~ „Ein Cottage in Wales…“ – Ein Interview mit Constanze Wilken ~

Nachdem ich bereits über ihr Buch „Der Duft der Wildrose“ berichtet habe, spanne ich euch jetzt nicht länger auf die Folter und präsentiere euch das Ergebnis des Interviews mit Constanze Wilken.

Es lief ab, wie jedes Q&A abläuft, wenn man nicht in der selben Gegend wie der Interviewpartner wohnt – via Email bzw. Facebook.

After recommending to you the novel „The flavour of wild roses“ by Constanze Wilken earlier, I now can present you the interview with the lovely author.

Just like every other Q&A where you are not in the same area I sent my questions via Facebook.

Da Constanze Wilken gerade ein wenig Zeit erübrigen konnte, hat sie freundlicherweise sehr schnell auf meine Anfrage reagiert und die Antworten kamen quasi über Nacht zu mir🙂

Nun könnt ihr die Schriftstellerin und Wales-Liebhaberin ein wenig näher kennenlernen und entdecken, wen sie musikalisch empfehlen kann und welche Filme sie zum Entspannen anschaut…

It seemed to be the right time, so Constanze Wilken had some „free“ time left and answered my questions really quick and the answers came in „over night“🙂

Now you can take the chance and get to know the Wales-loving writer a little bit more and discover which kind of music/ singer she can recommend to listen to – and which movies she is watching to relax…

 

Information for my english readers: right now the interview is only available in german. If you are interested and a little bit patient – I will translate it into english in the next days🙂

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Liebe Constanze,

vielen lieben Dank, dass du am Q&A teilnimmst. Gern kannst du ihn nach Veröffentlichung auch auf deine Autorenseiten übernehmen und meinen Blog verlinken. Ich hoffe, es macht dir nichts aus, dass ich in das „Du“ gewechselt bin – falls doch, kannst du es gern gedanklich in ein „Sie“ umwandeln🙂

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1. Als du die Möglichkeit hattest, in Großbritannien zu studieren, hast du dich sofort in Wales verliebt – und hast fünf Jahre dort gelebt. Mir ging es bei meinem Wales-Aufenthalt ähnlich.        

Denkst du manchmal darüber nach, wieder ganz dorthin zu ziehen bzw. längerfristig dort zu leben?

Ich denke gern an meine Zeit in Wales und bin auch in diesem Jahr wieder dort. Ein kleines Cottage in Wales – das wäre wundervoll.

Wenn ja – wohin würde es dich am ehesten verschlagen, und aus welchem Grund gerade dorthin?

Mein Cottage sollte in der Nähe von Aberystwyth liegen, an den Klippen mit Blick auf das Meer. Aberystwyth hat alles, was man sich von einer Kleinstadt wünschen kann und die Universität mit einem tollen Mix internationaler Studenten. Es gibt das Arts Centre, auf das die Uni sehr stolz sein kann – mit Ausstellungen, Theater- und Musikveranstaltungen, Café und Restaurant. Und die National Library ist dort, für mich ein unverzichtbarer Quell für Recherchen.

Außerdem liegt Aberystwyth recht günstig in der Mitte von Wales. Man kann von dort Ausflüge in den Norden und den Süden unternehmen. Jede Region hat ihren Charme. Im kommenden Monat reise ich wie immer zuerst nach Aberystwyth, weil dort meine Freunde leben, und dann für eine neue Buchrecherche in den Norden – auf die zauberhafte Llyn Peninsula.

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2. Lesen, Schreiben und Touren durch Nationalparks zählen zu deinen Hobbies. Es zählt sozusagen die gelungene Mischung aus Kultur und Natur zu einem ausgeglichenen Leben.

Ist der Beruf der Schriftstellerin dein „Traumberuf“ oder hast du dich in früheren Jahren auch in einem anderen Umfeld gesehen?

Das Schreiben ist heute mein Traumberuf, keine Frage. Ich habe aber einen Umweg über die Kunstgeschichte und mein Studium dorthin genommen. Noch heute arbeite ich gern mit zeitgenössischen Künstlern und bin der Kunstwelt und dem Auktionswesen eng verbunden. Allerdings bleibt dafür neben dem Schreiben nur noch wenig Zeit.

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3. Bei den Recherchen zu „Der Duft der Wildrose“ hast du auch mit Rangern im Snowdonia-Nationalpark gesprochen und diese waren begeistert über dein Interesse und den zukünftigen Roman.

Hattest du schon seit längerem das Gefühl, einen Wales-Roman schreiben zu wollen – oder war es eher eine „spontane“ Idee?

