~ Zwei Leseempfehlungen / Two book recommendations ~

Zunächst einmal: Fröhliche Ostern euch allen! Genießt euer Wochenende 🙂

First of all: Happy Easter to all of you! Enjoy your weekend 🙂

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Heute möchte ich euch zwei wundervolle Bücher vorstellen, die den Leser fesseln, in die Geschichte ziehen und bis zum Ende nicht wieder loslassen. Und das auch, weil sie ähnliche Themenspektren behandeln, aber doch unterschiedlicher nicht sein könnten.

Today I would like to recommend to you two wonderful books, who grab the reader, pull them close into the story and never let him go until the book is finished. And that also because the stories couldn’t be more different from one another, but are dealing with the same kind of issues. 

Note: Book Nr. 1 is a german one which is – as far as I know, currently not available in english. So for that reason there won’t be an english translation on this one. The second one is an english novel, so there will be english text. Thank you.

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Buch Nummer eins ist ein deutschsprachiges Buch von Felicity Whitmore mit dem Titel „Das Herrenhaus im Moor“.

Laura muss mit dem Tod ihres Mannes fertig werden – und ihre Intuition, dass er  ermordet wurde, wird nicht ernst genommen. Sie beschließt, Nachforschungen anzustellen und reist ins britische Exmoor, um mehr über die Vergangenheit ihres Ehemannes zu erfahren. Bei ihren Nachforschungen stößt sie auf eine alte Familiengeschichte, die tragisch ausging und bis heute nachwirkt.

„Und hinter den überwucherten Beeten und Wegen lag Lynybrook Hall – wie ein verwunschenes Märchenschloss. Einige der roten Backsteine waren aus der Fassade gefallen, und obwohl sämtliche Fensterscheiben intakt zu sein schienen, blätterte an den Rahmen überall die Farbe ab. Auf den Dachziegeln hatte sich Moos ausgebreitet und eine Regenrinne hing schief vom Sims herunter.“

(Das Herrenhaus im Moor, Seite 98)

Im ausgehenden 19. Jahrhundert lebt Lady Victoria Milton nach dem Tod ihres Vaters (von dem sie ebenfalls annimmt, er wurde ermordet) in ihrem Elternhaus Milton Castle unter der alles einnehmenden Obhut ihres Onkels Richard. Dieser hat seine eigenen Pläne, wie er das Vermögen der Familie an sich bringen kann. Als Victoria sich gegen ihn stellt, lässt er sie schmerzlich erfahren, wie weit er geht, um seinen Plan durchzusetzen.

„Das Herrenhaus im Moor“ bietet dem Leser eine tragische Familiengeschichte, wunderbar und herzlich gezeichnete Charaktere, die Suche nach der Wahrheit und eine gewisse Portion Spannung.

Definitiv eine Leseempfehlung!

„Victoria schluckte.

‚Sie wollen uns verrückt machen? Sie therapieren nicht die Irren, sondern machen Gesunde krank?‘

Eliza nickte traurig.

„Willkommen in Lynybrook Hall.“

(Das Herrenhaus im Moor, Seite 149)

 

Die zweite Empfehlung ist ein englischsprachiger Roman von Kristin Hannah mit dem Titel „The Great Alone“.

My second recommendation is an english novel titled „The Great Alone“ by wonderful author Kristin Hannah.

Leni Allbright lebt mit ihrer Mutter Cora und ihrem aus dem Vietnamkrieg heimgekehrten Vater Ernt in nicht gerade idealen Verhältnissen. Sie ziehen oft um, Leni ist ständig ‚Die Neue‘ an der Schule, der Vater kann die schlimmen Kriegserlebnisse nicht loswerden und hat seine Emotionen nicht im Griff.

Leni Allbright lives with her mother Cora and her dad Ernt, who recently came home from the war in Vietnam, in a not very good and stable situation. They are moving houses very often, Leni is always ‚the new girl‘ in school and her dad is broken by the things that happened in war and couldn’t control his emotions.

„When Dad had finally come home, Leni barely recognized him. The handsome, laughing man of her memory had become moody, quick to anger, and distant. He hated everything about the commune, it seemed, and so they moved. Then they moved again. And again. Nothing ever worked out the way he wanted. He couldn’t sleep and couldn’t keep a job, even though Mama swore he was the best mechanic ever.“

(The Great Alone, page 5)

Dann scheint es, als hätte das Leben es gut mit ihnen gemeint: ein ehemaliger Kriegskamerad hat ihm ein Haus in Alaska vererbt. Ernt ist so begeistert und davon überzeugt, dass in Alaska alles besser werden wird. Also ziehen sie erneut um.

