Eine Kauzdame namens Julchen

Das Schöne an einer Weiterbildung auf dem Gebiet der Online-Redaktion: man beschäftigt sich auch mit Kreativem Schreiben 🙂

 

Heute nun haben wir zum zweiten Mal unseren kreativen Gedanken innerhalb von 15 Minuten freien Lauf gelassen. Der Anfangssatz lautete „Es war kurz nach Mitternacht…“ 

Herausgekommen sind sehr schöne und interessante Geschichten, Gedichte und Gedanken. 

Meine Geschichte möchte ich euch an dieser Stelle einmal vorstellen. Vorhang auf für: Julchen.

****

 

Es war kurz nach Mitternacht, als sich Julchen auf den Weg machte. Wohin, das wusste sie auch noch nicht so genau. Im Vorfeld hatte sie sich noch schön gemacht, ihr Federkleid geputzt und als Wegzehrung eine kleine Maus verspeist.

Jetzt saß sie auf einem Ast, ging noch einmal ihre Flugfedern durch und schaute mit großen Augen auf den vor ihr liegenden Wald. Noch ein Mal gestreckt – und schon breitete Julchen die Flügel aus und hob ab. Sie flog und flog.

Vom Himmel der dunklen Nacht aus konnte sie alles überblicken. Julchen liebte diese Zeit – den ganz frühen Morgen eines neuen Tages. Alles war ruhig, kein Verkehr, keine Lärmbelästigung durch schreiende Kinder – einfach nur Ruhe und Frieden.

Schon nach kurzer Zeit verspürte Julchen ein leichtes Hungergefühl und sie suchte sich erneut einen kleinen Nach-Mitternachts-Imbiss… nichts großes… nur ein kleines Mäuschen oder so – den größten Hunger hatte sie ja schon vor einiger Zeit gestillt.

***

Julchen war das Jagdglück Hold und so saß die kleine Kauzdame bald auf einem Ast im nächstgelegenen Waldstück und verzehrte eine winzige Maus.

 

Bald darauf hörte Julchen Geräusche – auch andere ihrer Artgenossen waren heute Nacht unterwegs.

„Das ist meine Chance“, dachte sich die junge Kauzdame und setzte wieder zum Flug an. Endlich Gesellschaft zu haben – dieser Wunsch trieb sie an und führte sie auf ihrem Weg durch die Nacht auf geradem Weg zu der schon versammelten Kauzgesellschaft am anderen Ende des Waldes.

Julchen war schon seit einiger Zeit auf der Suche nach einem geeigneten Partner – einer, mit dem sie ihr Nest teilen konnte und der ihre Vorliebe für kleine Mäuse teilte. Sicherlich – sie könnte auch größere Nahrung fangen und vertilgen. Aber kleine Mäuschen waren „handlicher“ und schneller verspeist, als beispielsweise ein Eichhörnchen.

Mit ihrem Ziel fest im Blick ließ sich die junge Käuzin auf einem Ast nieder – gerade in der Nähe eines jungen Kauzes, der mit seiner frühmorgendlichen Nahrungsaufnahme beschäftigt war. Und zur Freude der jungen Kauzdame handelte es sich dabei auch um ein kleines Exemplar einer Maus – klein, grau – und bereits tot.

**

Julchen rückte langsam näher – und der andere Kauz ging auf Abstand. Julchen gab nicht auf – und nach einer kleinen Weile (sie waren bereits am Ende des Astes angelangt) entschloss sich der Kauz, einen kleinen Rest seiner Beute abzutreten.

Julchen war begeistert – und sie war sich sicher: Das ist der Beginn einer wunderbaren Freundschaft…

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Über booksandmore81

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3 Antworten zu Eine Kauzdame namens Julchen

  1. Kathrin schreibt:

    Schön geschrieben! Ist das alles in nur 15 Minuten entstanden? Wenn ja: Hut ab! Bei mir wäre in der kurzen Zeit nie so etwas Gutes rausgekommen…
    Da fiel das professionelle Feedback doch sicher auch gut aus?! 🙂

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    • booksandmore81 schreibt:

      Ja, das ist das Ergebnis von 15 Minuten freiem Schreiben. Das Feedback war auch super und unser Dozent ist total begeistert, was für kreative Köpfe er doch im Seminar hat 🙂

      Es macht ja auch Spaß, gegen Ende nochmal etwas kreatives tun zu können, zumal man gegen 15 Uhr doch nicht mehr so aufnahmefähig ist. Wir hatten heute auch noch andere Tiergeschichten dabei und auch Krimis, die ohne Weiteres noch weitergeschrieben werden könnten.

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      • Kathrin schreibt:

        Das klingt vielversprechend.Und ich staune noch immer über den Umfang in der kurzen Zeit… Du solltest weitermachen, wenn du unter diesem Zeitdruck schon so etwas Gutes schaffst! 🙂

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