Nach dem vierten Historienroman war es einfach an der Zeit für mich, wieder in die Gegenwart aufzutauchen und da mir Portmeirion als Schauplatz schon seit langem im Kopf herumspukte, begann ich mich intensiv damit zu beschäftigen. Die Geschichten entwickeln sich bei mir immer Stück für Stück. Oft ist es ein Ort oder eine historische Begebenheit oder etwas, das mir jemand erzählt hat – das dann Gestalt annimmt und nach mehr Raum ruft. Und Wales ist ein altes traditionsreiches Land voller Mythen und Legenden, mit pittoresken Dörfern und eben dieser grandiosen Natur – da muss ich nicht lange suchen, um auf neuen Romanstoff zu stoßen.

Die Idee zu „Sturm über dem Meer“ entstand beispielsweise während meines letzten Walesaufenthaltes. Da erzählte mir ein Freund, wir waren gerade am Strand von Borth unterwegs, von der Legende um ein versunkenes Königreich und versteinerten Baumstümpfen. Was daraus geworden ist – wird ab Dezember zu lesen sein.

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4. Gab es für dich als freiberufliche Autorin auch größere Hürden, die du überwinden musstest? War es für dich schwierig, eine geeignete Agentur zu finden, die dich vertritt? Worauf hast du dabei besonders geachtet?

Wenn man nicht gerade aus der Branche kommt und womöglich Lektor war, ist es schon ratsam, sich nach einer geeigneten Agentur umzusehen. Ich hatte Glück und bin seit Jahren sehr zufrieden mit meinem Agenten.

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5. Ich habe ja ebenfalls während meines Walesaufenthaltes festgestellt, dass die Menschen dort sehr freundlich und hilfsbereit sind. Es ist einfach angenehm, zum Beispiel in einer kleineren Stadt zu leben und sich dort zu integrieren.

Hast du nach deiner Rückkehr nach Deutschland auch manchmal Vergleiche gezogen zum Verhalten mancher Deutscher? (Mir ging es in der Anfangszeit so.)

Da ging es mir ganz genauso. Die Waliser sind unglaublich freundlich, höflich und offen. Ich fühlte mich sofort wohl dort, aufgenommen und vermisse diesen natürlich gastfreundlichen Umgang in Deutschland oft sehr. Vor allem bei Höflichkeit hapert es hier leider oft … ich sage nur Warteschlangen oder U-Bahn …

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6. Aus vorigen Interviews, die ich gelesen habe, weiss ich, dass du beim Schreiben der Wales-Romane meist Folksongs hörst. Herzlichen Dank an dieser Stelle für die Nennung von Cara Dillon – ich kannte sie bisher noch nicht und hab gleich gegoogelt. Sie hat wirklich eine wunderschöne Stimme.

Hast du während deines Aufenthaltes in Wales viele walisische Künstler gehört? In Pubs gibt es ja öfter mal live-Auftritte – auch spontane.

Gibt es einen Künstler, den du weiterempfehlen kannst?

Karan Casey (Irin) hat auch eine wundervolle Stimme und Steve Balsamo, der gerade mit Rosalie Deighton auf Tour ist. Steve Balsamo ist Waliser und einigen vielleicht als grandioser Musicalsänger aus Jesus Christ Superstar bekannt.

An all die tollen Musiker, die ich in den Pubs gehört habe, erinnere mich leider nicht – aber es war jedesmal ein unvergesslicher Abend wenn die Musiker ihre Instrumente zur Hand nahmen und den Pub mit melancholischen oder fröhlichen Klängen erfüllten.

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7. Ich finde ja die walisische Sprache sehr interessant, hatte aber nicht die Zeit, mich näher damit zu beschäftigen und am besten lernt man ja im sprachlichen Umfeld der Zielsprache. Sprichst du einige Worte Cymraeg?

Eher weniger … jedenfalls möchte ich das keinem Waliser zumuten. Ich kann einiges lesen, immerhin.

Wenn ja, welche Erfahrungen hast du beim Erlernen der Sprache gemacht?

Walisisch ist eine eigenständige Sprache, und ich war froh, dass mein Englisch für die Uni reichte. Aber wir als Deutsche haben es relativ leicht mit der Aussprache – weil Walisisch sehr guttural und voller Konsonanten ist.

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8. Dein zweiter Wales-Roman „Ein Sommer in Wales“ erscheint in wenigen Wochen.

Gibt es schon Pläne für Lesungen, Vorträge und ähnliches?