Then it seems as if life is for once playing nice with Ernt and his family: a late comrade passed his house in Alaska to Ernt – and he is so excited and convinced, that in Alaska everything will be better. So they move again.

„I need this, Cora. I need a place where I can breath again. Sometimes I feel like I’m going to crawl out of my skin. Up there, the flashbacks and shit will stop. I know it. We need this. We can go back to the way things were before „Nam screwed me up.““

(The Great Alone, page 11)

Zunächst scheint alles gut zu gehen, Ernt wirkt glücklicher als je zuvor und auch Leni findet Anschluss  in der kleinen Schule. Auch Cora scheint die gute Zeit zu genießen. Doch schon bald findet sich Ernt in negativen Gedanken wieder, die immer mehr Besitz von ihm ergreifen. Er wird eigenbrötlerischer…und gefährlicher.

At first everything seemed to go well, Ernt seemed to be happier than ever and also Leni found friends in the small school. Also her mum Cora seemed to finally enjoy the good times. But nothing lasts forever and so bad thoughts are catching Ernt in the shorter days and colder climate of the coming winter in Alaska. He is getting more peculiar… and more dangerous. 

„Dad was like an untamed animal, shoving, tearing, snarling, saying words she couldn’t understand… then he was wrenching open boxes, looking for something. Mama approached him cautiously, laid a hand on his back. He shoved her aside so hard she cracked into the log wall, cried out. Dad stopped, jerked upright. His nostrils flared. He was flexing and unflexing his right hand. When he saw Mama, everything changed. His shoulders rounded, his head hung in shame. ‚Jesus, Cora,‘, he whispered brokenly. ‚I’m sorry. I … didn’t know where I was.'“

(The Great Alone, page 117)

Und es sollte alles noch schlimmer kommen….

And everything is going to get worse in a matter of time…

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„The Great Alone“ spielt in den Jahren 1974 – 1986 und begleitet Leni, ihre Mutter Cora und Vater Ernt durch harte Zeiten. Damals war die Hilfe bei Depressionen / PTBS und anderen psychischen Traumata noch nicht so fortgeschritten und anerkannt wie heute und wenige haben professionelle Hilfe gesucht oder angeboten bekommen. Doch gerade Kriegsveteranen wie der Charakter Ernt hätten dringend Hilfe benötigt.

„The Great Alone“ zeigt eindrucksvoll, was passieren kann, wenn der schlimmste Fall eintritt, die betroffene Person keine Hilfe erhält und die äußeren Umstände ihr Übriges zur Verschlechterung der Situation tun.

The story of „The Great Alone“ plays between 1974 – 1986 and shows how Leni, her mother Cora and dad Ernt are dealing with more than hard times. Back then the help with depression /PTSD and other psychic traumas hasn’t been that advanced as it is today and not a lot of people got help with their problems. But definitely veterans like the character of Ernt would have needed help more than everything else.

The story of this family shows vividly what could happen when the worst case evolves, the person is getting no help and the outer circumstances also do their worst to the situation.

Allerdings ist „The Great Alone“ auch eine Art Liebeserklärung an die Wildnis Alaskas, die für viele Heimat und Sehnsuchtsort ist.

But also, „The Great Alone“ is some kind of a declaration of love for the wilderness of Alaska, which is home and a place to be for so many people.

„Someone said to me once that Alaska didn’t create character; it revealed it. […] In the vast expanse of this unpredictable wilderness, you will either become your best self and flourish, or you will run away, screaming, from the dark and the cold and the hardship. […] You either belong here, wild and untamed yourself, or you don’t. I belong.“

(The Great Alone, page 499)

Definitiv eine Leseempfehlung!

Definitely a must-read!

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~ Zoo Adventures 2019 – so far a nice year ~

Mein Zoo-Jahr 2019 fing ganz gut an und ich möchte euch auch an einigen Bildern teilhaben lassen.

Also, schaut rein und lasst euch inspirieren 🙂

My start in the zoo season this year has been quite nice and I would like to show you some of my pictures.

So, have a look and let yourself get inspired 🙂

* Birds and Elephants and Frogs and more… *

 

* Carnivores at their best *

 

* Little Elephant-Cuteness *

 

* Enjoying Nature *

 

* Looking pretty, right? *

 

* Last… to be continued… *

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~ Verena Reinhardt: „Der Hummelreiter Friedrich Löwenmaul“ ~

Note to my english-speaking readers:

Due to the time fact and the fact, that this book is only available in german language – I will skip the english version this time. If you are interested in the english version – please contact me.

Thank you for your understanding.

