicht doch irgendetwaas falsch verstanden und wurde im Hause des Teehändlers Remburg als Haustochter erwartet? Und was fiel dieser Frau Tollhoff nur ein, sie zu maßregeln, wie eine Magd? Sah sie denn nicht, dass Betty aus einer anderen Klasse stammte? Betty wendete sich ab und eilte zur Tür hinaus. So verletzt wie in diesem Augenblick hatte sie sich lange nicht gefühlt.“ (S. 102)

 

Betty arbeitet also in der falschen Familie, hat keine Freunde, aber durch ihr freundliches Wesen kann sie anderen helfen – und die werden sie nicht vergessen.

 

Auch Jocelyn hat sie nicht vergessen – er lässt überall nach ihr suchen…

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Es kommt noch zu einigen Spannungen, bis Anton auf Reisen gehen soll. Im Auftrag des Teehändlers bei dem er lernt, soll er nach Kanton reisen, Nachforschungen anstellen – und in Tee mit nach Hamburg zurückbringen.

Da Anton nicht reisen will, bittet er Betty, seinen Platz einzunehmen.

An dieser Stelle muss noch erwähnt werden, dass sich die ehemals enge Freundschaft der beiden fast in Luft aufgelöst hat. Da Anton durch seinen gehobenen Status im Hause der Remburgs ein gewisses Ansehen erlangt hat und Betty bisher kein Glück gehabt hat, stehen auch die gesellschaftlichen Normen der Freundschaft im Wege. Auch ist man sich als Leser manchmal nicht im Klaren darüber, ob Anton etwas an der Freundschaft liegt.

 

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Betty macht sich also auf den Weg nach Kanton, wird in Kalkutta von Bord „geschmissen“, findet Jocelyn wieder und fast auch ihr Glück…

Doch ihre Geschichte ist noch lange nicht vorüber – viele Abenteuer, Begegnungen und Erfahrungen lassen Betty erwachsen werden…

 

FAZIT:

„Die Teeprinzessin“ ist ein gut geschriebenes Buch; die Geschichte fasziniert und lässt den Leser nicht los. Man möchte mehr über Betty erfahren und sie auf ihrer Reise begleiten. Die Art, wie Hilke Rosenbloom diese Geschichte geschrieben hat, macht es einem einfach, den Film im Kopf laufen zu lassen und vollständig in die Buchwelt einzutauchen.

Leider wird es von Hilke Rosenboom keine weiteren Bücher geben, da die 1957 geborene Autorin im August 2008 verstarb.

Dies ist auch insofern traurig, da sie bestimmt noch viele weitere gute Literatur für alle Altersklassen geschrieben hätte.

Ich kann „Die Teeprinzessin“ auf jeden Fall als Lesestoff empfehlen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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