Wirst du eventuell bei der Leipziger Buchmesse nächstes Jahr vertreten sein? (dieses Jahr habe ich dich ja leider verpasst)

Ich bin in diesem Sommer viel auf Reisen, aber im September gibt es schon einen festen Termin – am 9.9. stelle ich gemeinsam mit meinem Bruder Alexander, der Jazzmusiker ist, „Ein Sommer in Wales“ im Dünenhus in St.Peter-Ording vor.

Leipzig ist immer schön – Stadt und Messe und ich denke, dass ich im nächsten Jahr wieder dort sein werde. Und hoffentlich sehen wir uns dann🙂

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9. Da sich mein Blog nicht nur um Bücher dreht, noch eine Frage zu anderen Medien:

Hast du bestimmte Filme, Serien o.ä., die du regelmäßig verfolgst? Gibt es mediale Vorbilder, die dich während eventueller Tiefphasen wieder aufbauen?

Zum Entspannen finde ich die Poirot Verfilmungen mit David Suchet großartig, ebenso die Verfilmungen der Montalbano Krimis mit Luca Zingaretti und eigentlich alle BBC Literaturverfilmungen. Oh und natürlich Downton Abbey🙂

Vielleicht noch ein Tipp: die englische Krimiserie „Hinterland“ (Y Gwyl), mit Richard Harrington als wortkarger Ermittler, spielt in und um Aberystwyth, sehr düster aber mit viel Lokalkolorit. Ich schaue sie schon deshalb gern, weil ich viele Schauplätze kenne.

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10. Dies ist der letzte Fragenkomplex. Bitte schreib das Erste auf, was dir einfällt. Danke🙂

Sommer oder Winter? Sommer

Englisches Frühstück oder Kontinentales Frühstück? Kontinental

Beliebteste historische Figur Großbritanniens? Oscar Wilde

3 Orte (außer London) an denen du gern leben würdest: wenn es nicht nur in GB sein soll – Florenz, Montauk (Long Island), Cardigan Bay (Wales)

derzeitiges Lieblingslied? Karan Casey „you brought me up“

Ort, an dem ich mich zu Hause fühle: Wo Freunde und Familie sind

Ich kann am besten abschalten, wenn… Ich mit den Hunden am Strand spazieren gehe

Was ich bei einem Walesbesuch unbedingt sehen muss… Neben Aberystwyth – Aberaeron, Llyn Teifi (See), im Süden Laugharne und St. Bride’s Bay und immer wieder Snowdonia

Vielen Dank für das Interview, liebe Sindy! Diolch y fawr!

Über booksandmore81

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5 Antworten zu ~ „Ein Cottage in Wales…“ – Ein Interview mit Constanze Wilken ~

  1. Kathrin schreibt:

    Tolles Interview! Sehr abwechslungsreich und eine sehr sympathisch wirkende Autorin!
    Mit Wales habt ihr beide ja wirklich eine gemeinsame Liebe🙂

    Abgesehen davon stimme ich Constanze Wilken in zwei Punkten zu:
    1) Steve Balsamo ist klasse! Wir haben ihn vor etlichen Jahren durch ein Musical über Edgar Allan Poe „kennengelernt“. Bis heute ist Balsamo in den Augen von Lars der beste Jesus Christ aller Zeiten. Und falls du mal Balsamos Solo-Musik hören möchtest,hast du dazu beim nächsten Besuch Gelegenheit – wir haben seine CDs🙂
    2) Die Deutschen können sich in Punkto Freundlichkeit wahrlich ein großes Vorbild an den Briten oder auch den Niederländern nehmen!
    🙂

    Liebe Grüße
    Kathrin

    Gefällt 1 Person

    • booksandmore81 schreibt:

      Oh schön🙂
      danke für die eingeschobene Einladung🙂 ich hab mal kurz auf youtube geschaut, er hat wirklich eine wunderschöne Stimme. Und Cara Dillon kann ich ebenfalls empfehlen🙂

      Wenn ihr eine Urlaubsgegend sucht, kann ich euch beiden Wales auch nur sehr ans Herz legen🙂 vielleicht auch für einen späteren Ortswechsel🙂

      Gefällt 1 Person

      • Kathrin schreibt:

        Ich würde ja am liebsten mal durch ganz UK und Irland touren… Ach,es gibt so viele Orte, die ich bereisen möchte – mit einem Jahr Urlaub und ausreichend Geld wäre es sicher möglich, das umzusetzen ;D

        Gefällt 1 Person

  2. Pingback: ~ Constanze Wilken: “Ein Sommer in Wales” ~ | booksandmore81

  3. Pingback: [Die Sonntagsleserin] Juni 2015 | Phantásienreisen

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