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Mit sogenannten Kinderbüchern ist es immer so eine Sache: es gibt einige, die sind wirklich meistens nur für die jüngeren Leser geeignet und interessieren oder faszinieren die ältere Leserschaft weniger bis gar nicht. Dann kann man aber – meistens zufällig – über Exemplare stolpern, die durchaus interessant, amüsant und lesenswert sind.

So geschehen bei mir mit „Der Hummelreiter Friedrich Löwenmaul“ von Verena Reinhardt.

Dieses Buch fand meine Aufmerksamkeit auf der Leipziger Buchmesse, während ich dort durch die Kinder- und Fantasy-Buchhandlungen stöberte. Alleine das Cover faszinierte mich und die Geschichte klang interessant genug, um einen Blick ins Buch zu werfen und die Geschichte näher zu betrachten. Ein weiterer Anstoß war die Tatsache, dass das Buch für den Deutschen Jugendliteraturpreis 2017 nominiert war.

Und so tauchte ich ein in die Welt und Erlebnisse von Friedrich Löwenmaul:

„Friedrich Löwenmaul stammte aus einer langen, ruhmreichen Ahnenreihe von Hummelreitern. Er selbst war leider das schwarze Schaf der Familie. Er konnte keine Hummel reiten. Er konnte sie nicht einmal leiden. Als eines Abends eine dicke Hummel mit lautem Brummen auf seinem Balkon landete und seine Balkonblumen auszusaugen begann, erschreckte sich Friedrich deshalb ziemlich. […] Das Tier war ein gutes Stück größer als er selbst und hatte überhaupt keine Angst vor ihm. […] Und dann hob die Hummel den Kopf und sagte mit einer tiefen Stimme: ‚Bist du immer so unhöflich, wenn du Besuch hast?'“

(Der Hummelreiter, Seite 9/10)

So macht Friedrich Bekanntschaft mit Hieronymus Brumsel, einem Hummeldrohn, der ihn mit einiger Überzeugungskraft kurzerhand in ein anderes Land entführt. Brumsel fliegt mit Friedrich nach Skarnland, wo im südlichen Teil des Landes – Südwärts genannt – die Königin Ophrys regiert und Brumsel der Geheimdienstchef ist.

In Südwärts angekommen, wird Friedrich der Königin vorgeführt und ist von ihr schlichtweg begeistert: das Aussehen, die Haare, die Stimme, die Lieblichkeit… Auch erfährt er den Grund, wieso er nach Skarnland verschleppt wurde: die Königin wittert die Gefahr eines Krieges mit dem nördlichen Teil des Landes und braucht Brumsel und einen Hummelreiter mit großem Namen als Erkundungstrupp ins Nachbarland.

Natürlich gestaltet sich die Erkundungsreise als nicht ganz so ungefährlich wie Friedrich erhofft hatte:

„Die Spinne lief um ihn herum und nun konnte Friedrich sie sehen. Und wenn er sich bisher eingeredet hatte, sein Tag könne nicht mehr schlimmer werden, musste er jetzt zugeben:

Damit hatte er Unrecht gehabt.

Sie war riesig. Ihr Körper war größer als Friedrich und dazu kamen noch acht lange, haarige Beine. Mit vier Augen vorne am Kopf beäugte sie ihren Fang neugierig; zwei weitere kleine Augen oben auf dem Kopf schienen nach oben zu schauen.“

(Der Hummelreiter, Seite 38/39)

Auf ihrer Reise begegnen sie den unterschiedlichsten Kreaturen, manche sympathischer als andere und beobachten genau, wie die „Kriegsvorbereitungen“ des Nachbarlandes aussehen und was von diesen zu halten ist. Und so langsam verdichten sich die Hinweise, dass in Skarnland alles etwas anders ist, als es zu sein scheint…

„Und jetzt konnte Friedrich es auch hören. Ein leichtes Trumm, Trumm, Trumm, und es wurde immer stärker, je breiter die Masse vorbeifloss. Friedrich begann es zu grausen. Er verstand zwar nicht genau, warum, aber das hier war nicht so, wie es sein sollte, und es war furchteinflößend.“

(Der Hummelreiter, Seite 236)

So wird dem unfreiwilligen Hummelreiter und seinem Hummelbegleiter Brumsel bald klar, dass sie hinters Licht geführt worden sind und der nördliche Teil eigentlich gar keine Kriegspläne verfolgt… Und wie es in allen politischen Zwistigkeiten so ist, steckt viel zwischen den Zeilen und hat mit dem übergroßen Ego und Machttrieb der Herrschenden zu tun… Und so werden Einheiten gebildet, um die Macht zu sichern und eventuelle „Gefahren“ zu eliminieren… Diese Erfahrung muss auch Friedrich Löwenmaul machen, der eigentlich nur durch Zufall in diesen Schlamassel geraten ist:

Aber nichts ist nur negativ: auf der Reise und ihrer Flucht lernt Friedrich noch einiges über die Bewohner von Nordwärts und die Geschichte des Landes kennen. Das beinhaltet auch die Sage von Gryndhild der Großen, die in ihren früheren Tagen das Land rettete und seitdem Heldenstatus hat.

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Wie sehen die wahren Pläne von Ophrys aus?

Wird es zum Krieg zwischen Nordwärts und Südwärts kommen?

Was haben singende Eulen mit den Plänen von Friedrich und Brumsel zu tun?

Welche Rolle spielt Gryndhild in dem ganzen Szenario?

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Das alles erfahrt ihr, wenn ihr Friedrich Löwenmaul und Hieronymus Brumsel auf ihrem Weg begleitet und einen tieferen Blick in „Der Hummelreiter Friedrich Löwenmaul“ werft.

Definitiv zu empfehlen!

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~ Akram El-Bahay: „Herzenmacher“ ~

Note to my english-speaking readers: Due to the time fact and the fact, that this book is only available in german language – I will skip the english version this time. If you are interested in the english version – please contact me. Thank you for your understanding.

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Nachdem ich in den vergangenen Buchmesse-Jahren regelmäßig Lesungen von Akram El-Bahay besuchte, war ich – wie ihr ja bereits erfahren konntet – auch dieses Jahr wieder zugegen, als er aus seinem Buch „Bücherkönig“ las. In den Jahren zuvor hatte ich schon das Vergnügen, Lesungen zu „Bücherstadt“ (Artikel zum Buch hier), „Wortwächter“ und „Henriette und der Traumdieb“ zu hören.

Zwar habe ich die diesjährige Lesung zu „Herzenmacher“ verpasst, jedoch hat mich das Buch auch ohne vorherige Hörprobe begeistert (alleine das Cover ist toll) – und so landete es natürlich schon vor meinem Messebesuch bei mir und wurde dann auch vom Autor signiert.

„Sie fand hier das, was sie brauchte.

Menschen, die so fern der Natur lebten, dass sie vergessen hatten, wie die Dinge zusammengehörten. […] ließen sich täuschen von den Zauberdingen, die sie ihnen als Lohn anbot. Zauberdinge, die das Leben so viel besser machen.

Wie Kinder, die sich mit ein paar Glasmurmeln kaufen lassen, waren die Leute.

Und sie sind es noch immer.“

(Herzenmacher, Seite 280)

Léo lebt mit seiner Mutter in Briançon – einer französischen Stadt, die zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört. Die Stadt nahe der italienischen Grenze ist dem Hauptcharakter schon längst zu klein geworden – und er sucht nach Möglichkeiten, seinem Leben einen größeren Sinn zu geben. Seine Familiensituation ist auch alles andere als einfach für ihn – sein Vater ist vor Jahren gestorben und seine Mutter, eine Spielzeugmacherin, will nicht darüber sprechen, was damals vorgefallen ist.

Eines Tages beobachtet Léo, wie seine Mutter einem kleinwüchsigen Mann eine Kugel übergibt, von der er weiß, dass sein Vater sie hergestellt hat. Da er die Kugel unbedingt wiederbekommen möchte, folgt er dem Mann – und entdeckt Unglaubliches, als er in einer Spiegelwelt seiner eigenen Stadt ankommt, die doch so anders und gefährlicher ist, als seine eigene.

Und trotz dieser Unterschiede sind doch die wirklich wichtigen Dinge und Probleme im Leben gleich: Klimaveränderungen, Herrschsucht und Gier der Mächtigen, Heldenmut von Menschen mit Herz, um positive Veränderungen hervorzurufen.

 

„‚Ja, die Hexe‘, antwortete ihm Kafir, der offenbar weniger Furcht vor der Hexe hatte als der Spielzeugmacher.

‚Die Kinder erinnern sich schon nicht mehr an die Zeit, in der auf jeden Somer zuverlässig der Winter folgte. Schon seit vielen vielen Jahren ist dieser Kreislauf durchbrochen.'“

(Herzenmacher, Seite 54)

 

Doch die Probleme des Spiegel-Briançon sind nicht alleine der fehlende Wechsel von Sommer- und Winterzeiten, sondern reichen tiefer:

Er erfährt, dass in dieser Spiegelstadt die Winterhexe herrscht – und das schon länger, als ihre Zeit es ihr erlauben würde. Jedes Jahr feilscht sie mit dem Tod um mehr Lebenszeit, die sie sich von den Bürgern der Stadt „schenken“ lässt.

 

„Wenn die Hexe mehr Jahre haben will, als ihr zustehen, muss ein anderer ihr Zeit geben. Freiwillig.“

(Herzenmacher, Seite 91)

 

Langsam erfährt Léo durch seinen neuen Mentor Fernando, ebenfalls ein Spielzeugmacher mit ganz besonderen Fähigkeiten, dass die Dinge durch die Regentschaft der Hexe und des derzeigen Königs schlimmer liegen als befürchtet – und auch sie haben Ähnlichkeit mit den technischen Errungenschaften, die wir Leser in unserer heutigen Realität haben.

 

„‚Du siehst in Hexenspiegel‘, raunte Kafir ihm zu. ‚Interessante kleine Dinger, nicht?‘ […]

‚Unglaublich‘, stammelte Léo.

‚Hinterhältig‘, erwiederte Fernando brummig und starrte in die blank polierten Spiegel.

‚Die Hexe hat sie verzaubert und lässt sie von ihren Dienern verkaufen. Sie soll so sehen und hören können, was ihre Spiegel sehen und hören. Verliebte Worte, dunkle Geheimnisse.

Viele sagen, das sei alles Unsinn. Ich aber denke, dass es stimmt.

Die Narren, die diese Dinger kaufen, entblößen sich vor der Hexe.'“

(Herzenmacher, Seite 58)

 

Léo lernt noch weitere tiefe Geheimnisse kennen, die auch mit der Arbeit seines Vaters und dessen Tod zusammenhängen. Langsam lüftet sich der Schleier, als Léo erkennt, dass sein Vater und seine Mutter ursprünglich Einwohner der Spiegelstadt gewesen sind und einen geheimen Auftrag hatten.

Als er immer mehr und mehr über die Machenschaften der Hexe und ihrer Diener erfährt und persönliche Verluste hinnehmen muss, fasst er gemeinsam mit neuen Freunden einen Plan, um der Hexe entgegenzutreten und ihre Herrschaft zu beenden.

„Er ist einmalig.

Und der Einzige, den die Hexe und ihre Diener fürchten.“

(Hexenmacher, Seite 151)

 

Léo muss Mut beweisen und auf seine Fähigkeiten als Herzenmacher – von denen er vor noch gar nicht so langer Zeit erfahren hat – vertrauen. Im Angesicht von einem machthungrigen und von der Hexe geblendeten König und Hexenkrähen, die den Tod in Form von Federn bringen, ist das gar nicht so einfach…

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Wird Léo den Bewohnern der Spiegelwelt helfen können?

Wer ist der „Einmalige“, der die Hexe besiegen kann?

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„Herzenmacher“ von Akram El-Bahay ist definitiv eine Leseempfehlung.

Der Autor schafft es wunderbar, die Spiegelwelt von Briançon lebendig werden zu lassen. Die Charaktere sind allesamt sympathisch, wenn man sie erst einmal beim Lesen näher kennenlernt. Auch die Winterhexe hat so ihre interessanten Seiten und ist nicht nur böse, auch wenn die Zeiten sie wahrscheinlich härter gemacht haben.

Leben und Tod liegen sehr nahe beieinander in diesem Roman von Akram El-Bahay und zeigen erneut, wie sehr man das Leben wertschätzen sollte – mit all seinen Fehlern und täglichen Problemen.

„Erst ich mache das Leben schön.

Doch man soll mich nicht suchen, denn ich komme zu jedem, wenn dessen Zeit erreicht ist.“

(Herzenmacher, Seite 211)

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~ Tag 3 und 4 auf der Leipziger Buchmesse 2019 / Day 3 and Day 4 at Leipzig Book Fair 2019 ~

Note to my english speaking readers:

due to the short time frame this article will only be available in german language.

Should you be interested in an english translation, please contact me. Otherwise you can try to get the text translated with an online tool. Thank you for your understanding.


Tag 3 und 4 auf der Leipziger Buchmesse waren genauso entspannt und von Neuentdeckungen gefüllt wie die ersten beiden Tage.

Und nun gehts auch schon in die Details:

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Samstag, 23.03.2019:

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Der Tag startete mit drei Lesungen im Fantasybereich der Halle 2. Irgendwie war ich am häufigsten in dieser Gegend in diesem Jahr – es waren aber auch gute Titel dabei und das Stöbern macht natürlich am meisten Spaß 🙂

Lesung 1 – „Der Totengräbersohn – Teil 1“

(Autor: Sam Feuerbach, gelesen von ihm und Robert Frank)

Die Hörbuchvariante des Buches gewann 2018 den Deutschen Phantastik Preis für das beste deutschsprachige Hörbuch.

Die Handlung der Fantasy-Story in vier Teilen spielt im Mittelalter und dreht sich um Farin, der – wie der Titel schon sagt – Sohne eines Totengräbers ist, und damit nicht der angesehenste Mensch im Dorf ist. Als er die Dorfhexe für ihre Bestattung herrichtet, macht er einen folgenschweren Fehler, indem er ihr Amulett an sich nimmt. Dies führt ein eigenartiges Eigenleben…

Die Lesung war geprägt durch die fantastische Stimme von Robert Frank und dessen grandiose Art, den Bewohner des Amuletts zum Leben zu erwecken. Herr Feuerbach fungierte bei der Lesung als innere Gedankenstimme von Farin, der sich – in dem vorgetragenen Abschnitt – in einer misslichen Situation befindet und sich gegen den Bewohner des Amuletts durchsetzen muss, um am Leben zu bleiben…

Eine Hörprobe können sich Interessierte gönnen, die die Stimme von Robert Frank probehören möchten 🙂

Sehr empfehlenswert!

 

Lesung 2 – „Der letzte Kolonialist“

(Autor: Sebastian Schaefer)

Diesen Sci-Fi-Roman fand ich vom Titel her interessant. Natürlich – wenn man die vorige Lesung betrachtet, die das Publikum sehr begeistert hat, ist das eigentlich kaum noch zu toppen. So war es dann auch.

Sicher, der Autor hat eine angenehme Lesestimme, aber Sci-Fi ist in dem Sinne nicht so mein favorisiertes Lesegenre.

Zu Beginn der Lesung hatte ich den Eindruck, dass der Autor nicht enthusiastisch genug gelesen hat, was sich nach der Hälfte der Zeit legte und vielleicht auch der Nervosität zuzuschreiben ist, die man ja doch hat, wenn man vor Publikum liest. Am Anfang gestört hat mich auch die Tatsache, dass es keine Einführungserklärungen gab – das hat Herr Schaefer dann aber rasch nachgeholt und in kurzen Worten einiges zur Geschichte erzählt.

Ich weiß nicht, ob ich mir das Buch näher anschauen werde, aber es war doch eine interessante Lesung und für Leseratten, die sich mit Sci-Fi besser anfreunden können vielleicht sogar ein Highlight.

 

Lesung 3 – „Ophelia Scale – Die Welt wird brennen“

(Autorin: Lena Kiefer)

Diese Trilogie klang auch vom Titel her interessant und so saß ich denn an diesem Samstagmorgen in meiner dritten Lesung.

Eigentlich wollte ich von Mehrteilern Abstand nehmen, da dieses ganze Warten auf den nächsten Teil und dann zieht sich die Handlung etc. mich schon zu oft genervt hat.

Es geht in „Ophelia Scale“ um eine Welt, in der Technik verboten ist – als eine zutiefst interessante Geschichte. Schon alleine, wenn man sich die Handlung als Fortführung der heutigen Technikwelt vorstellt, hört man gebannter zu.

Alles in allem eine sehr interessante Lesung, der Autorin kann man auch sehr entspannt zuhören und dieses Buch ist definitiv eine Empfehlung – auch wenn es vorerst nicht bei mir gelandet ist.

 

Die besten Sachen passieren immer zufällig und so fand ich mich am Nachmittag am kanadischen Messestand, wo die Vielfalt der kanadischen Literatur vorgestellt wurde. Dazu gab es Lesehinweise und Autorenempfehlungen für diejenigen, die noch wenig mit der Literatur des Landes in Berührung gekommen sind.

Für diejenigen, die es interessiert: Kanada ist im nächsten Jahr das Gastland auf der Frankfurter Buchmesse – noch ein Grund mehr, sich kanadischen Autoren zu widmen.

U.a. ging es in der Vorstellung um Poetry, Childrens Books und weitere differenzierte Literaturthemen, wie z.B. die Frage, ob in Kanada alle Bücher auf französisch und englisch erscheinen. Die Antwort hierauf lautete Nein. Es gibt vereinzelt Bücher, die in beiden Sprachen verlegt werden, aber meistens ist es ein entweder/oder in Bezug auf die Sprache bei Veröffentlichung.

 

Lesung 4 – „Der Wächter der Runen“

(Autorin: J.K. Bloom)

Bei „Der Wächter der Runen“ handelt es sich um eine interessante High-Fantasy-Story.

Kopfgeldjäger Finn soll eine Abtrünnige namens Ravanea finden – lebend – und dieser Auftrag hat so seine Tücken.

Die Autorin hat eine sehr gute Lesestimme und auch die Story ist interessant, so dass man möchte, dass die Lesung nicht nur eine halbe Stunde andauert. Mit „Der Wächter der Runen“ hat sie eine faszinierende Fantasylandschaft geschaffen – und Figuren wie die Secaria, die die Handlungen noch interessanter machen.

Definitiv eine Empfehlung, auch wenn das Buch erstmal nicht bei mir gelandet ist.

 

Mein Messe-Samstag hatte aber noch ein anderes Highlight – außer Bücher anzuschauen und ggf. zu kaufen – ein Treffen mit der wunderbaren Kathrin von Phantasienreisen.

Wir kennen uns seit unserem Studium und es ist immer wieder schön, sie zu sehen und sich auszutauschen. Leider ist die Zeit immer so kurz bemessen, dass man einfach nicht alles unterbringt – aber ich freu mich definitiv auf das nächste Mal, wenn sich unsere Wege kreuzen und wir wieder Zeit miteinander verbringen können.

 

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Sonntag, 24.03.2019:

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Auch mein Messe-Sonntag bestand größtenteils aus Lesungen, und ein wenig herumstöbern war auch noch drin.

Meinen ersten Lesungsausschnitt fand ich eher durch Zufall, da meine geplante Lesung noch nicht angefangen hatte. So hatte ich die Gelegenheit, der Lesung von „Infilum“ zuzuhören – was nicht das Schlechteste war. Die Autorin Katrin R. Petzold hat eine gute Lesestimme, das Buch – jedenfalls was ich aus der Lesung beurteilen kann – ist interessant geschrieben, eben typisch Dystopie.

Von mir gibts hier auch eine Empfehlung – wenn man einmal in der Geschichte drin ist, wird es spannend.

 

Lesung 1 – „Die ägyptische Maschine“

(Autor Christian Lange)

Hier haben wir es mit einem Steampunk-Roman zu tun, der im viktorianischen Zeitalter spielt.

Folgendes ist die Situation: Es gibt kein britisches Empire, Amerika wurde noch nicht entdeckt und die Ägypter wollen nach der Ermordung ihres Vizekönigs Osiris mit der Hilfe einer Maschine den Geist des Toten zurückholen.

Die britische Forscherin Eve nimmt den Auftrag an und reist nach Ägypten.

Der Autor hatte eine interessante und abwechslungsreiche Lesestimme, die einen gut zuhören lässt. Er las verschiedene kurze Teile vom Anfang vor, die von verschiedenen Charakteren handelten: Osiris, Eve, Hauke und Borchert.

Die Story klingt sehr interessant, zwar ist sie nicht mit mir nach Hause gekommen, dennoch habe ich das Buch im Hinterkopf.

Definitiv eine Empfehlung!

 

Lesung 2 – „Die Krone der Dunkelheit“

(Autorin: Laura Kneidl)

Ein interessantes Buch mit interessanter Heldenreise: Freya sucht ihren Bruder und Ceylan will eine Wächterin werden.

Die Hörprobe zu dem Buch beginnt die Autorin am Anfang, der mit guten Beschreibungen des Umfelds aufwartet. Sie hat insgesamt eine Viertelstunde gelesen und sich dann noch Zeit genommen, die Fragen des Publikums zu beantworten.

In diesem High-Fantasy-Roman hat Laura Kneidl eine vielfältige Welt erschaffen, über die man sich u.a.  hier informieren kann.

Wer in neue Welten eintauchen möchte und diese erkunden will, ist bei „Die Krone der Dunkelheit“ am richtigen Platz.

Interessant fand ich, dass diese Lesung auch mit Übersetzung für Hörgeschädigte in Gebärdensprache stattfand – definitiv ein weiterer Pluspunkt.

 

Meine vorletzte Lesung hab ich nur teilweise verfolgen können, aber nichtsdestotrotz war sie interesssant. In „Verrückt aber glücklich“ erzählt Autorin Klara Fall von ihrem Burn-Out und ihren Depressionen, die schleichend ankamen und die sie zuerst nicht für voll und wichtig nahm. Sie erzählt davon, dass sie sich immer zurück genommen hat und allem hat gerecht werden wollen und allen helfen wollte. Das hat dann irgendwann seinen Tribut gefordert und dieses Buch soll den schleichenden Verlauf der Krankheit aufzeigen und den Betroffenen Hilfestellung sein und aufzeigen, dass man gestärkt aus diesem negativen Lebenstief herauskommen kann.

Definitiv eine Empfehlung.

Meine letzte Lesung war auch nur Zufall, denn sie fand direkt im Anschluss an Klara Fall’s Lesung statt.

„Die Melodie des Mörders“ ist ein Teil der Krimireihe von Miriam Rademacher um Tanzlehrer Collin Duffet, der auch in Mordfällen ermittelt. Er kann in den Menschen lesen – und dieses Talent finden seine Freunde Jasper (Pfarrer) und Norma (Krankenschwester) gelungen genug, um ihn in die Mordfallermittlung mit hinein zu ziehen. Denn eigentlich wollte Collin Duffet seinen Ruhestand genießen…Doch damit wird es nichts, als in der Vorweihnachtszeit ein Mord geschieht und der Organist seiner Gemeinde ums Leben gebracht wird.

Die Autorin liest einfach fantastisch und der Roman hat eine Menge guten Humor  zu bieten, wie man es für Romane geradezu verlangt, die in Großbritannien spielen.

Definitiv eine Empfehlung.

Und sonst noch so?

Diverse Autogramme, gekaufte Bücher und ein sehr schön verbrachtes Buchmesse-Wochenende.

Bis zum nächsten Jahr – auf der Buchmesse 2020!

Wie war eure Buchmesse so?

Dieses Jahr habe ich mich nicht so auf die Cosplayer fixiert, aber einige wunderschöne Kostüme gesehen – habt ihr euren Fokus dieses Jahr darauf gesetzt?

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~ Tag 1 und Tag 2 auf der Leipziger Buchmesse 2019 / Day 1 and Day 2 at Leipzig Book Fair 2019 ~

Note to my english speaking readers:

due to the short time frame this article will only be available in german language.

Should you be interested in an english translation, please contact me. Otherwise you can try to get the text translated with an online tool. Thank you for your understanding.


Willkommen zur Leipziger Buchmesse.

In diesem Jahr ohne Schnee oder Regen, sondern mit perfektem Frühlingswetter, dass zahlreiche Lese- und Buchliebhaber nicht nur in die Innenhallen der Neuen Messe in Leipzig lockt, sondern auch in die Außenbereiche zwischen und vor den Hallen.


Kurzbericht zu meinen Tagen 1 und 2:

Donnerstag hatte ich länger eingeplant, dann hatte ich noch einen spontanten Termin, der meine Planung hinfällig machte. Deshalb nur die obligatorische Freischaltung des Presseausweises, ein wenig Herumstöbern in Halle 1 und eine Lesung zum Thema Gesundheit/ Psyche, die mich sehr beeindruckt hat.

Gelesen hat Dominique de Marné aus ihrem Buch „Warum normal sein gar nicht so normal ist…und warum reden hilft“. Sie erhielt vor einiger Zeit die Diagnose „Borderline“ und in ihrem Buch erzählt sie von der Diagnose, der Krankheit selbst und von ihrem Umgang damit.

Die Lesung fand großen Anklang und da psychische Erkrankungen in unserer Gesellschaft nicht mehr wegzudenken und teilweise zunehmend sind, ist es ein wichtiges Thema und Bücher wie diese helfen hoffentlich den Betroffenen selbst und deren Umfeld im längerfristigen Umgang.


Freitag sah es schon etwas anders aus:

Zwar habe ich ebenfalls einige Lesungen (2 Stück) entfallen lassen, da entweder schon zu viele Menschen am Leseort standen oder die Zeit nicht ausgereicht hätte, ordentlich durch die Gänge zu stöbern. Man muss ja auch mal Prioritäten setzen, oder?

Als erstes hörte ich einen Vortrag zum Thema „Rewilding“, was definitiv ein wichtiges Thema ist. Natur und Umwelt und die mögliche Renaturierung von Lebensräumen, die durch den menschlichen Einfluss stark beeinträchtigt wurden. Man hat gemerkt, dass es ein Vortrag einer Wissenschaftlerin war, allerdings war das Themengebiet interessant – und so ein Vortrag ist ja nicht mit einer normalen Lesung zu vergleichen. Alle Erwartungen, die ich im Vorfeld and den Vortrag hatte, wurden erfüllt und zum Abschluss gab es noch ein kleines Stück Schokolade – was will Frau denn mehr?

***

Dann kam das Highlight meines Tages: die Lesung von Akram El-Bahay zu seinem neuesten Buch „Herzenmacher“.

Wie üblich war es wieder sehr schön, dem Autor beim Lesen zuzuhören und zu spüren, wie die Figuren zum hörbaren Leben erwachten.

Natürlich hab ich mir auch noch meine Exemplare von „Bücherkönig“ und „Herzenmacher“ signieren lassen. Was mich besonders gefreut hat, war, dass Akram El-Bahay mich wiedererkannt hat und natürlich zum jeweiligen Buch passende Worte für seine Signatur parat hatte.


Daneben habe ich  noch einiges mit nach Hause genommen, seien es gekaufte Exemplare von interessanten Büchern, Leseproben, Postkarten von Büchern oder dekorative Postkarten von Tushita.

Aber schaut selbst:

Und, wie waren eure ersten Messetage?

Was habt ihr von der Messe bis jetzt mitgenommen?

Was war euer Highlight?

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